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  • 11. September 2011 15 2 Min.

Blutkonserven werden benötigt, aber in vielen Ländern sind per se schwule Männer vom Spenden ausgeschlossen (Bild: HowardLake / flickr / by-sa 2.0)

Nach der Entscheidung Großbritanniens, Schwulen wieder Blutspenden zu erlauben, mehren sich Stimmen für eine Aufhebung des Banns in ganz Europa. Die wichtigste kommt von der Europäischen Kommission.

John Dalli, Kommissar für Gesundheits- und Verbraucherthemen, hat in einer schriftlichen Antwort auf eine Frage geschrieben, EU-Richtlinien forderten, Menschen von der Blutspende abzuhalten, die aufgrund ihres sexuellen Verhaltens ein erhöhtes Risiko haben, sich mit ansteckenden Krankheiten zu infizieren. Der Malteser stellt klar, dass die Formulierung "sexuelles Verhalten" nicht das gleiche sei wie "sexuelle Orientierung". Ferner sei Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten, auch im Hinblick auf die Richtlinien zum Gesundheitsschutz.

Schwule Männer dürfen fast überall auf der Welt kein Blut spenden, auch in Deutschland nicht. Das Verbot stammt aus der Frühzeit der Aids-Epidemie, als es noch keine Testmöglichkeit gegen das Virus gab und sich später tatsächlich Menschen über Blutkonserven infizierten. Inzwischen werden alle Blutproben getestet, auch können sich Spender über ihren HIV-Antikörperstatus informieren.

Am Donnerstag hatte Großbritannien eine teilweise Aufhebung des Spendeverbots bekannt gegeben (queer.de berichtete). Schwule Männer dürfen nun spenden, wenn sie mindestens ein Jahr lang keinen Sex mehr gehabt haben. Viele halten diese Einschränkung, die eine Weitergabe einer frischen Infektion ohne Wissen des Spenders verhindern soll, weiterhin für diskriminierend, da sie in dieser Art der Formulierung nicht für Heterosexuelle gilt. Ähnliche Einschränkungen einer Erlaubnis zur Blutspende existieren auch in Australien, Schweden und Japan. In anderen Ländern wie Spanien oder Italien werden potentielle Spender zu ihrem Risiko bzgl. Infektions­krankheiten befragt, ohne auf die sexuelle Orientierung einzugehen.

Aufhebung auch in Deutschland gefordert

Nach der Aussage des EU-Gesundheitskommissars sei nun der deutsche Gesetzgeber gefordert, forderte Barbara Höll, Sprecherin für Lesben- und Schwulenpolitik der Linken. "Der generelle Ausschluss schwuler Männer von der Blutspende ist eine zu beendende gesetzeswidrige Diskriminierung."

Der durch die Bundesärztekammer festgelegte generelle Ausschluss schwuler Männer "diskriminiert und schürt Vorurteile", so die Politikerin. "Nicht das tatsächliche Verhalten des Bluspenders, wie häufige Sexualpartner oder riskante Sexualpraktiken, sondern seine sexuelle Identität führen zum Ausschluss von der Blutspende. Dies betrifft auch schwule Männer, die in einer langjährigen monogamen Beziehung leben."

Michael Cashman, der britische Co-Vorsitzende der LGBT-Arbeitsgruppe des EU-Parlaments, lobte die Antwort Dallis, da er klarstelle, dass Einzelpersonen gefährdet sind und nicht Gruppen. "Schwul oder bisexuell zu sein, bedeutet nicht, dass man ein Gesundheitsrisiko ist." Seine finnische Kollegin Sirpa Pietikäinen ergänzte, ein Blutspendeverbot aufgrund von sexueller Orientierung oder einer anderen Gruppenzugehörigkeit sei diskriminierund und verstoße gegen Logik. (nb)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.09.2011, 16:45h
  • Man hätte das Blutspendeverbot für Schwule schon längst, und zwar zu Beginn des 21. Jahrhunderts, abschaffen müssen! Es gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!
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#2 Floris BüAnonym
  • 11.09.2011, 17:05h
  • ‎"Jeder Mensch hat Recht auf Leben" So oder so ähnlich müsste ich doch Menschenrechteorganisationen zitieren. Ich habe vor einigen Jahren einen guten Freund verloren ... Es hätte vllt. geholfen wenn ich ihm mein Knochenmark hätte spenden können... Oder es hätte einem anderen Menschen Helfen können... Ich bin seit April 18 Jahre alt, also würde man es mir nicht mehr untersagen können zu spenden... nur jetzt kommt mein "sexuelles VERHALTEN" was mich daran hindert Menschen am Leben zu lassen... Welt dir ist nicht mehr zu helfen!!!! und den HETEN die diese Welt "führen" werden sie so zerstören , dass selbst kein Tier mehr auf dem Plant sein wird... Ich finde es schlimm wie diese "menschen" mit Menschen umgehen, die nicht für das können was sie und wie sie sind :@ Den Heten können auch nicht dafür das sie Heten sind, oder? Diese "Menschen" sind keiner Hilfe würdig ... Ich will es nicht wünschen / hoffen nur diesen Menschen sind es selber schuld, dass die Blutbanken leer sind und dass ihnen und anderen nicht geholfen werden kann!!! WIR HÄTTEN ALLE MÖGLICHKEITEN DIE BANKEN AUFZUFÜLLEN!!! Liebe Ärzte der Welt sie sind sich bewusst wie schwer es ist einen genetischen Zwilling zu finden, also möchte ich sie einen Gedanken ins Gewissen rufen... Warum kann man nicht auch homos. MENSCHEN für Blutspenden und auch Knochenmarkspenden zu lassen? Es wäre so viel einfacher... Falls sie nichts daran ändern wäre ich auch dafür, dass die Heten auch mehr überprüft werden!!! Ich kenne einige die OHNE Schutz miteinander schlafen und nicht nur mit einem Partner (auch mehrere gleichzeitig...) !!! :@ Aber das ist ja nicht schlimm AIDS IST JA EINE SCHWULE KRANKHEIT!!! Dieses ganze über einen Kamm schweren!!!:@ Am besten würde man uns noch ausrotten... Ich weiss was die Regierungen der Welt davon abhält.. Es sind die Steuereinnahmen...-.- Auf Menschenrechte gibt doch keiner mehr was!!! Ich hoffe das ändert sich bald mal!!!
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#3 Geert
  • 11.09.2011, 18:06h
  • Nochmals: Es geht hier nicht um Diskriminierung von Menschen mit schwuler sexueller Orientierung. Es geht um eine Regelung dazu, wie man mit Menschen mit sehr promiskem Sexualverhalten umgehen soll.
    Ich möchte mal die sehen, die hier ständig "Diskriminierung!" rufen, wenn sie selbst einmal auf der Intensivstation liegen und Blut von Prostituierten beiderlei Geschlechts, promisken Szene-Schwulen oder heterosexuellen Autobahnpärchen bekommen sollen.
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