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  • 09. September 2011 30 2 Min.

Junge Lesben bei einem CSD

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat am Freitag eine Studie zur Lebenssituation von LGBT-Jugendlichen in der bayrischen Hauptstadt vorgestellt. Befragt wurden dazu rund 800 Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe.

Zwischen fünf und zehn Prozent der rund 195.000 Jugendlichen Münchens seien schwul, lesbisch oder Transgender, und diese seien oft schweren Belastungen ausgesetzt, so die Studie, die in Kürze auf der Webseite der Koordinierungsstelle für gleich­geschlechtliche Lebensweisen veröffentlicht werden soll.

So betonen fast 90 Prozent der Fachkräfte, dass die jungen Menschen zusätzlichen spezifischen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, also unter anderem unter der Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung, Verheimlichungsdruck, homo­sexuellenfeindlichen Erlebnissen und dem Verlust von Freunden leiden.

88 Prozent der Fachkräfte halten ein Coming Out bei Mitschülern und Freunden für nicht problemlos möglich, bei den Fachkräften aus der Schulsozialarbeit sind es sogar 97 Prozent. "Bedenkt man, welche zentrale Funktion die Gleichaltrigengruppe für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Jugendlichen hat, kann man ermessen, mit welchen Schwierigkeiten die jungen Lesben und Schwulen hier zu kämpfen haben", so die Zusammenfassung der Studie.

Problemfeld Schule

90 Prozent der Fachkräfte glauben, dass an Schulen ein unfreundliches soziales Klima für schwule und lesbische Jugendliche herrscht; Sozialarbeiter an Schulen sind sogar zu 97 Prozent der Meinung. 82 Prozent der Fachkräfte glauben, dass es an jugendtypischen Treffpunkten wie Schulen aber auch Jugendfreizeitstätten zu homophoben Ereignissen kommt. Und nur 20 Prozent glauben, dass LGBT-Kids problemlos von ihren Eltern akzeptiert werden.

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe seien "die Lebenslagen schwuler und lesbischer Jugendlicher (...) zu wenig bekannt, das spezifische Fachwissen fehlt", wird bemerkenswert selbstkritisch berichtet. Es mangele an spezifischen Angeboten ebenso wie an ausformulierten Qualitätsstandards: "Interventionsformen bei homophoben Ereignissen sind zu wenig bekannt."

Obwohl sich die Landeshauptstadt seit Jahren für Schwule und Lesben einsetzt und auch ein LGBT-Jugendzentrum unterhält, müsse mehr getan werden, so das Fazit. Allgemeine soziale Einrichtungen müssten sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen, "homosexuellenfeindliche Haltungen und Vorkommnisse müssen in aller Entschiedenheit bekämpft und zurückgewiesen werden." Und an Schulen und anderen Orten sollten "akzeptierende soziale Räume zur Verfügung stehen".

Auch müsse die Studie, die größte kommunale zu dieser Thematik im
deutschsprachigen Raum, "Wirkung entfalten über München hinaus", fordern die Autoren. "Hier steht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, Kinder und Jugendliche vor Ausgrenzung und Diskriminierung zu schützen und deutliche Signale für eine akzeptierende Gesellschaft zu
setzen." (nb)

-w-

#1 dem pausenbrotAnonym
  • 09.09.2011, 17:52h
  • das sind brot- und butterthemen.

    man muss den beteiligten heten danken, sich um eine klare und realistische zustands- und bestandsaufnahme verdient gemacht zu haben.

    die schönfärbereien aus interesse geleiteten schwulen kreisen zu diesem thema, sehen daneben
    noch schäbiger aus, als bisher schon.
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 09.09.2011, 17:55h

  • Es ist einfach todtraurig! Nichts scheint besser geworden zu sein seit meiner Schulzeit. Wie viele solcher Studien braucht es denn noch, bis endlich gehandelt wird? Wir erwachsenen Schwulen haben die verdammte Pflicht dafür zu sorgen, dass es unsere Jugend besser hat. Schon viel zu viele haben den massiven Druck nicht ausgehalten und sich das Leben genommen. Ich hatte ein frühes und an meiner Schule ein sehr schwieriges Coming-out. In diesem alter sind Gleichaltrige oft brutal und gnadenlos. Zweimal war ich zwischen 14-16 vor dem Selbstmord. Lehrer waren total überfordert, genau wie heute immer noch. Die Gesellschaft schaut weiterhin weg! Einfach todtraurig!
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#3 David77Anonym
  • 09.09.2011, 18:15h
  • Die Gesellschaft schaut nicht nur weg, sondern erschwert bzw. kämpft gegen Unterstützung LGTB Jugendlicher an... das wird alles als "Werbung" abgetan, das eigene Kind soll ja bloß nicht mit dem Thema belästigt werden...
    Die Sicht der betroffenen Jugendlichen wird vollkommen ignoriert, man geht ja von aus, sie würden durch die ach so böhse "Propaganda" erst schwul/lesbisch WERDEN. Dabei ist ja das Gegenteil der Fall, man stellt irgendwann fest, das die heterosexuelle Entwicklung, die man im Umfeld beobachtet und bei sich selbst erwartet ausbleibt...
    Schlimmes Bespiel für die Ignoranz ist die unsägliche Petition in Gießen gegen eine Anti-Homophobie-Kampagne, bei der die Petitoren so tun als seinen sie Opfer und die Initiatoren der Kampagne die bösen Täter...
    Die Peition wolle ja nur FÜR die Familie sprechen und das sei ja nicht homophob. Stattdessen sei die Kampagne familienfeindlich, dabei wird dieses Thema nicht berührt

    Zum kotzen.

    Macht bitte mobil gegen die Petition!!!!!!!!!!!

    www.openpetition.de/petition/argumente/familie-muss-mainstre
    am-bleiben


    Und hier die Kommentare der Unterzeichner.

    www.openpetition.de/petition/kommentare/familie-muss-mainstr
    eam-bleiben


    Erschreckend homophob, diffamierend und teils rechts...

    BEITEILIGT EUCH!!!
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