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- 23. August 2011 2 Min.

Szene aus dem Spielfilm "Einsam, zweisam, dreisam" mit Lara Flynn Boyle, Josh Charles und Stephen Baldwin
Viele Schwule - und auch einige Wissenschaftler - halten Bisexualität für einen Mythos: Jetzt zeigen zwei US-Studien, dass es die Lust nach beiden Geschlechtern unter Männern gibt.
In einer Studie der Northwestern University in Illinois wurden 100 Männern - zu je einem Drittel Schwule, Hetero- und Bisexuelle - pornografische Filme gezeigt und dabei mit einem Messgerät die Reaktion des Geschlechtsorgans gemessen, berichtet die "New York Times". Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Bisexuellen sowohl von Frauen als auch von Männern erregt wurden - sowohl die Eigeneinschätzung als auch die Messung des Geschlechtsorgans deuten darauf hin. Die Ergebnisse werden im Fachmagazin "Biological Psychology" veröffentlicht.
Zuvor ist bereits eine ähnliche Untersuchung der Indiana State University und des Kinsey Institutes zum gleichen Ergebnis gekommen. Hier wurden 59 Teilnehmer mit Erotikfilmen erregt, unter ihnen 13 Bisexuelle. Die Studie wurde unlängst im Magazin "Archives of Sexual Behavior" publik gemacht.
Studie aus dem Jahr 2005 zweifelt an Existenz von Bisexualität
Die Untersuchungen widersprechen damit einer umstrittenen Studie aus dem Jahr 2005, an der ebenfalls Forscher der Northwestern University beteiligt waren (queer.de berichtete). Auch sie zeigten Bisexuellen damals pornografische Filme und maßen ihre Reaktionen - selbsterklärte Bisexuelle reagierten damals aber vor allem auf männliche Reize. Die Ergebnisse befeuerten das Klischee, dass Bisexualität nur ein Zwischenschritt im Coming-out eines Schwulen ist.
Die unterschiedlichen Ergebnisse führen die Forscher auf die unterschiedlichen Aufnahmekriterien für Probanden zurück. 2005 suchten die Forscher etwa ihre Teilnehmer in Schwulenmagazinen. Jetzt rekrutierte die Northwestern University die meisten Bisexuellen über Internet-Datingseiten, die speziell für Bisexuelle konstruiert wurden. Außerdem mussten die bisexuellen Probanden mit mindestens zwei Männern und zwei Frauen Sex gehabt haben und mit mindestens einer Frau und einem Mann eine Beziehung geführt haben, die länger als zwölf Wochen gedauert hat. Allerdings seien weitere Untersuchungen notwendig, da die Zahl der Probanden in den Untersuchungen zu niedrig für generelle Aussagen gewesen sei.
Für Bi-Aktivisten sind die neuen Studien dennoch ein großer Erfolg: "Sie beweisen, was wir in unserer Community schon längst wissen. Es ist beleidigend, dass immer noch Leute daran zweifeln", erklärte Jim Larsen vom Bisexual Organizing Project, das die Studie der Northwestern University mitfinanzierte. (dk)















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