https://queer.de/?14746
- 03. August 2011 2 Min.

Der "Forest Bird" kann nun auch gleichgeschlechtliche Ehen im Reservat beobachten (Bild: Jan Tik / flickr / by 2.0)
Der Stamm der Suquamish-Indianer im US-Bundesstaat Washington erlauben gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung.
Das Stammesgesetz besagt seit Montag offiziell, dass eine Ehe auch aus zwei Personen des selben Geschlechts bestehen kann. Da die Suquamish-Indianer weitgehend Autonomie genießen, können sie die Definition der Ehe auch gegen den Willen des Bundesstaates ändern. Der Staat Washington bietet seit 2007 eingetragene Partnerschaften an, verbietet es Schwulen und Lesben aber zu heiraten.
Die Eheöffnung wurde bereits bei einem internen Treffen des Stammesrates im März beschlossen - auf Antrag einer 28-jährigen Lesbe: Stammesmitglied Heather Purser wohnt heute zwar in Seattle, ist aber im Reservat aufgewachsen. Als Grund für ihren Einsatz erklärte sie der "Seattle Times", dass sie sich bei ihrem Coming-out allein gefühlt habe. Sie wolle daher anderen jungen schwulen und lesbischen Indianern diesen Schmerz ersparen. "Wenn meine Leute die schwul-lesbische Hochzeit erlauben, wird auch mein Schmerz vergehen", erklärte sie gegenüber der "Seattle Times".
Purser sagte, es sei einfach gewesen, denn Stammesrat zu überzeugen: sie habe dort ihre Geschichte erzählt und das Thema gleichgeschlechtliche Ehe gleich zur Abstimmung gestellt - ihren Angaben zufolge fiel das Ergebnis zu ihrer Überraschung einstimmig aus. Im Juni kam es dann zu einer öffentlichen Anhörung, bei der es ebenfalls keinen Widerstand gegen die Ehe-Öffnung gab. "Die Akzeptanz liegt an den moralischen Werten, die uns als Stamm wichtig sind - ganz oben steht Nichtdiskriminierung."
DOMA verhindert Anerkennung durch Washington
Auch wenn Schwule und Lesben im Reservat heiraten dürfen, erhalten sie nur sehr wenige Rechte. Zwar muss Washington die Gesetze im Reservat anerkennen, das 1996 eingeführte "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) verbietet es Washington aber, gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen. Das betrifft sowohl Eheschließungen in Bundesstaaten wie Massachusetts oder New York als auch Hochzeiten in Indianerreservaten. Die Demokraten und Präsident Barack Obama setzen sich jedoch derzeit für die Abschaffung des Gesetzes ein. Außerdem hat ein Bundesgericht entschieden, dass es gegen die US-Verfassung verstößt, allerdings muss noch der Supreme Court urteilen (queer.de berichtete).
Vor den Suquamish haben bereits die Coquille-Indianern aus Oregon Schwule und Lesben 2008 im Eherecht gleichgestellt (queer.de berichtete).
Der Suquamish-Stamm besteht aus 1.050 Mitgliedern. Wie in den meisten Indianerreservaten kämpfen die Suquamish gegen wirtschaftliche Probleme. Die Arbeitslosigkeit liegt im Reservat bei rund 30 Prozent. Haupteinnahmequelle der Indianer ist ein Casino. (dk)
Links zum Thema:
» The Suquamish Tribe













