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- 20. August 2011 3 Min.

Sie richtigen Knöpfe drücken, um mehr Mojo zu bekommen... (Bild: crazytales562 / flickr / by 2.0)
Wie viel Sex braucht eine Beziehung, und ist es schlimm, wenn die Lust nachlässt? "Happy Together", der Beziehungsratgeber von queer.de.
Von Carsten Weidemann
"Boah, zehn Jahre seit ihr schon zusammen?" Schwule und lesbische Paare, die nach der Dauer ihrer Beziehung gefragt werden, ernten respektvolle Blicke, sobald die Jahreszahl die "Fünf" überschritten hat. Langjährige Beziehungen gelten immer noch als die besondere Ausnahme in der Szene, mangels Statistiken lässt sich leider nicht sagen, ob dieser subjektive Eindruck mit der Realität übereinstimmt. Ganz Neugierige fragen das scheinbar durch nichts zu trennende Paar dann auch, ob denn das Sexleben noch frisch und fröhlich sei. Lautet die Antwort: "Na klar!", gibt es nochmal ungläubiges Staunen. Die Alltagserfahrung ist auch hier: Im Laufe der Zeit verliert der Reifen namens Lust ordentlich an Luft.
Warum ist das eigentlich so? Was bringt Paare dazu, diesen Teil der Beziehung, der sie womöglich zunächst sogar zusammengeführt hat, aus dem Fokus zu nehmen? Ist es etwas schicksalhaftes, was halt bei Paaren so passiert, oder muss und soll man etwas dagegen unternehmen?
Langeweile ist ein echter Lustkiller
Je mehr Nächte man das Bett miteinander teilt, desto besser lernt man den anderen kennen. Seine Macken, und Launen, seine Stärken und seine erogenen Zonen. Die Körper werden sich immer vertrauter und wissen, was zu tun ist, um den gewünschten "Effekt" zu erreichen. Aus der Vertrautheit kann schnell eine Befriedigungs-Routine werden. Der Sex wird als nicht mehr so intensiv, die Intimität nicht mehr so stark erlebt. Irgendwann gesellt sich die Langeweile mit in die Laken und die ist ein echter Lustkiller.
Der Feind der Langeweile ist die Abwechslung. Macht sie euch zum Freund, ohne sich dabei zu überfordern. Holt euch statt der Routine einen stattliche dritte Person ins Bett, oder verlasst das Schlafzimmer und treibt es auf dem Küchenboden. Wer eher auf Vanillasex steht, muss sich nun nicht sofort fesseln und stundenlang durchpeitschen lassen, aber es gibt garantiert noch ein paar Geschmacksrichtungen dazwischen, die euch schmecken werden.
Sexualität ist nicht statisch, Qualität statt Quantität
Sexualität ist zudem nichts statisches, sie entwickelt sich weiter, je mehr Erfahrung man sammelt. Es kann passieren, dass sich die sexuellen Wünsche auseinander entwickeln, und der eine dem anderen bei seinen neu entdeckten Trieben nicht mehr folgen mag, weil es ihn schlicht nicht anmacht. Das ist nichts Schlimmes, das geschieht in anderen Feldern des Lebens ebenfalls. Wer sich und dem anderen zugesteht, sich neu zu erfahren, festigt letztlich die Beziehung. Vorausgesetzt, es wird kein reiner Egotrip daraus, bei dem sich der andere permanent vernachlässigt fühlt.
Wer jünger oder wer frisch verliebt ist, der wird womöglich keine Gelegenheit auslassen, sich und dem anderen die Kleider vom Leib zu reißen. Wer erfahrener und vertrauter mit einem Menschen geworden ist, der hat in der Regel ein anderes Interesse: Statt der Quantität der Lust die Qualität der Erotik und der Sexualität zu steigern. Wer Routinen durchbrechen, störende Faktoren in der Beziehung erkennen und verändern kann und ansonsten jeden Leistungsdruck aus dem Sex nimmt, der wird nicht nur ein Stück weit die Lust an der Lust mit seinem langjährigen Partner behalten können. Er bleibt dem/der Geliebten dadurch ganz nah.














