Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=15030
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Coming-out mal andersrum


#1 lizzy4eumelAnonym
  • 22.09.2011, 22:30h
  • Auf der einen Seite fände ich es klasse, wenn unsere Gesellschaft endlich so weit wäre, dass wir uns tatsächlich nicht mehr in winzig kleine Schubladen pressen müssten. Wenn wir einfach lernen würden, dass Liebe universell ist.
    Aber irgendwie fällt es mir schwer, zu glauben, dass wir tatsächlich so weit sind...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 go home!Anonym
  • 23.09.2011, 00:27h
  • Antwort auf #1 von lizzy4eumel
  • ich lasse mir als schwuler trotz eurer ständigen wir-sind-alle-bi-propaganda auch weiterhin keine heterosexualität aufdrücken. und mein schwulsein nicht andauernd von euch als 'schublade' diffamieren. ist das endlich mal klar? sucht doch gefälligst einen anderen weg der 'selbst'bestätigung als immer wieder schwule zu beleidigen und mit eurer hetero-kacke zu behelligen.

    meldet euch besser beim pabst oder den evangelikalen in der abteilung für die rückholung von schwulen sündern in die heterosexuelle 'natur' des menschen!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#3 Danny89Anonym
  • 23.09.2011, 10:20h
  • @go home:

    Ganz genau so sehe ich das auch.

    So ein Blödsinn... Die sollten mal lieber mehr Filme zum Thema Aufklärung zur Homosexualität machen und nicht so einen Dreck...

    Das empfinde ich persönlich als Beleidigung. Welcher Mann würde erst die "Qual" des Outings auf sich nehmen um dann doch mit ner Frau zusammen zu sein? Also ein bisschen mehr Hirn bitte nächstes Mal!

    Die Heten sollen und verstehen und akzeptieren und nicht weiter versuchen uns umzudrehen das wir ja alle wieder "normal" werden... Blödsinn sowas
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Lapushka
  • 23.09.2011, 15:57h
  • Antwort auf #3 von Danny89
  • Du empfindest es als persönliche Beleidigung, wenn ein homosexueller Mann sich in eine Frau verliebt?
    Und was hat das mit "Qual des Outings" zu tun? Gefühle sind doch nicht beeinflußbar.
    Ich finde Frauen sexuell ungefähr so anziehend wie ein Stück Wackelpudding, aber wenn ich mich doch mal in eine verlieben sollte, so what?

    Es ist völlig in Ordnung, sich mit seiner sexuellen Orientierung wohl zu fühlen, aber deshalb muss man doch nicht jeden "Übertritt" einer anderen (in diesem Fall fiktiven) Person als persönlichen Angriff oder indirekte Forderung, gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu sammeln werten.

    Wenn es in dem Film um einen schwulen Mann ginge, der dank der Therapie eines hilfsbereiten Ex-Gay-Psychologen endlich zu seiner wahren "Berufung" findet und es totale Propaganda wäre, könnte ich die Entrüstung nachvollziehen, aber der Film ist doch einfach nur eine harmlose Komödie.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#6 Lapushka
#7 Danny89Anonym
  • 23.09.2011, 16:43h
  • @Lapushka:

    Ja natürlich ist es eine Qual das Outing... Oder fandest du es geil und wurdest überall gleich total gut behandelt. Ich komme vom Dorf hier ist es megaschwer aber trotzdem bin ich stolz, schwul zu sein und mich geoutet zu haben. Denn Versteckspiel nützt keinem.

    Und ja ich fühle mich persönlich beleidigt und zwar weil ich für ich durch das outing gesagt habe, ich stehe auf männer. und dann zu sagen plötzlich verliebe ich mich inne frau das geht gar nicht. Wenn man Schwul ist, ist man schwul.

