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Kommentare zu:
Darf der neue Apple-Chef in den Medien schwul sein?


#1 dobrapivo
  • 30.08.2011, 13:33h
  • Weia, ich weiß ja was jetzt kommt: Natürlich muss der Cook seine Sexualität öffentlich machen. Ansonsten beugt er sich dem Druck der heteronormativen Öffentlichkeit und suggeriert jungen Menschen (grade junge Migranten innerhalb der Landjugend!) dass es ok ist sich zu verstecken und verleugnen. Nur bei Philip Lahm ist andersrum. Wenn der seine Sexualität laut nach draußen trägt ist er ein sexualrassistischer Hetero Prolet, der jungen Menschen suggeriert, dass es nicht ok ist schwul zu sein (und dies ganz besondere innerhalb der Landbevölkerung!)

    Homos sind eben genau so doof Heteros. In einer schöneren Welt dürften Cook und Lahm alles das erzählen was sie wollten. Und was sie nicht wollen eben nicht. Wäre das progressiv!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.08.2011, 13:34h
  • Als Steve Jobs seinen Rücktritt als Chef von Apple bekanntgab, kullerten bei den Mitarbeitern einige Tränen und Pessimisten sagten dem Unternehmen daraufhin einen leisen Abstieg voraus. Es wird aber nicht dazu kommen!

    Jedenfalls tritt Tim Cook ein schweres Erbe an. Es wäre für Steve Jobs sinnvoller, sich vollständig aus dem Unternehmen zurückzuziehen, denn leider ist sein gesundheitlicher Zustand nicht der Allerbeste und ich bin ziemlich erschrocken, als ich das letzte Foto von ihm sah. Er war durch den Krebs ziemlich abgemagert und ich wünsche ihm, daß er trotzdem noch ein paar Jahre lebt!
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#3 dummfugAnonym
  • 30.08.2011, 14:13h
  • Die Debatte ist finde ich vom Ansatz her falsch. Die erste Frage müsste lauten: Darf eine Person wünschen, das nicht über sein Privatleben gesprochen wird. Je öffentlicher eine Person auftritt, desto begehrlicher kann dies werden, aber einen Wunsch auf Privatsphäre sollte man respektieren. Tritt jemand aber sozusagen als „Vorbildfunktion“ auf und agiert nicht nur geschäftlich, dann erst kommt die nächste Frage auf den Tisch.

    Und die lautet dann: Wenn jemand auch sein Privatleben in die Öffentlichkeit trägt, darf man dann etwas ausklammern? Seinen Hang zum Briefmarken sammeln, seine Kochkünste oder sein Sexualleben; sein politisches Engagement, seine Tierliebe oder sein bevorzugter Musikstil? Und da ist für mich klar, ein Mensch ist die Summe seiner Facetten, seiner Gesamtheit. Und da ist seine sexuelle Orientierung ein Teil, den man nicht überbewerten und auch nicht unterbewerten sollte. Das gehört dann einfach dazu. Und ihn als Junggesellen zu bezeichnen, ist meines Erachtens eine Lüge, schließlich benutzt man diese Bezeichnung nur, wenn man keine Beziehung führt.

    Wenn er sich offen als Radfahrer präsentiert, als jemand, der gern wandert und Sport treibt, darf er auch sagen, dass er schwul ist.
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#4 ZXBAnonym
  • 30.08.2011, 15:16h
  • Antwort auf #1 von dobrapivo
  • Was du betreibst ist klassische Umkehr der Tatsachen.
    In Institutionen in denen Homosexualität ein Tabuthema darstellt, wie der Fussball und wie in der (katholischen) Kirche gibt es natürlich viele Gerüchte. Daran sind aber nicht die bösen Schwulen Schuld sondern die sich in den Institutionen befindlichen Leute mit ihrem verkrampften Umgang mit dem Thema ( Ich beziehe mich gar nicht mal auf Lahm).
    Generell ist es immer noch so das man von Geburt an als pauschal heterosexuell wahrgenommen wird. Wer es nicht ist, muss das Gegenteil beweisen. Spätestens wenn der nächste Reporter einen neuen Star/ Promi fragt ob dieser derzeit eine Freundin hat und der Promi würde antworten nein, aber ich habe einen festen Freund, würde in der Zeitung stehen xy ist schwul und nicht nur das er einen Freund oder Lebensgefährten hat. Das ist immer noch Realität.

