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- 01. August 2011 2 Min.

Martin Humer auf einem seiner Kreuzzüge
Der österreichische Aktivist Martin Humer, der mit Verweis auf seinen katholischen Glauben aggressiv gegen Pornografie, Abtreibung und Homosexualität zu Felde zog, ist am Sonntag gestorben.
Der 85-jährige gelernte Fotograf erlag den Folgen seines vierten Herzinfarktes in einem Krankenhaus in Wels (Oberösterreich). Seit 1970 kämpfte er gegen alles, was seiner Meinung nach unmoralisch und unchristlich war - wegen seines Einsatzes gegen vermeintliche Pornografie wurde er von den Medien als "Pornojäger" bezeichnet.
Humer verbrachte seine Zeit vor allem damit, Sexshops und Kioske anzuzeigen, die "pornografische" Werke verkauften. Er selbst kam dabei oft mit dem Gesetz in Konflikt: So beschädigte er wiederholt Kunstwerke, die seiner Meinung nach gegen die guten Sitten verstoßen. 2005 beschmierte er die Mozart-Figur von Markus Lüpertz in Salzburg - der Düsseldorfer Bildhauer hatte es gewagt, die Musik Mozarts als eine nackte weibliche Gestalt mit roten Lippen und einem weiß geschminkten Gesicht darzustellen. Humer hatte das Kunstwerk daraufhin mit Lack beschmiert und gefedert. Dafür erhielt er eine viermonatige Monate Bewährungsstrafe. Insgesamt schaffte er es auf rund zwei Dutzend Vorstrafen.
Sehnsucht nach Todesstrafe für Schwule
Auch sein Einsatz gegen Schwule und Lesben war berüchtigt. Auf seiner eigenen Website schrieb er: "Anmerkung zur Homosexualität: Genossen! Krankheiten gehören behandelt und nicht gefeiert!".
Er publizierte seine Texte auf der radikalkatholischen Seite kreuz.net - mit Überschriften wie "Der widernatürliche Gebrauch des Anus" oder "Mögen die Homosexuellen plärren, was sie wollen". In den Texten beschrieb er unter anderem den "perversen" schwulen Geschlechtsverkehr ("schmerzhafte Friktionsbewegungen im Mastdarm des sodomisierten Partners") und sehnte sich nach der guten alten Zeit zurück ("In den Zeiten der Bibel, haben die alten Juden kranke Fälle radikal 'behandelt' und Homosexuelle gleich umgebracht.") Im Artikel "Wie wird jemand homosexuell?" erklärte Humer, dass ein Jugendlicher heutzutage nur dann schwul wird, wenn er "von einem Homosexuellen verführt oder geschändet wird". (dk)














