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- 11. August 2011 3 Min.

Abgesagt: In Zürich ist Bounty Killer nicht "in town"
Der Auftritt von Bounty Killer in Zürich wurde abgesagt, weil der Dancehall-Sänger in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufgerufen hat - in Berlin soll er nächste Woche aber ein Konzert geben.
Der Geschäftsführer des "Clubs Zürich" erklärte nach Angaben der "Neuen Zürcher Zeitung", er habe bei der Buchung des jamaikanischen Künstlers nicht gewusst, dass dieser Minderheiten diskriminiere. Eine solche Haltung werde er nicht dulden und lud den 39-Jährigen deshalb aus. Der Auftritt hätte am 20. August stattfinden sollen.
Im Gegensatz dazu halten die Veranstalter in Berlin am Auftritt von Bounty Killer fest. Zwar wurde das Konzert vom Club ADS (Maria am Ostbahnhof) in den kleineren Calabash-Club in Berlin-Mitte verlegt. Die Veranstalter begründen das mit der "Drucksituation", die von außen aufgebaut worden sei. So hat der Lesben- und Schwulenverband ein Auftrittsverbot gefordert. Außerdem hat der Berliner Staatsschutz den Betreibern des Calabash-Clubs eine "Unvereinbarkeitserklärung hinsichtlich strafrechtlich relevanter Texte" zur Unterschrift vorgelegt.
Die Veranstalter beklagten die angebliche Doppelmoral der Kritiker von Bounty Killer: "Gewaltverherrlichung in der Musik ist ein viel verbreitetes Phänomen, ob nun in Heavy Metal, Rap, Dancehall, HipHop oder anderen Musikstilen", erklärten die Veranstalter, ohne Beispiele zu nennen. Die Musik sei im "jeweiligen geographischen, soziokulturell-wirtschaftlichen und moralischen Zusammenhang zu kontextualisieren". So seien die Homophobie von Bounty Killer und anderen Künstlern "nicht einfach ein Moment der jamaikanischen Pop-Musik, sondern der jamaikanischen Gesellschaft überhaupt."
LSVD: Bounty Killer und Co. machen das Leben von Schwulen zur Hölle
Der LSVD verweist jedoch darauf, dass die Hassmusik in Jamaika zu Hetzjagden auf Schwule geführt habe: "Es kann nicht angehen, dass auf hiesigen Bühnen von denselben Leuten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Von Dancehall-Bühnen herab sorgen Interpreten wie Bounty Killer dafür, dass Konzertbesucher immer wieder (vermeintlich) schwule Männer durch die Straßen jagen und erschlagen." Auch die jamaikanische Homo-Gruppe J-FLAG macht diese Texte für eine Verschärfung des Klimas gegen Homosexuelle auf der Karibik-Insel verantwortlich.
Bounty Killer ruft in mehreren Liedern zur Gewalt gegen Schwule auf. In einem Song heißt es: "Wir entfachen ein Feuer für euch stinkende Schwuchteln und Parasiten. Jamaika wird niemals zulassen, dass ihr unser Paradies beschmutzt". Wegen dieser Gewalfantasien wurden mehrere CDs des Interpreten von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.
2008 führte der geplante Auftritt von Bounty Killer auch zu einer Reaktion der Bundesregierung: Sie versuchte zunächst ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum auszusprechen, konnte dies aber nicht durchsetzen.
In zwei Wochen soll ein weiterer jamaikanischer Sänger in Deutschland auftreten, der mit Liedern Geld verdient, in denen er zum Mord an Schwulen aufruft. Der Auftritt von Capleton beim Chiemsee Reggae Summer ist für den 26. August geplant (queer.de berichtete). Der 43-Jährige hatte zwar 2007 den Reggae Compassionate Act und versprochen, keine homophoben Lieder mehr zu singen. Allerdings hat er in Jamaika weiter seine alten Songs verbreitet, die auch auf Youtube abzurufen sind. (dk)















Nur in Deutschland sehen Politik, Justiz und geldgeile Veranstalter das anders.
Ginge es in den Liedern nicht um Mord an Schwulen, sondern an Farbigen, Juden, etc. wäre das schon längst (und zu recht) verboten. Nur bei Schwulen gelten scheinbar andere Regeln.