    Wenn Heterosexuelle dargestellt werden geht es um alle Bandbreiten, soundso ist verheiratet, hat eine Freundin, Affäre, Urlaubsflirt, blabla.
    Bei Schwulen Promis reicht das Schwulsein an sich um deswegen in die Zeitung zu kommen. Alles weitere wird von den Medien noch sehr oft als Tabu behandelt und nicht so offen behandelt oder so sehr zum Thema gemacht wie bei Heteros.

    "beugt er sich dem Druck der heteronormativen Öffentlichkeit und suggeriert jungen Menschen (grade junge Migranten innerhalb der Landjugend!) dass es ok ist sich zu verstecken und verleugnen"

    Deine Ironie in Ehren, aber dazu das es umgekehrt leider eine Tatsache ist zeigt sich an allen Ecken und Kanten unserer medialen Gesellschaft.
    Ein aktuelles Beispiel:
    In einem schwul-lesbischen Magazin wie Queer.de gibt es als TV Tipp und dazu noch als Tageshighlight- Tipp den für heterosexuelle Männer ( und nicht für lesbische Frauen) gemachten "Schulmädchenreport".
    Wo bitte gibt es in allgemeinen Medien vergelichbares mit Männern?
    Würde beispielsweise die Bild auf ihrer Coverseite als Tageshighlight- Tipp einen Film empfehlen in dem es um einen schwulen Lehrer geht der seinen Schüler in sexuelle Sachen einweiht und würde die Bild dazu ein Foto nehmen auf dem der Schüler nackt in den Armen des Lehrers liegt?
    Niemals.
    Es findet ein immer agressiver werdender Drang zur Heteronorm statt.
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 30.08.2011, 15:35h
  • Ob es in jedem Artikel der allgemeinen Medien drinstehen muß, ist eine schwierige Frage. Aber ich denke doch...

    Klar ist aber, das es auf jeden Fall in LGBT Medien drin sein muß. In Medien wie Queer, Advocate, Out!, Tetu, Hinnerk, Siegessäule, usw. informieren sich insbesondere homosexuelle Menschen und vor allem viele jüngere homosexuelle Menschen.

    Es ist für jüngere homosexuelle Menschen wichtig im Alltag zu erfahren, das in der Privatwirtschaft beruflich sehr erfolgreiche Menschen homosexuell sind ("und nicht nur Modedesigner, Musiker oder Schauspieler").

    Es ist eine wichtige Stütze im Coming Out, wenn sich der junge schwule Sohn gegen seinen eventuell homophoben Vater wehren muß und er ihm entgegnen kann, dass Personen wie der Apple-Chef, der Bürgermeister von Berlin oder die Regierungschefin von Island homosexuell sind.

    Daher ob es in jedem Artikel bei Personen der Privatwirtschaft bei Spiegel, FAZ, usw. drin sein muß, ist eine schwierige Frage, aber in Artikeln von LGBT Medien gehören diese wichtigen Informationen auf jeden Fall erwähnt.

