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  • 03. August 2011 48 2 Min.

David Norris kämpfe in den 1980er Jahren für die Aufhebung des Homo-Verbots in Irland - seit 1987 ist er Senator

Senator David Norris hat sich aus dem Präsidentschaftswahlkampf in Irland zurückgezogen. Grund: Er hatte 1997 einen Freund unterstützt, der wegen Unzucht mit einem Minderjährigen verurteilt worden war.

Der parteilose Politiker galt lange als einer der Favoriten für die Wahl am 27. Oktober (queer.de berichtete). Am Dienstag erklärte er seinen Rücktritt und gab zu, "menschlich versagt" zu haben. Die persönlichen Angriffe auf ihn in den Boulevardmedien beschädigten die Würde des Präsidentenamtes.

Auslöser für den Rücktritt sind Blog-Berichte vom Wochenende, in denen aufgedeckt wurde, dass Norris 1997 als Senator einen Brief an israelische Behörden geschrieben hatte, in dem er um Milde für seinen früheren Lebenspartner Ezra Itzhak Nawi aus Palästina bat. Der Aktivist wurde in Israel wegen Geschlechtsverkehrs mit einem 15-jährigen palästinensischen Jungen verurteilt. Der heute 60-Jährige musste damals einen Monat im Gefängnis verbringen.

Norris bedauerte, um Milde für seinen Freund gebeten zu haben, aber kein Mitgefühl für das Opfer gezeigt zu haben: "Wenn ich das alles mit einem Abstand von fast 15 Jahren betrachte, erkenne ich, dass mein Handeln falsch war. Ich hatte damals Angst, dass sich Ezra das Leben nimmt."

Laut irischen Medienberichten wollte Norris bis Montagabend an seiner Präsidentschaftskandidatur festhalten. Zu diesem Zeitpunkt haben drei unabhängige Abgeordnete die Unterstützung für Norris zurückgezogen, was seine Chancen erheblich schmälerte. Es sei aber ein Erfolg gewesen, dass erstmals ein offen schwuler Mann als aussichtsreicher Kandidat für das irische Präsidentenamt angesehen wurde, so Norris in seiner kurzen Erklärung.

Bereits Ende Mai hat es Kontroversen um die Kandidatur von Norris gegeben, als Pädophilie-Zitate aus dem Jahr 2002 aufgetaucht waren. In einem akademischen Interview äußerte Norris damals Verständnis für die griechische Praxis der "Paiderastia" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 BurgerBerlin
  • 03.08.2011, 11:18hBerlin
  • Späte Einsicht aber noch rechtzeitig !
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 03.08.2011, 12:07h

  • Schade! Er hat zwar nicht selber diese Strafrat begangen, sondern nur einem Freund geholfen. Die Gefahr besteht, dass trotzdem leider viele Vorurteile gegenüber Schwulen bestätigt werden!

    Es gab berechtigte Hoffnungen für eine Öffnung der Ehe in Irland. Hoffen wir mal dass diese dumme Geschichte daran nichts ändert!
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#3 HinnerkAnonym
  • 03.08.2011, 12:39h
  • Sein Verhalten war nicht okay. Punkt.

    Dennoch ist das für mich kein Grund seine Kandidatur zurückzuziehen. Er hat es ja nicht selbst gemacht, sondern nur um Milde für seinen Exfreund gebeten.

    Da gibt es andere Politiker, die viel mehr Dreck am Stecken haben, das aber erfolgreich verheimlichen oder runterspielen und schlicht aussitzen.

    Wenn der deswegen nicht Präsident werden darf, müsste die katholische Kirche schon längst verboten sein. Die eine Hälfte hat bei den Katholen die Kinder missbraucht und die andere Hälfte hat sie jahrelang gedeckt. Aber im erzkatholischen Irland wird da wohl mit zweierlei Maß gemessen...
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