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- 25. August 2011 3 Min.

Rick Perry will der neue George W. Bush werden
Der texanische Gouverneur Rick Perry wird voraussichtlich der republikanische Herausforderer von Barack Obama - in einem Buch aus dem Jahr 2008 warnt er vor der "radikalen homosexuellen Bewegung".
Vor zwei Wochen meldete der 61-Jährige seine Teilnahme an den Vorwahlen der Republikaner an - und steht seither unter größerer Beobachtung. Das Magazin "Time" veröffentlichte nun eine bislang wenig beachtete Passage aus seinen Buch "On My Honor", in der er Schwule und Lesben mit Alkoholikern vergleicht und vor zu viel Toleranz warnt: "Auch wenn ein Alkoholiker keine Macht mehr hat, sobald der Alkohol in seinen Körper gelangt ist, trifft er zunächst die Entscheidung, etwas zu trinken. Wenn jemand ein Mitglied des gleichen Geschlechts attraktiv findet, trifft er oder sie immer noch die Entscheidung, sexuelle Aktivitäten zuzulassen." Perry empfiehlt in beiden Fällen die Abstinenz.
Der Politiker mit einem Universitätsabschluss in Tierwissenschaften befürwortet zwar eine "liebevolle, tolerante Sichtweise" von Homosexuellen, warnt aber gleichzeitig vor ihnen: "Toleranz sollte nicht nur von Anhängern traditioneller Werte verlangt werden. Die radikale homosexuelle Bewegung will die gesellschaftliche Normalisierung ihrer sexuellen Aktivitäten erreichen. Ich respektiere deren Rechte, sich frei für ein Verhalten zu entscheiden, aber sie müssen die Rechte von Millionen von Menschen respektieren, die deren Verhalten nicht normalisiert wissen wollen."
Der Texaner ist Anhänger des Homo-Verbots
Perry hat Texas im Jahr 2000 von George W. Bush übernommen, nachdem dieser zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt worden ist. Er hat sich während seiner Amtszeit nie als Unterstützer von Homo-Rechten geoutet. Bis 2003 galt in dem konservativen Bundesstaat sogar ein Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex ("homosexual conduct"). Als der Oberste Gerichtshof in Washington derartige Gesetze kippte, war Perry außer sich: Er bezeichnete das "Sodomy Law" als "vollkommen angemessen" und weigerte sich, es abzuschaffen. Heute ist Texas einer von drei Staaten, der nach wie vor das Homo-Verbot im Gesetzestext fixiert hat - es darf nur nicht mehr angewendet werden, weil es gegen Bundesrecht verstößt.
2005 wurden auf Perrys Betreiben sowohl gleichgeschlechtliche Ehen als auch eingetragene Partnerschaften verboten (queer.de berichtete). Schwulen und Lesben, die heiraten wollen, empfahl Perry, in einen anderen Bundesstaat auszuwandern. Der evangelikale Christ vertraut wie sein Vorgänger George W. Bush insbesondere auf christlich-konservative Wählerschichten. Erst Anfang des Monats sorgte er mit seinem "National Prayer Day" für Aufregung, als er vor 30.000 Menschen in einem Football-Stadion in Houston für eine bessere Wirtschaft betete.
Als Gefahr für seine Kampagne wird das Gerücht angesehen, dass Perry selbst homosexuell sein könnte - sein Sprecher bezeichnete diese Meldungen als "Schmutzkampagne" (queer.de berichtete). Zuletzt erntete er Kritik von evangelikaler Seite, weil er in den 90er Jahren Anteile des Videoverleihers "Movie Gallery" gekauft hatte, der auch Porno-Filme im Angebot hatte.
Unter den drei führenden republikanischen Kandidaten ist die Ablehnung von Homo-Rechten Konsens. Laut dem Buchmacher "Paddypower" ist Perry Favorit mit einer Quote von 1:2,20. Er wird gefolgt von Mitt Romney (1:3) und Michele Bachmann (1:7,5). Romney machte als Gouverneur von Massachusetts von sich reden, als er 2003 erfolglos versuchte, die gerichtlich angeordnete Öffnung der Ehe im Bundesstaat zu verhindern. Später wandte er etwa ein knapp 100 Jahre altes Gesetz gegen Schwule und Lesben an, das ursprünglich als Schutz gegen interrassische Hochzeiten konzipiert worden war (queer.de berichtete). Als homophobste Kandidatin gilt jedoch Tea-Party-Vertreterin Michele Bachmann, die Homosexualität als "Teil Satans" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)














Strahlemann steht (jetzt) in der Öffentlichkeit und muss sich gefallen lassen, dass die "volksverhetzenden" Aussagen seinem eigenen Handeln gegenüber gestellt werden.
Meine These, seit langem:
Schaut sie euch genau an, diese Typen, die sich auffallend homophob in der Öffentlichkeit verhalten. Dahinter steckt sehr oft der Versuch, durch besonders schrille schwulenfeindliche Töne von der eigenen (verheimlichten und nicht wirklich eingestandenen) Homosexualität abzulenken.
Die schlimmsten Feinde der Schwulen sind die verklemmt Schwulen, die unter Schuldgefühlen leiden. Für sie ist jeder offen Schwule die Verkörperung dessen, was sie sich nicht trauen zu sein und damit eine Gefahr dafür das eigene Lügengebilde in sich zusammen fallen zu lassen.
Nur Schwache fürchten (sexuelle) Vielfalt!