    Autoren in LGBT-Medien haben da eine andere Verpflichtung und sollten sich zurückerinnern, wie schwierig die ComingOut Phase in jungen Jahren ist. Diese Informationen sind daher wichtig, um jungen homosexuellen Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu helfen.
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#6 JDAnonym
  • 30.08.2011, 15:39h
  • Entschuldigung, ist es wirklich wichtig, ob er nun schwul ist oder nicht? Ich wusste es bisher nicht, und - wenn ich ehrlich bin - interessiert es mich auch nicht besonders. Ich kaufe Apple Produkte, weil ich sie mag, und nicht, weil der Apple Chef schwul ist. Es hat die Leute doch einen scheiß anzugehen, mit wem Tim Cook das Bett teilt... oder eben auch nicht. Mehr ist das doch gar nicht. Warum denken so viele immer, dass jeder Schwule sich um Himmels Willen outen muss, um ja als positives Beispiel herangezogen zu werden? Ich meine, mir ist es vielleicht egal, ob irgendwer weiß, dass ich schwul bin. Aber das geht nicht jedem so. Und was soll das schon heißen, "dass auch Schwule es nach oben schaffen können"? Schwule Männer sind Bürgermeister, Schauspieler, Außenminister, Künstler, Handwerker, Lehrer, beamte, was auch immer. Sie sind es immer gewesen und werden es immer sein, out oder nicht. Wenn sich mehr bekannte oder erfolgreiche Schwule outen, wird das am öffentlichen Bild sicher nichts ändern, warum auch? Lasst die Leute in Ruhe ihre Arbeit machen, das ist doch viel wichtiger.
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#7 grando purnikoAnonym
  • 30.08.2011, 15:39h
  • "Cook könne als Vorbild agieren, weil er ein "extrem intelligenter und nicht weiblich agierender Mann, der zeigt, dass Schwulsein kein Hindernis auf dem Weg nach Oben" sei."

    Das klingt als könne ein Schwuler nur ein Vorbild sein, wenn er sich verhält/aussieht wie ein Klischee-Hetero, was ich sehr problematisch finde. Das mit dem Drang zur Heteronorm kann ich nur bestätigen, man denke mal an die Bemühungen um die Homo-Ehe.
    Queer sollte für etwas andres stehen, als den Wunsch weiße Heteros nachzuäffen. Warum diese Seite hier queer.de heißt, ist mir auch nicht ganz verständlich, da sie sich ja doch nur an eine bestimmte schwule Klientel richtet...
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#8 FloAnonym
  • 30.08.2011, 15:44h
  • Seine Homosexualität sollte weder etwas sein, dass man extra erwähnen muss, noch etwas, was verschwiegen werden muss, wenn zufällig die Sprache drauf kommt!!

    Aber eines sollte man auf keinen Fall:
    wenn er in einer Beziehung zu einem Mann lebt von einem Junggesellen schreiben. Denn Junggeselle assoziiert die Vorstellung eines Heteros, der einfach nur keine Frau hat.

    Fazit:
    Wenn es sich so ergibt, muss das nicht verschwiegen werden, aber es muss jetzt auch nicht in jedem Artikel über Apple geschrieben werden.
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#9 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 30.08.2011, 15:54h
  • Ich fand das auch ganz schrecklich, wie die Gattinnen von Bill Gates und zB unserem von und zu Copy-Paste von der Boulevard-Presse in die Oeffentlichkeit gezerrt wurden, nur um die armen Männer als heterosexuell zu diffamieren.

    PFUI!!!!!!!!!

    (PS: Dennis, gehts dir gut? Quellenangabe und dann gleich auch noch Hot-Links gibts hier doch sonst auch nicht.)
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#10 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 30.08.2011, 16:11h
  • Antwort auf #8 von Flo
  • Naja, Apple ist aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt und ein Wechsel an der Führungsspitze hätte bei jedem Hetero Home-Stories in der Vanity oder sonstwo "so ergeben". Von wegen "Die Frau an seiner Seite". Und das so sicher wie das Amen in der Kirche.
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#11 FloAnonym
  • 30.08.2011, 16:36h
  • Antwort auf #10 von Mullah v. d. Alm
  • Ja klar ist das etwas, was man nicht verschweigen muss.

    Aber man muss es auch nicht jedes Mal nennen, sobald sein Name genannt wird. So, als sei das ein Stigma, vor dem man jedes mal warnen muss.

    Dennoch sollte es halt auch nicht verschwiegen werden.