    Dieser Film und diese Aussage von dir machen es den Schwulenhassern, katholiken, republikanern, evangelikalen und wie sie alle heissen nur noch viel einfacher und zu diskriminieren, weil ja Hoffnung bestehen könnte, dass man doch wieder auf "den Rechten Pfad" kommt.

    Dabei ist das Blödsinn!! Es gibt kein bi. Das ist alles Schwachsinn (man sehe in einen Studienbericht der Uni aus Cambridge & aus Paris) denn iwann muss ich mich entscheiden, will ich nen typen heiraten oder ne frau. Und dann kann man net sagen "Oh nee, die frau ist mir zu langweilig, geh doch mal wieder zu nem Typen" und dass dann 4 oder 5 Mal. Blödsinn.

    Die Leute, die sagen die sind bi sind einfach nur zu feige sich zu outen. Sorry, einigen wird das gar nicht passen, aber das ist meine Meinung. Bitte akzeptiert die und greift mich jetzt nicht an. Ist ja nicht böse gemeint. Wie jeder sein Leben lebt muss er selber wissen finde ich, aber jeder der mal ganz ehrlich zu sich selbst ist, wird erkennen was ich meine
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Lapushka
  • 23.09.2011, 19:09h
  • Antwort auf #7 von Danny89
  • Naja, ich hab andere Probleme. Ich bin eine Frau mit vornehmlich männlicher Identität.
    Wird allerdings auch oft infrage gestellt und reglementiert, ob ich nicht mal weiblicher sein könne und dass man dieses und jenes als Frau nicht macht usw.
    Was besonders in der Pubertät teils nervig war, wenn man merkt dass man anders ist und empfindet als andere Mädchen. Und auch in meinen ersten Beziehungen hatte ich oft Probleme da meine Freunde eben mit einer "richtigen" Frau gerechnet hatten, da ich auch ziemlich feminin aussehe und sie irgendwann gemerkt haben dass ich irgendwie (zu) männlich bin.
    Da habe ich auch eine Zeit lang ziemlich viel Theater gespielt und versucht, dem gerecht zu werden.

    Ich kann es schon verstehen, dass sensibel auf so ein Thema reagiert wird.
    Wäre ich lesbisch, würde es mich auch nerven, wenn ständig jemand käme der mir sagt "Ey, du brauchst nur mal nen richtigen Schwanz der dich wieder gerade bumst"

    Aber objektiv betrachtet ist es nunmal so, dass das Leben nicht berechenbar ist.
    Und auch nicht in wen man sich verliebt.

    Vielleicht ist es in dem Film ja auch so, dass er sich einfach nur in genau diesen Menschen verliebt hat.
    Heisst ja nicht, dass er grundsätzlich plötzlich nichts mehr mit Männern anfangen kann und plötzlich hetero ist.

    "Dabei ist das Blödsinn!! Es gibt kein bi. "

    Und das finde ich jetzt wiederum nicht nett gegenüber Bisexuellen.
    Klar gibt es Leute die das nur behaupten, um nicht die Konsequenzen einer "vollständigen" öffentlichen Homosexualität hinnehmen zu müssen, weil sie dadurch offiziell immer noch "halbwegs" auf der "normalen" Seite stehen.
    Aber es gibt auch Menschen die sind es wirklich.
    Zu sagen, es gibt keine Bisexualität sondern nur Schrank-Schwule/Lesben, ist genauso wie zu sagen, es gibt keine Homosexuaellen, sondern nur Verwirrte die Beistand benötigen *Rosenkranz bet* oder sowas.

    "Und ja ich fühle mich persönlich beleidigt und zwar weil ich für ich durch das outing gesagt habe, ich stehe auf männer. und dann zu sagen plötzlich verliebe ich mich inne frau das geht gar nicht. Wenn man Schwul ist, ist man schwul."

