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Berliner Erzbischof

Woelki droht schwulen Priestern

  • 20. September 2011 40 2 Min.

Erzbischof Rainer Maria Woelki droht den Priestern mit Exkommunikation

Wenige Tage nach dem Gespräch mit LSVD-Vertretern hat der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki zwei suspendierten schwulen Priestern verboten, eine Messe in einer evangelischen Kirche zu feiern.

Die 1999 des Amtes enthobenen Priester Christoph Schmidt und Norbert Reicherts wollen nach einem Bericht des "Tagesspiegels" am Mittwochabend einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche St. Thomas in Berlin-Kreuzberg abhalten und dabei zum Abendmahl einladen. Erzbischof Woelki hat diese Veranstaltung jedoch untersagt und eine etwaiger Zuwiderhandlung als "schwerwiegenden Angriff gegen die Einheit der Kirche" bezeichnet und "mit rechtlichen Konsequenzen" gedroht. Denn wer vom Dienst suspendiert ist, dürfe keine priesterlichen Funktionen ausüben. Im schlimmsten Fall könnten die Ex-Priester von der Kirche exkommuniziert werden.

Schmidt und Reicherts wohnen als Paar zusammen in Köln. Dort hat ihnen bereits Kardinal Joachim Meisner verboten, in ihrem eigenen Haus Messen zu feiern. Sie haben bereits angekündigt, dass der Gottesdienst in Berlin am Mittwochabend trotz des Einschreitens von Erzbischof Woelki wie geplant stattfinden werde.

Priester beklagen Ausgrenzung bei Abendmahl

Die suspendierten Priester wollen auch Menschen bei der sogenannten Eucharistie zulassen, die diesem Sakrament nach katholischer Ansicht nicht beiwohnen dürfen. Dazu zählen zum Beispiel alle Geschiedenen und Menschen, die nicht nach katholischen Regeln leben. Reicherts beklagt dies als "Ausgrenzung": "Jeder, der sich von Gott beschenken lassen will, wird beschenkt, unabhängig von seinen Lebensumständen", erklärte Reichert. Da die beiden Rebellen geweihte Priester sind, sind die von ihnen gespendeten Sakramente nach katholischem Verständnis gültig - auch wenn die Priester aus der Kirche ausgeschlossen werden sollten.

Mit dem Berliner Erzbischof Woelki hatten sich erst am Freitag Vertreter des Lesben- und Schwulenverbandes getroffen (queer.de berichtete). In den Gesprächen betonte der 55-Jährige, dass die Ehe zwischen Mann und Frau ein Ideal der Katholischen Kirche sei, dem auch in kirchlichen Einrichtungen Rechnung zu tragen hätten. (dk)

Messe am 21.9. in der St.-Thomas-Kirche, 19 Uhr, Bethaniendamm 23, 10997 Berlin

-w-

#1 Geert
  • 20.09.2011, 17:34h
  • In jeder Organisation gibt es Regeln, so auch in der katholischen Kirche. Das, was diese beiden offen-schwulen Priester vorhaben, ist in den Augen der katholischen Amtskirche eine ungeheure Provokation. Die Folgen im ökumenischen Dialog, besonders im Verhältnis zur EKD, sind noch gar nicht abzusehen.
    Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg dies mitmacht.
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#2 Geert
  • 20.09.2011, 17:47h
  • Und gleich der Hinweis, dass diese Entscheidung von Woelki nichts, aber auch gar nichts, mit Diskriminierung von Schwulen zu tun hat, sondern er hätte auch so entscheiden müssen, wenn es sich um heterosexuelle Priester gehandelt hätte.
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#3 AchjeAnonym
  • 20.09.2011, 17:54h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Sie dürfen keine Messe mehr lesen, weil sie schwul sind. Somit hat das schon etwas mit Diskriminierung zu tun. Heterosexuelle Priester kommen erst gar nicht in die Versuchung "verbotener" Messen, da sie in der Regel trotz Freundin im Pfarrhaus weiterarbeiten dürfen. Und selbst die meisten Piusbrüder sind nicht exkommuniziert.
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