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Menschenrechtsorganisation klagt an

Iran richtet drei Männer wegen Homosexualität hin

  • 06. September 2011 34 2 Min.

Neben dem Iran steht noch in Mauretanien, Saudi-Arabia, dem Sudan, Jemen und Teilen Nigerias und Somalias die Todesstrafe auf Homosexualität

Am Sonntagmorgen soll der Iran Medienberichten zufolge drei Männer wegen homo­sexuellen Geschlechtsverkehrs gehängt haben.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights hat die staatliche iranische Nachrichtenagentur ISNA über die Hinrichtungen berichtet. Die Männer sollen von einem Scharia-Gericht im westiranischen Ahvaz verurteilt worden sein.

Ein Sprecher von Iran Human Rights erklärte, dass die iranische Regierung Exekutionen von Homo­sexuellen normalerweise verschleiert: "Die Hinrichtung für homo­sexuellen Geschlechtsverkehr ist eher selten", erklärte der in Norwegen lebende Mahmud Amiry-Moghaddam. "Die iranischen Behörden sprechen in solchen Fällen normalerweise von Vergewaltigung." Dieses Mal hätte sich der Richter aber direkt auf die Paragrafen 108 und 110 berufen. Paragraf 108 definiert Unzucht (Lavat) als sexuelle Beziehung zwischen zwei Männern, Paragraf 110 legt als Bestrafung den Tod fest. Der Richter darf dem Gesetz nach entscheiden, auf welche Art die "Kriminellen" getötet werden.

Weder der Name noch das Alter der drei Getöteten ist bekannt. Ihnen sind laut den Berichten auch andere Straftaten vorgeworfen worden, die nicht mit dem Tod geahndet werden, darunter etwa Raub. Im unkontrollierten iranischen Rechtssystem ist allerdings nicht sicher, ob diese Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen. Die Männer wurden gemeinsam mit drei anderen am Sonntag hingerichtet - ein Mann wurde wegen Heroinhandels verurteilt, zwei weitere wegen Vergewaltigung und Raub.

Amiry-Moghaddam warnte davor, dass nun eine Welle von Hinrichtungen im Iran anstehen könnte: "Nach einer kurzen Unterbrechung der Hinrichtungen im heiligen Monat Ramadan sind nun Berichten zufolge etliche Exekutionen geplant. Viele Urteile sollen öffentlich verstreckt werden."

Iran ist eines von sieben Ländern, das die Todesstrafe gegen Homosexualität verhängt. Es ist unklar, wie viele Menschen nach diesem Gesetz hingerichtet wurden. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass Gerichte seit der Machtübernahme der Mullahs 1979 gegen mehrere tausend Homosexuelle die Höchststrafe ausgesprochen haben. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erst Anfang des Jahres Homosexualität als "Akt gegen den menschlichen Geist und die Menschlichkeit" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FloAnonym
  • 06.09.2011, 14:30h
  • Und immer noch wird von den meisten Staaten (Deutschland inbegriffen) Homoexualität nicht als Asylgrund akzeptiert!

    Das ist eine riesige Sauerei und damit machen sich Regierungen (auch unsere schwarz-gelbe Möchtegern-Regierung) zu den Helfern solcher Barbaren-Staaten, wo Menschen getötet werden, nur weil sie lieben.

    Wer wegsieht, macht sich mitschuldig...
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#2 jojoAnonym
  • 06.09.2011, 15:25h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • schockierend und barbarisch. und ein warnsignal dafür, wie verheerend es enden kann, den vermuteten willen eines imaginären wesens als gesetzesgrundlage gelten zu lassen. was sind das bitte für "heilige texte", mit denen man jede unmenschlichkeit rechtfertigen kann? was ist das für ein scheiß glaube, der es angeblich gebietet, liebende umzubringen? und was sind das für gefühllose menschen, die da auch noch zuschauen?
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#3 xapplexAnonym
  • 06.09.2011, 15:30h
  • Die wenigsten Iraner haben Geld für ein Flugticket nach Deutschland, deshalb ist Regimewechsel in Teheran die wirkungsvollste Alternative. Gerade jetzt besteht die Möglichkeit: Der Assad-Clan in Syrien (einem iranischen Klientenstaat) ist gerade in schwerer Bedrängnis. Würde man bei dessen Sturz mithelfen könnte man Iran die schwerste außenpolitische Niederlage seit 1979 zufügen. Ein solcher "Ehrverlust" könnte die islamische Theokratie ins Wanken bringen. Auf jeden Fall würde die iranische Opposition neue Hoffnung schöpfen.
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