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- 29. Juli 2011 3 Min.

Dan Savage (links) und sein Ehemann Terry Miller beim CSD New York (Bild: Asiatic League / flickr / by-nd 2.0)
Eine Kampagne für schwule und lesbische Jugendliche wird von Künstlern, Sportlern und demokratischen Politikern unterstützt - die republikanische Partei stellt sich nun offen gegen das Projekt und seinen Gründer.
Von Dennis Klein
Der schwule Kolumnist Dan Savage war erschüttert, als in den US-Nachrichtensendungen immer mehr Berichte über schwule Jugendliche auftauchten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt wurden und keinen anderen Ausweg sahen, als sich umzubringen. Nach dem Tod des 15-jährigen Billy aus Indiana - er hatte sich auf dem Dachboden im Haus seiner Großmutter erhängt - beschloss Savage letztes Jahr, etwas zu tun: "Ich wünschte, ich hätte nur fünf Minuten mit diesem Jungen reden können. Ich hätte Billy sagen können, dass es besser wird", erklärte Savage damals. Er gründete das "It Gets Better"-Projekt. Promis sollten jungen Schwulen in kurzen Internet-Videos erklären, dass ihre sexuelle Orientierung nicht das Ende der Welt bedeutet - auch nicht in ländlichen Regionen, in denen Homosexualität als abscheuliche Verirrung gilt. Musiker wie Justin Bieber oder Rob Thomas, Schauspieler wie Tom Hanks oder George Takei und Politiker wie der britische Premierminister David Cameron oder Barack Obama machten mit - der US-Präsident erklärte in seinem Video: "Ihr habt nichts falsch gemacht. Ihr habt es nicht verdient, gemobbt zu werden. Draußen wartet eine ganze Welt auf euch, die voller Möglichkeiten ist."
Mit Ausnahme von ganz radikalen Schwulenhassern kann eigentlich niemand etwas gegen diese Aktion haben. In Zeiten aggressiver Parteipolitik wird aber auch ein solches Projekt anders gesehen. Die Republikaner, die gerade von der mehrheitlich extrem homophoben Tea-Party-Bewegung um Michele Bachmann und Sarah Palin unterwandert werden, beteiligen sich überhaupt nicht an der Aktion.

Senator Scott Brown will sich nicht am "It Gets Better"-Projekt beteiligen (Bild: US Senate)
Die Demokraten kritisierten inzwischen offen die Gleichgültigkeit der Republikaner - etwa den Senator Scott Brown, der sich als einziges Kongressmitglied aus Massachusetts nicht am Projekt beteiligt hat (alle anderen sind Demokraten). Die Oppositionspartei schlägt nun erstmals zurück: So erklärt der Pressesprecher des mächtigen National Republican Senatorial Committee, das republikanische Kandidaten für den Senat unterstützt, attackierte "It Gets Better"-Gründer Dan Savage als Grund für die Zurückhaltung. Brian Walsh attestierte Savage eine "lange Tradition von anzüglicher, gewalttätiger, antichristlicher Rhetorik". Er warnte die Demokraten, dass ihnen die Verbindung mit Savage auf lange Sicht schaden würde.
Als Sex-Kolumnist ("Savage Love") packt der Gescholtene wirklich manchmal heiße Eisen an, die traditionellen Republikanern sauer aufstoßen könnten. In der Kolumne mit dem Titel "Fuck the Republican Party" wirft er der Partei von Ronald Reagan und George Bush mit sehr klaren Worten vor, die Gleichstellung von Schwulen und Lesben seit langem verhindert zu haben. Er forderte darin auch Schrankschwestern auch zum Coming-out auf, damit sie den homofeindlichen Republikanern Paroli bieten können ("You wanna fuck the Republicans? Come out and keep coming out").
Für Jugendliche aus ländlichen Gebieten in Iowa oder Utah wäre es natürlich ein Segen, wenn sich auch Republikaner am "It Gets Better"-Projekt beteiligen würden. Denn wenn nur die "liberalen Eliten" - wie Konservative Demokraten und Hollywoodstars nennen - bei diesem Projekt mitmachen, wird es in diesen Regionen nie ernst genommen. Dank des parteipolitischen Streits können sich aber die Politiker nicht mal darauf einigen, dass Selbstmord unter Jugendlichen etwas ist, das Erwachsene eigentlich verhindern sollten.















Und jetzt werden wieder Gründe gesucht und vorgeschoben, weshalb man sich nicht beteiligen will.
Los, ihr sog. Konservativen in den USA und hierzulande! Sagt doch endlich offen und klar, dass Euch alles, was von der heterosexuellen Ehe und Missionarsstellung abweicht anekelt und unterlasst einfach Eure blöden Verstellungen.
Wen wollt Ihr mit dem Rumlavieren überzeugen oder gewinnen?
Ihr findet uns zum Kotzen und wir Euch!
Oder habt Ihr Angst davor, dass auch dem Letzten offenbar werden könnte, aus welch engem, intoleranten und bösartigem Geist heraus Ihr lebt? Wer sehen kann und will, weiß es längst!
Dass Ihr dennoch Stimmen bekommt liegt daran, dass der Mensch eben eine böse Seite hat und die Intoleranz und geistige Enge vielen Menschen eben eigen ist! Ihr wollt eben nicht, dass andere Menschen glücklich, frei, gleichberechtigt und selbstbestimmt leben und Ihr lebt gerne damit, dass sich Abweichler aus Verzweiflung das Leben nehmen. Das ist Euch allemal lieber, als diesen Menschen zu helfen oder Euch für Schwächere oder Minderheiten einzusetzen!
Bitte sagt es doch endlich!
Wenn es aber - wie Ihr es im stets im Munde führt - eine göttliche Gerechtigkeit gibt, dann wird dieser Gott Euch Eure Heuchelei und die Berufung auf Jesus eines Tages in das Lügenmaul zurückschieben und Euch daran - vergleichbar mit den Tantalus-Qualen - ersticken lassen!