    Ich sage bei mir selbst immer so:
    ich hänge mir kein Schild um und stelle mich auch nicht vor "Hallo ich bin Flo und ich bin schwul". (So stellen sich Heteros ja auch nicht vor.) Aber ich mache auch keinen Hehl daraus und rede z.B. wie selbstverständlich von meinem Freund, wenn das Thema auf Partner kommt. Und gehe auch mit meinem Freund Hand in Hand durch die Stadt, weil Heteros das eben auch machen.

    So finde ich es am sinnvollsten:
    nicht verschweigen, aber auch nicht hochstilisieren, so als sei das was schlimmes.

    Und genau so würde ich es mir auch für Tim Cook und jeden anderen Schwulen / Lesbe aus Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und Medien wünschen...
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#12 jojoAnonym
  • 30.08.2011, 16:36h
  • "darf" darüber berichtet werden, dass politiker A sich wieder scheiden lässt? ist es "wichtig", ob konzernchefin B gern apfelstrudel isst? "sollen" die medien darüber schreiben, dass sich präsidentschaftkandidat C beim fahrradfahren ein bein gebrochen hat? ist es nicht "rein privat", dass minister D eine tochter aus erster ehe in die neue beziehung bringt?

    was ist das denn bitte für eine verkorkste debatte?

    diesen ganzen quatsch wollen anscheinend manche leute wissen. und es ist okay, dass die medien dem nachkommen, sofern die promis selbst dem zustimmen. nur sobald es um schwules geht, legen alle plötzlich sooo viel wert auf diskretion - man will ja niemals in das privatleben eines menschen eindringen, das wäre ja sooo unhöflich.

    solange diese deppen eine mir nicht bekannte heterosexuelle kleinfamilie auf meine klopapierverpackung drucken zu müssen meinen und ganze konzerne von der vermarktung des privatlebens anderer menschen leben, ist es doch wohl eine scherzfrage, ob man erwähnen "darf", dass ein prominenter mensch schwul ist.
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#13 userer
#14 WalterAnonym
  • 30.08.2011, 17:26h
  • Ich verstehe nicht, dass die, ach so alternative, schwule Community so einen Wirbel um irgendeinen potentiell schwulen Manager macht.
    Wieso sollte oder müsste der den ein Vorbild sein, das kann doch auch jeder schwule Arbeiter genau so gut. Warum müssen wir als schwule diesen Kult um beruflichen Erfolg, der nichts mit dem Menschsein an sich zu tun hat, mitmachen.
    Lasst die Manager doch im Bett treiben was sie wollen.
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#15 daVinci6667
  • 30.08.2011, 17:50h

  • "Die Sexualität zu ignorieren sei dagegen ein Relikt aus alten Zeiten, in denen die gesellschaftliche Homophobie ein Coming-out unmöglich machte."

    Da stimme ich zu! In LGBT- Medien wird das zum Glück thematisiert, aber das reicht nicht. Es ist enorm wichtig, dass schwule Jugendliche, die eben vor ihrem Coming-out noch keine GLBT-Medien lesen erfahren, dass eine andere sexuelle Orientierung heutzutage keine beruflichen Türen mehr verschliesst. (von einer ohnehin dummen kath. Laufbahn einmal abgesehen)

    Solange also der neue Apple-Chef nicht ausdrücklich seine Homosexualität verheimlichen will. muss sie Thema sein! Schließlich wird der Leser ja auch ungefragt jeden Tag mit dem Hetero-Privatleben von Priminenten beglückt, dann darf da 10% schwul-lesbisches Privatleben auch nicht fehlen!
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#16 KlartextAnonym
  • 30.08.2011, 18:22h
  • meine Berufskollegen sind einfach nur peinlich, weil, wenn das schon in der Hitliste stand, dann ist es ja wohl eine bekannte Sache

    ich finde eher das Wort bekennend blöd, ich bin nicht bekennend, wo soll die Sekte sein?, sondern einfach schwul
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#17 alexander
  • 30.08.2011, 19:08h
  • Antwort auf #10 von Mullah v. d. Alm
  • wie hat er das nur ohne "frau an seiner seite geschafft" ???
    ich meine die spezies, die dem mann den rücken stärkt und freihält, ihm alles andere abnimmt und ihn für die karriere motiviert und ihn natürlich auch noch glücklich macht ? (in jeder beziehung?)