    Wie gesagt, ich kann mir das auch absolut nicht mit einer Frau vorstellen.
    Aber mal angenommen, es passiert dir doch, auch wenn es unvorstellbar ist. Du kriegst Herzrasen und bist über beide Ohren verliebt, würdest du dann ernsthaft sagen: "Hm ne, geh mal weiter. Ich stehe ja ausschliesslich auf Männer."?

    Oder sagen wir, einem schwulen Freund von dir passiert das.
    Kündigst du ihm dann die Freundschaft weil er ein feiger Verräter oder sowas ist?

    "denn iwann muss ich mich entscheiden, will ich nen typen heiraten oder ne frau."

    Wieso muss man das? Wieso "muss" man überhaupt heiraten?
    Und wenn man bi ist und heiraten will, dann wartet man eben, genau wie alle anderen auch, bis man einen Mann oder eine Frau kennenlernt den/die man so sehr liebt dass man das mit ihm/ihr durchziehen will.
    Würde ich mal sagen.

    ""Oh nee, die frau ist mir zu langweilig, geh doch mal wieder zu nem Typen" und dass dann 4 oder 5 Mal. Blödsinn. "

    Ein Hetero kann das aber auch sagen. Nur halt mit einer anderen Frau.
    Oder ein schwuler Mann mit einem anderen Mann (oder Frau mit anderer Frau).
    Wie man es mit Treue in einer Beziehung hält, ist doch nicht an eine sexuelle Orientierung gebunden.

    "Die Leute, die sagen die sind bi sind einfach nur zu feige sich zu outen. Sorry, einigen wird das gar nicht passen, aber das ist meine Meinung. Bitte akzeptiert die und greift mich jetzt nicht an. "
    Ja klar, freie Meinungsäußerung und so.
    Du musst dir allerdings bewusst machen, dass es möglich ist, dass du Menschen damit verletzt.

    Mir gefällt dieses "Angriff ist die beste Verteidigung"-Abgrenzen nicht besonders. In beide Richtungen nicht.
    Gibt auch viele Hetero-Männer die, sobald das Thema Homosexualität auch nur im Ansatz angeschnitten wird, sich sofort völlig ohne Not genötigt sehen, darauf hinzuweisen, dass sie es ja absolut nicht sind und sich auch nie vorstellen könnten, und das Männerliebe ekelhaft ist usw. usf. als hätte man gerade versucht, sie in einen Darkroom zu zerren. Tut doch nicht Not.
    Einfach jeder so wie er mag mMn.

    Und dann gibt es noch Männer/Frauen die einfach aus Interesse oder weil es mal etwas anderes ist mal was mit einem anderen Mann/Frau haben, aber dennoch am anderen Geschlecht interessiert sind.
    Sind das auch alles verkappte Schwule und Lesben die sich nur nicht trauen?

    Wenn ich eines bisher gelernt habe, dann, dass es nichts gibt was es nicht gibt.

    Unterm Strich ist der Film wie gesagt mMn einfach nur eine Beziehungskisten-Komödie.
    Wenn man ihn als unterschwellige Anordnung auffasst, bisexuell zu "werden" oder sich mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren, dann halte ich das für übertrieben.
    Auch wenn ich es bis zu einem gewissen Grad verstehen kann, dass die Sensibilisierung bei sowas höher ist, weil Homosexualität mehr infrage gestellt wird als Heterosexualität und letztere von der Ex-Gay Bewegung immer als der Heilige Gral verkauft wird.
    Gutheissen tue ich es aber nicht, weil sowas irgendwie fast immer auch dazu führt, dass Menschen die sich als bisexuell definieren auf die Fresse kriegen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#9 Lapushka
  • 23.09.2011, 19:19h
  • Mir ist da noch ein Spruch eingefallen in Bezug auf all diese Sachen die es angeblich nicht gibt:

