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Einzelkommentar zu:
14-jähriger Schwuler begeht Selbstmord


#11 finkAnonym
  • 21.09.2011, 16:36h
  • Antwort auf #2 von goldsenf
  • mir geht es ähnlich wie dir. das löst eine mischung aus wut, trauer und ohnmachtsgefühl aus.

    trauer, weil es schrecklich ist, wenn ein so junger mensch derartig verzweifelt. es stünde jedem menschen zu, sich in der welt geborgen fühlen zu können. und leider fehlt gerade teenagern dieses gefühl so oft.

    wut, weil dieses leid so verdammt unnötig ist. es geht hier nicht um krankheiten oder schicksalsschläge, die nun einmal jedem passieren können, weil das zum leben dazugehört. es ist eine völlig irrationale, überflüssige, künstlich geschaffene, aber umso zerstörerischere gewalt. sie müsste nicht sein. sie nützt niemandem. und trotzdem ist sie da und wird von dummen, verbitterten, ängstlichen menschen immer weiter vorangetrieben.

    und ohnmacht, weil wir diese art der gewalt schon so lange kennen und sich nichts zu ändern scheint. vor zwanzig jahren hatte ich noch das gefühl, in unserer gesellschaft tut sich was. heute glaube ich das nicht mehr. ich werde eine welt ohne homophobie nicht mehr erleben, und ich glaube auch nicht mehr daran, dass die nächste generation sie erleben wird.

    natürlich hat sich in einigen bereichen wirklich viel getan, aber die grundwurzel der homophobie ist nach wie vor aktiv. wir diskutieren heute wie vor -zig jahren über dieselben probleme: hassreden, diskriminierungen, angst, sich im alltag schwul zu zeigen, höllisch schwierige coming-outs, selbstzweifel. und neuerdings reden wir sogar wieder über "heilung".

    es ist erschüternd, so vor augen geführt zu bekommen, wie wenig sich grundlegend geändert hat und wie viel noch zu tun ist.

    die bekämpfung der homophobie ist eine sisyphus-aufgabe. nur, resignieren dürfen wir trotzdem nicht.

    also: die trauer und die ohnmacht zulassen, aber die wut umsetzen!
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