    das wird von den medien immer so gerne bei "den glücklichen, christlichen familien" hervorgehoben und der betroffene sagt spätestens zu seinem jubiläum : "ohne meine frau hätte ich das nie geschafft !"

    will mal ernsthaft fragen, wie hat es dieser"schwule" mann soweit gebracht ? das wäre nun wirklich interessant ! wir brauchen schwule leitbilder, die aufzeigen, wie man(n) es schafft, trotz der bekannten probleme "völlig normal" seinen weg zu machen ???
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#18 eMANcipation*Anonym
#19 seb1983
#20 udo walzAnonym
#21 BurgerBerlinProfil
#22 eMANcipation*Anonym
  • 30.08.2011, 22:27h
  • Antwort auf #1 von dobrapivo
  • Du liest anscheinend nur das, was dir gefällt.

    Laut Lahm sollen und dürfen Schwule GERADE NICHT als sie selbst in Erscheinung treten, sondern sich weiterhin in sexueller Apartheid üben, weil alles andere ja böse ausgehen könnte.

    Es wäre exakt dasselbe, wenn überaus wohlmeinende Weiße Menschen nichtweißer Hautfarbe sagen würden, sie sollten besser nicht am öffentlichen Leben teilnehmen, schon gar nicht für öffentliche Ämter kandidieren, weil das ja angesicht der vielen Rassisten und Neonazis da draußen ganz böse ausgehen könnte.

    Begreift endlich, dass wir es hier mit ein und derselben Stufe der Herabwürdigung und der Menschenfeindlichkeit zu tun haben und ein für alle Mal einfordern müssen, dass dies gesellschaftlich, politisch, rechtlich auch exakt so behandelt wird!

    Zudem gilt: Wer sich ernsthaft für das Wohlergehen seiner schwulen Profi-Kollegen interessiert - und jenseits geheuchelter Betroffenheit für das, was im Profi-Fußball in den letzten Jahren so alles abgelaufen ist, bis hin zu einem tatsächlichen Suizid - würde zumindest für einen Moment in Erwägung ziehen, dass das perverse Versteckspiel zur Aufrechterhaltung des herrschenden Sexualrassismus mindestens ebenso dazu angetan ist, Menschen in schwerste Depressionen zu treiben.

    Von der verheerenden Wirkung solcher Aussagen auf Millionen von Jungs und jungen Männern ganz zu schweigen.

    Wir können da weiterhin die Augen vor der Realität verschließen oder widerliche sexuelle Apartheid und den skandalösen Aufruf zu ihrer Fortsetzung und Zementierung endlich als solche benennen.
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#23 IAnonym
#24 dobrapivo
  • 31.08.2011, 00:28h
  • Antwort auf #22 von eMANcipation*
  • Apartheid, Sexualrassismus... Mal bitte eine Nummer kleiner! Es nicht alles gut, aber düstere Zeiten die dieses Label verdienen würden liegen lange hinter uns. Im Prinzip eine Verharmlosung von Apartheid und Rassismus was du hier betreibst.
    Wenn ein Manager oder Fussballer meint er könne sich nicht outen, oder einer sagt ein Schwuler solle sich nicht outen, dann ist das doch in erster Linie seine Prognose darüber wie ein solches Outing ausgehen würde. Woher nimmst du die Wertung? Wenn er davon überzeugt ist, soll er seine Wahrnehmung unterdrücken, bloß weil sie nicht oprtun ist? Das kann doch nicht der Umkehrschluss sein. Ja, ich habe mir in meiner Jugend auch Rollenmodelle gewünscht, die abseits des Klischees stehen. Das hätte mir vielleicht sehr geholfen. Aber was maßt ihr euch an diese Aufgabe mit Krampf jemand aufdrücken zu wollen, der dafür gar nicht bereit ist!