    "Nach den Gesetzen der Aerodynamik kann eine Hummel nicht fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht und fliegt einfach trotzdem“
  • Antworten » | Direktlink »
#10 gniwerjProfil
#11 finkAnonym
  • 23.09.2011, 19:42h
  • immer wieder erstaunlich, dass menschen, die selber unter gesellschaftlichen normen leiden, es fertigbringen, ohne mit der wimper zu zucken andere sexuelle identitäten schlichtweg für nichtexistent zu erklären.

    nein, schwule sind natürlich nicht von natur aus toleranter als andere. aber darf man wirklich nicht erwarten, dass man aus eigener diskriminierungserfahrung verdammt noch mal andere lehren zieht, als jede gelegenheit wahrzunehmen, endlich auch mal andere zu diskriminieren? darf man nicht ein minimum an selbstreflexion, an solidarität, an mitgefühl erwarten?

    ist ja echt kein neues phänomen, aber mich verblüfft es doch, mit welcher chuzpe hier immer wieder schwule gegen bisexuelle auskeilen.
  • Antworten » | Direktlink »
#12 danny89Anonym
  • 23.09.2011, 20:17h
  • Also das was mich hier immer wieder erstaunt ist, dass die Meinungen anderer Leute nicht akzeptiert wird. Dann heisst es gleich wieder man schreibt Blödsinn oder so. DAS finde ich peinlich... Sorry aber isso.

    Ihr müsst euch selber mal fragen,ob das richtig ist was IHR alle so von euch gebt.

    Aber wie gesagt, müsst ihr selber wissen... Tragisch isses trotzdem.

    Ihr könnt gar nicht wissen, wie es in anderen Menschen aussieht. Wie gesagt ich komm vom land hier gehen die uhren anders...

    Hier gibt es aktiven schwulenhass. Meine Wohnung hat sogar gebrannt und naziflaggen hingen an meiner Türe... Geil echt...
  • Antworten » | Direktlink »
#13 Lapushka
  • 23.09.2011, 20:29h
  • Antwort auf #12 von danny89
  • Das tut mir sehr leid für dich und ich finde es beachtlich, sich dem trotzdem zu stellen anstatt einen auf hetero zu machen, weil es leichter wäre.
    Wenn man selbst viel damit zu kämpfen hat(te), legt man sich vielleicht auch mehr Konsequenz zu und erwartet die dann auch von anderen.

    Dennoch muss ich dich darauf hinweisen, dass es widersprüchlich ist, zu schreiben:

    "Ihr könnt gar nicht wissen, wie es in anderen Menschen aussieht."

    und davor

    "Dabei ist das Blödsinn!! Es gibt kein bi."
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#14 danny89Anonym
  • 23.09.2011, 21:24h
  • Das sind aber zwei paar schuhe finde ich... Das eine ist wie es in einem menschen mental aussieht, das andere ist mehr eine sache wissenschaftlicher und gefühlstechnisch-vereinigte sache. ich kann schwer beschreiben wie ich das meine aber ich hoffe du verstehst mich ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#15 finkAnonym
  • 23.09.2011, 22:35h
  • Antwort auf #14 von danny89
  • ja, das kann man tatsächlich nicht vergleichen.

    wenn du hier was schreibst, dann muss ich nicht in dich reingucken, um zu wissen, ob das unsinn ist, denn ich kann lesen, was du schreibst.
    wenn jemand sagt, er ist bisexuell, dann kannst du aber nicht beurteilen, ob das stimmt, denn dazu müsstest du - eben - in ihn reingucken. kannste aber nicht.
    also ist es arrogant, zu behaupten, du wüsstest besser als jemand selbst, welche sexuelle orientierung er hat.

    der gipfel ist noch deine behauptung, das sei nicht böse gemeint. das ist genauso unverschämt, als wenn ich sagte, es gebe keine homosexuellen, das sei aber nicht böse gemeint.

    ich halte solche behauptungen nicht für eine lappalie. als schwuler sollte man wissen, welche psychische gewalt es bedeutet, die sexuelle orientierung eines menschen einfach nicht als real gelten zu lassen. schlimm genug, wenn heteros das mit schwulen machen. das müssen nicht auch noch schwule mit bisexuellen machen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#16 Sex im TVAnonym
  • 23.09.2011, 23:30h
  • Antwort auf #5 von Lapushka
  • Es ist eben nicht "harmlos", dass in den Massenmedien schwule Identität und Partnerschaft und Sexualität weiterhin weder quantitativ noch qualitativ angemessen vorkommen. Besonders extrem verhält es sich in Hinblick auf schwule Jugendliche!

