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Weitere HIV-Infektion

Drehpause für US-Pornos

  • 31. August 2011 42 2 Min.

Amerikanischer Pornofilm (ohne Kondomnutzung)

In den USA wurde ein weiterer Pornodarsteller positiv auf HIV getestet. Der Branchenverband kündigte daraufhin einen landesweiten vorübergehenden Drehstopp an.

Die Free Speech Coalition erklärte, dass vergangene Woche ein Darsteller positiv getestet worden sei, seine Identität wird aber derzeit unter Verschluss gehalten. Es würden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Quelle der Infektion zu erfahren. Verbandssprecherin Diane Duke sagte, man habe deshalb ein Moratorium für die US-Pornoproduktion ausgerufen. So gut wie alle Pornolabels würden sich an den Drehstopp halten, so Duke weiter.

Ende letzten Jahres hat sich der frühere Pornodarsteller Derek Chambers, der sowohl hetero- als auch homo­sexuelle Szenen gedreht hatte, als HIV-positiv geoutet. Er hatte sich offenbar bei einem Dreh angesteckt. Chambers forderte daraufhin eine Kondompflicht für alle Pornodarsteller in den USA (queer.de berichtete). Diese wird jedoch von der Free Speech Coalition abgelehnt. Der Verband argumentiert, dass das Risiko kontrollierbar sei. Wegen der großen Nachfrage nach Bareback-Pornos würde sich bei einem Verbot die Pornoproduktion in den Untergrund oder ins Ausland verlagern, so die Befürchtung.

Forderung nach Bareback-Verbot nimmt zu

In Los Angeles, wo die meisten der amerikanischen Pornos gedreht werden, hat in den letzten Jahren die Forderung nach einer Regulierung der Branche zugenommen. Die Gruppe Aids Healthcare Foundation hat bereits seit Jahren versucht, die Kondompflicht mit Verweis auf Gesundheitsgefährdung der Darsteller einzuklagen, ist damit aber mehrmals gescheitert. Jetzt startet sie einen neuen Versuch: Bis Dezember sammeln die Aktivisten in Los Angeles Unterschriften, um einen Volksentscheid zum Kondomverbot zu erzwingen (queer.de berichtete).

Im schwulen Bereich sind in den letzten Jahren mehr und mehr Bareback-Pornos verkauft worden, insbesondere in Europa. Die meisten großen schwulen Labels in den USA wie Chi Chi LaRues Channel 1 Releasing zeigen zwar nur Safer Sex, kleinere Labels und insbesondere Produktionen aus Osteuropa verzichten aber meist auf Kondome. (dk)

-w-

#1 Foxxxy LoveAnonym
  • 31.08.2011, 12:08h
  • Die “Zwangspause” für den den Dreh von Pornos ist vielleicht für die Verantwortlichen eine Gelegenheit darüber nachzudenken, wie sie weiterhin mit diesem Thema umgehen sollten.
    Ich hoffe, dass sie eine Lösung finden werden, sodass keine weiteren Darsteller angesteckt werden.
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#2 Nick Anonym
  • 31.08.2011, 13:46h

  • Das man ausgerechnet in diesem Job nur ans Geld denkt und einem die eigene Gesundheit nebensachlich ist, kann ich nicht nachvollziehen
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#3 RageAnonym
  • 31.08.2011, 13:53h
  • Zitat:

    "Der Verband argumentiert, dass das Risiko kontrollierbar sei. Wegen der großen Nachfrage nach Bareback-Pornos würde sich bei einem Verbot die Pornoproduktion in den Untergrund oder ins Ausland verlagern, so die Befürchtung."

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    Ah ja - das Risiko ist also "kontrollierbar"!?

    Super - dann kümmern wir uns also einen Scheißdreck um die Gesundheit der Darsteller und machen weiter wie bisher. Bis zur nächsten Infektion - die ist ja auch problemlos mit ein paar harmlosen Medikamenten kontrollierbar.

    Und wenn das Virus dann unter der Nachweisgrenze ist, kann der Darsteller natürlich direkt wieder im nächsten Barebackstreifen eingesetzt werden. Das Risiko einer Co-Infektion (also mit einem weiteren Virenstamm) ist ja auch total "kontrollierbar".

    *kopfklatsch*

    Meines Erachtens kann es nur eine Lösung des Problems geben: Kondompflicht in allen Pornos, ohne Wenn und Aber. Was zwei Menschen privat miteinander machen, ist mir völlig egal - aber wenn sie als Angestellte bei einer Sex-Produktion mitmachen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Da gibt es auch eine gewisse Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

    Natürlich wird man damit nicht alle erreichen - und natürlich wird es weiterhin zig Labels geben, die nach Osteuropa oder in die dritte Welt fahren, wo die Jungs sich schon als Minderjährige für drei Euro fuzzig massenbesamen lassen (aus reiner Not, nicht aus Geilheit!). Aber man hätte so ein Zeichen gesetzt in der Pornobranche, dass unsafe Produktionen allgemein geächtet sind.

    Wie gesagt: Das hat nichts mit Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun, sondern dient einzig und allein dem Schutz der Darsteller (die sich eben im Zweifelsfall nicht wehren können).

    Solange aber die Konsumenten nach Barebackstreifen lechzen, wird das alles sehr schwierig. Ist halt eben viel einfacher, wenn sich so ein billiger Rumänen-Video-Stricher mit HIV infiziert, als wenn man das als am eigenen Leib erfährt.

    Die Geilheit der reichen Kunden macht die Schicksale der bettelarmen Darsteller zu einer Marginalie. Eigentlich zum Kotzen ...

    PS: Bezeichnend übrigens auch, dass die wirklich etablierten Darsteller, die sich einen Namen gemacht haben, nicht auf das Kondom verzichten. Das kann man nur mit Jungs aus Tschechien, Rumänien oder Thailand machen, die für ein paar Dollars fast alles täten, nur um aus der Armut rauszukommen.
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