    Und was "Apartheid als solche benennen" angeht: Es ist nichts solches. Apartheid und Rassismus in diesem Zusammenhang sind bloße Kampfbegriffe, die total daneben sind. Deswegen nennt es bei dem Namen den es hat: Homophobie. Mit den Worthülsen und politischen Kampfbegriffen macht man sich schnell lächerlich. Da bin ich ganz die Heuschrecke auf dem antifaschistischen Schutzwall die "privat vor staat" summt.....
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#25 No Comment!Anonym
#26 eMANcipation*Anonym
  • 31.08.2011, 12:11h
  • Antwort auf #24 von dobrapivo
  • Dann erkläre doch bitte, warum es eine "Nummer kleiner" als andere Rassismen sein soll,

    wenn der Volkssport Nummer eins weiterhin ganz unverhohlen frei von Schwulen gehalten werden soll?

    Wenn führende Protagonisten die herrschenden, menschenverachtenden Zustände samt ihrer verheerenden Wirkung gerade auf junge Männer in der gesamten Gesellschaft nicht etwa als solche benennen und ihre aktive Bekämpfung sowie Beendigung fordern,

    sondern vielmehr von Schwulen mit Hinweis auf möglicherweise tödliche (!) Folgen, auch noch in völliger Missachtung der tatsächlichen sozialpsychologischen Zusammenhänge, verlangen, dass sie diese Zustände weiterhin selbst zementieren?

    Wer da behauptet, das sei "kleiner", ergo: weniger schlimm, als andere Formen des Rassismus und der Apartheid, möge das bitte für alle nachvollziehbar objektiv darlegen.

    Ich erkenne nämlich ganz und gar nicht, weshalb das weniger schlimm sein soll, nur weil es "lediglich" und "nur" um Schwule und die Frage der sexuellen Identität geht, die immerhin in unserer Gesellschaft eine ziemlich zentrale ist. Sondern vielmehr verwahre ich mich ein für alle Mal gegen diese perverse Verharmlosung von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung. Es darf keine Hierarchie von "größeren" und "kleineren" Rassismen geben! Nirgendwo und zu keinem Zeitpunkt!

    Und es ist schon interessant zu sehen, dass so viele Schwule die Dinge nicht endlich beim Namen nennen - entweder als internalisiertes, kollektives Anbiederungsritual oder eben, um irgendwie, ganz egal wie, "dabeizusein", denn man(n) kann ja auch in den erlaubten und gesellschaftlich gewollten Rollen sein Geschäft machen und will dann möglichst nicht als "Nörgler", "Frustrierter" (und wie die üblichen Diffamierungen so lauten) dastehen, nicht wahr?!
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#27 seb1983
  • 31.08.2011, 13:35h
  • Antwort auf #26 von eMANcipation*
  • Weil es sehr wohl Unterschiede zwischen einem Lahm, einem Meißner und einem Achmadinedschad gibt.

    Jahrelang nun mit den immer gleichen Worthülsen aufs Äußerste auf jeden draufzuschlagen wie du es tust scheint offensichtlich sowohl gesellschaftlich als auch hier bei den Mitschwulen wenig von Erfolg gekrönt zu sein, ich verkürze das diesmal auf "Alle Heten sind Rassisten und alle Schwulen zu doof das zu sehen". Kommt nun merkwürdigerweise bei keinem gut an...

    Lahms Gedanke ist nämlich durchaus nachvollziehbar. Zudem hat er im Gegensatz zu einem Zwanziger damit auch zugegeben dass es ein Problem mit Schwulenfeindlichkeit im Fußball gibt. Trotzdem ist es ein völlig falscher Ansatz. Anstatt ihn nun als "Rasssiten" zu beschimpfen wäre es interessanter ihm das mal dazurlegen und zu klären was er dagegen tun würde, immerhin hat er Schwulenzeitschriften schon Interviews gegeben, und ob er an sowas mitarbeiten würde.
    Das wäre konstruktiv.