    Da ist es schon bemerkenswert und bezeichnend für den herrschenden Heterosexismus, dass auf der anderen Seite Schwule immer wieder zu Heteros gemacht werden sollen. Und sei es nur für die berühmte, einfach unwiderstehliche "eine Nacht".

    Gerade zufällig bei "Wer wird Millionär" gesehen: Endlich mal ein offen schwuler, nach meinem Empfinden sehr geil aussehender Kandidat, der aber vom dummschwätzenden Moderator gar nicht deutlicher hätte ungleich behandelt werden können. Obwohl der Süße ganz selbstverständlich in einem Nebensatz seinen Ex-Freund erwähnte, verlor Herr Jauch kein einziges Wort über Liebe und Partnerschaft. Während er ansonsten bei jedem heterosexuellen Kandidaten minutenlang alle noch so intimen Details erörtert. So wird er eben behandelt, der amputierte Schwule, wenn er es nicht selbst tut: Seine Sexualität und Partnerschaften werden gezielt ausgeblendet! Der unvollständige und nicht vollwertige Mensch!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#17 gniwerjProfil
  • 23.09.2011, 23:50hdortmund
  • Antwort auf #14 von danny89
  • Das sind nicht nicht 2 paar Schuhe.
    Du solltest im Übrigen vermeiden, dich auf irgendwelche längst widerlegten Studien zu stützen. Sehr unwissenschaftlich, ganz nebenbei ;)

    Darüber hinaus sagt ' ne wissenschaftliche Studie nichts, aber auch rein garnichts über den/die einzelne_n aus, sondern gibt lediglich 'n ganz groben Schnitt wider. Und den auch nur wenn die oder jene Grundvoraussetzungen erfüllt sind. Wenn du so bewandert in wissenschaftlichem Arbeiten bist, solltest du den Fakt wenigstens draufhaben ;)

    Ganz schön ignorant zu behaupten dass etwas nicht existiert, nur weil dir die Emphatie fehlt...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#18 Lapushka
  • 24.09.2011, 00:12h
  • Antwort auf #16 von Sex im TV
  • In den allermeisten schwulen Filmen bleiben Schwule aber schwul (und sofern es kein Drama ist meist auch mit Happy End mit einem Kerl) und wandeln sich nicht plötzlich um zu Heteros.

    Zumal ich wie gesagt auch nicht glaube, dass ein Schwuler der sich in eine Frau verliebt damit plötzlich zum Hetero wird. Der wird dann trotzdem immer noch (auch) auf Männer stehen.

    Im Übrigen rechtfertigt auch der aggressivste Heterosexismus mMn keine Angriffe auf Bisexuelle.
    Ich mag solche "Fremdbestimmung" ohne im Kopf des Betreffenden drin zu stecken nicht.
    Man kommt sich so "rechtlos" vor wenn man sagt, so und so ist es bei mir und dann kommt jemand anders und sagt "Nein, ich weiss es besser als du. Das ist ganz anders, du merkst es bloß nicht".

    Kinsey hat doch so eine Tabelle erschaffen, ich denke da könnte schon was dran sein.

    upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4a/Kinsey-Sca
    le_de.svg/734px-Kinsey-Scale_de.svg.png
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#19 Danny89Anonym
  • 24.09.2011, 09:39h
  • Das was ihr hier schreibt könnt ihr aber auch nicht belegen.... Oder doch?

    Die Leute die sich darüber aufregen was ich schreibe sind wahrscheinlich genau die, die sich angesprochen fühlen, die "Bi" sind oder nicht einmal geoutet.

    Darüber solltet ihr mal nachdenken. Es gibt Leute, die sich jede Scheisse im leben Erkämpfen müssen weil sie schwul sind und solange wir nicht alle an einem Strang ziehen wird das nix.

    Aber wenn man so egoistisch und feige ist wie einige von euch, tut ihr mir wirklich leid.

    Ich komme aus Holland irgendwie sind wir wohl im Denken schon etwas weiter als ihr Deutschen scheint mir...
  • Antworten » | Direktlink »
#20 FiNgErSpIeLAnonym
  • 24.09.2011, 09:46h
  • ich will mich ja nicht einmischen aber ich glaube auch so wie einige andere hier das es kein wirkliches bi gibt denn jedes mal wenn ich männer kennenlerne die angeblich bi sind heisst es das sie mit ner frau noch nix hatten oder das es mit kerlen viel intensiver und besser ist. ein kollege von mir ist bi weil der aus dem kosovo kommt und seine familie was gegen homosexualität hat aber solange er sagt er wäre bi ist das wohl angeblich halbsoschlimm sagt er immer ich glaube das das der grund ist bei 80% der leute
  • Antworten » | Direktlink »
#21 finkAnonym
  • 24.09.2011, 12:04h
  • natürlich gibt es viele männer, die eigentlich schwul sind und sich mit "ich bin bi" nur rausreden. das kann wohl niemand bestreiten.

    daraus aber zu schließen, dass es bisexualität überhaupt nicht gebe ist trotzdem unfug.

    in meinem engeren bekanntenkreis gibt es schon zwei männer und eine frau, die sowohl mit männern als auch mit frauen beziehungen hatten. für mich gibt es nicht den geringsten anlass, auch nur eine einzige dieser beziehungen als "fake" zu diagnostizieren. erstens kenne ich diese menschen, wie gesagt, gut genug, um ihre ehrlichkeit einigermaßen einzuschätzen, und zweitens fände ich es auch sonst einfach nur unverschämt, das gefühlsleben eines anderen besser kennen zu wollen als er selbst.

    übrigens: wenn die aggression und ignoranz, die diese diskussion hier prägt, typisch ist, dann könnte ich es gut nachvollziehen, warum "echte" bisexuelle sich nicht so ohne weiteres outen. auf sprüche wie "du traust dich nur nicht, zu deinem schwulsein zu stehen" hätte ich an deren stelle sicherlich auch herzlich wenig bock.

    wenn irgendetwas die hetero-norm wirklich aufzuweichen in der lage ist, dann ist das sicherlich nicht, die vielfalt der identitäten zu ignorieren und anderen menschen, die man nicht mal kennt, abzusprechen, ihre identität selber einschätzen zu dürfen.
  • Antworten » | Direktlink »
#22 Lapushka
  • 24.09.2011, 18:13h
  • Uli Meyer:

    "Konsultiert man die Massenmedien, so scheint der gesellschaftliche Konsens derzeit folgender: Es gibt zwei natürliche Geschlechter, männlich und weiblich, bei Intersexualität und Transsexualität handelt es sich um Abweichungen, die der Behandlung bedürfen; es gibt zwei Formen der Sexualität, Heterosexualität und Homosexualität, andere Varianten (z.B. Bisexualität) sind nicht in der gleichen Weise "essentiell" wie diese beiden Formen.
    Auffällig ist, dass auch ein Grossteil der Intersexuellen, Transsexuellen und Homosexuellen diese Auffassungen zu teilen scheinen. Andere Positionen haben kein öffentliches Forum und scheitern oft daran, dass sie innerhalb der "anerkannten Wahrheit" unverständlich erscheinen.