    Du bist wie eine kleine schwule UNO. Viel heiße Luft, geschniegelte Reden, große Auftritte (und Abgänge), und am Ende passiert nichts.

    Denk mal drüber nach.
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#28 eMANcipation*Anonym
  • 31.08.2011, 14:22h
  • Antwort auf #27 von seb1983
  • Ist ja putzig, dass du dich zum Urteil über den Erfolg der persönlichen Aktivitäten anderer berufen fühlst. Ein paar Beispiele sind in den letzten Jahren ja genannt worden, da möge sich jeder selbst ein Bild machen.

    Wenn irgend etwas offensichtlich auf der ganzen Linie gescheitert ist, dann das notorische Schönreden der herrschenden Verhältnisse, an dem du bekanntermaßen auch besonders interessiert bist.

    Aber wen überrascht das? Mit der Einstellung, die du hier propagierst, wären auch andere Emanzipations- und Bürgerrechtsbewegungen NIEMALS erfolgreich gewesen.

    In diesem Zusammenhang sei an die Worte einer zutiefst beeindruckenden Frau erinnert (wie nötig hätten wir hier und jetzt solche klaren, anti-verlogenen Worte und Taten, nicht nur bezogen auf unsere Lebensrechte als Schwule, sondern auf die Gesellschaft als Ganzes!):

    "Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹."
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#29 LasalleAnonym
  • 31.08.2011, 14:39h
  • Antwort auf #28 von eMANcipation*
  • Warum Du Rosa Luxemburg zitierst statt Ferdinand Lasalle selbst ist mir unklar, zeigt aber wes Geistes Kind Du bist.

    Lasalle sagte: "Alle große politische Aktion besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist."

    Übrigens beginnt eines der erfolgreiches Bücher des letzten Jahres mit genau diesem Zitat...
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#31 seb1983
  • 31.08.2011, 15:20h
  • Antwort auf #28 von eMANcipation*
  • Da du es ja scheinbar gerne persönlich magst und andere diffamierst (wie hier schon wieder, woran ich also "bekanntermaßen" interessiert bin aha), wollte ich mich dazu auch mal hinreißen lassen.

    Mir geht es darum Menschen mitzunehmen statt aufzuhetzen. Nicht einseitig zu polemisieren sondern zu sagen wo es besser und wo es schlechter geworden ist.

    In diesem Fall einem Lahm nicht Rassist an den Kopf zu knallen sondern das schon vorhandene Engagement in die richtige Bahn zu leiten.

    Von der Mentalität verständlich, dass dir die Methode Rosa Luxemburg lieber ist, doch wie diese Geschichte geendet hat sollte ja auch bekannt sein.
    Wir haben 2011 und nicht 1911, vielleicht sollte man geistig auch diesen Sprung wagen?
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#32 DDosAnonym
#33 dobrapivo
  • 31.08.2011, 20:39h
  • Antwort auf #28 von eMANcipation*
  • Diese tief beeindruckende Frau würde wahrscheinlich auch jeden dazu zwingen seine Sexualität öffentlich zu machen (Cookk) oder auch nicht (Lahm). Differenzieren war ihre Stärke nicht, weswegen sich auch Gewalt als legitimieses Mittel zur Durchstzung ihrer Ziele sah.

    Vielleicht sollten wir den einzigen Erstligaprofi fragen der sich je geoutet hat, ob er dazu rät. Achnee.. der hat es ja nicht ausgehalten... Aber das hätte man wohl hinzunehmen im Kampf gegen Apartheid und Rassismus. Gut, ich kenne keine Restaurants an denen steht "Wir bedienen keine Schwulen." Auch in Bussen und Bahnen hat man als Schwuler einen Anspruch auf einen Sitzplatz... In jeder Großstadt werden riesige Schwulenparaden abgehalten.. Gleichzeitig wehen auf den Rathäusern die Regenbogenfahnen. Hoffentlich kommt da keiner auf den Einfall zu sagen "So schlimm ist Apartheid ja gar nicht."
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#34 alexander

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