    Präferiert und mit Teilhabe an gesellschaftlichen Privilegien belohnt werden Identitätsentwürfe, die das herkömmliche Weltbild stützen, ein Weltbild, in dem Mann und Frau, Hetero- und Homosexualität sauber voneinander zu trennen sind; denn wenn Homosexualität eine angeborene, "wahre" Identität ist, dann folgt daraus, dass auch Heterosexualität angeboren und unabänderlich ist. Wenn Intersexualität oder Transsexualität Störungen sind, dann sind die zwei einander ausschließenden Geschlechter "naturgegeben".
    Statistische Erhebungen, wie die von Hirschfeld oder Kinsey, die eine Vielzahl von Variationen und Verhaltensweisen auch innerhalb der sog. "normalen" Bevölkerung aufzeigen, werden in Medien und öffentlichen Diskussionen meist ignoriert.

    Und schließlich verstärkt das "abendländische" Weltbild mit seiner Vorstellung von der unteilbaren, "wirklichen" Identität einer Person diese Tendenz zum Essentialismus noch. Es scheint die Idee von einer "natürlich" vorhandenen "wahren" Natur eines Individuums zu propagieren, die zwar verborgen oder unbewusst sein kann, aber niemals verloren geht. Daraus folgt, dass jede Person nur eine wahre Natur haben kann; alle Zustände, die eine Person durchlaufen mag, sind daher nur Phasen, sprich Irrtümer, auf dem Weg zu dieser "wahren" Natur - diese "wahre" Natur kann letzendlich nur ein Geschlecht, nur eine Sexualität beinhalten.

    Dieses Weltbild, das auf verschiedensten Ebenen wirkt, hat den Nebeneffekt, Menschen in Gruppen aufzuspalten, die sich vor allem durch ihre Unterschiede voneinander definieren. Personen die zwischen diesen so geschaffenen Gruppen stehen, werden oft nicht als Bindeglieder, sondern als Störfaktoren wahrgenommen. Auch besteht die Tendenz, sie als Bedrohung der eigenen Identität und (manchmal mühsam erkämpfter) gesellschaftlichen Privilegien wahrzunehmen - die Partizipation an der Normalität erfordert häufig auch die Bereitschaft, andere, mit denen man evtl. bis vor kurzem "im gleichen Boot" saß, zu diskriminieren: Es sind Personen, deren Biogragie sich der "Wahrhaftigkeit", "Echtheit" oder "Eindeutigkeit" entzieht, und die durch ihre bloße Existenz herkömmliche Vorstellungen über Geschlecht oder Sexualität in Frage stellen, die oftmals (sowohl gesamtgesellschaftlich als auch subkulturell) ignoriert oder verachtet werden.

    Dieser Umstand spiegelt sich auch in bestimmten subkulturellen Praktiken, wie der, auf Personen Druck auszuüben, sich einem subkulturellen Standard anzupassen: Von Schwulen/Lesben wird Bisexualität häufig als "unreif", "verräterisch" oder "feige" gesehen und es wird verlangt, sich zu "entscheiden"; auf Transleute wird Druck ausgeübt, eine ("vollständige") körperliche Transition vorzunehmen, sonst wird ihre "Echtheit" angezweifelt, intersexuelle Lesben werden aus Frauengruppen gemobbt, weil sie eine "männliche Aura" haben etc. Ebenso problematisch ist die kollektive Erwartungshaltung "immer schon" homosexuell oder transsexuell gewesen zu sein. Biografische Details, die dem widersprechen, werden tunlichst verschwiegen, es wird eine "nahtlose" Echtheit konstruiert - die Lesbe war schon im Sandkasten in ihre Freundin verliebt, der Transmann war schon mit 3 ein "echter" Junge, etc.
    Natürlich haben manche Personen tatsächlich diese Erfahrung gemacht, jedoch scheint es für viele unerträglich, dass dies nicht die Erfahrung aller ist."
  • Antworten » | Direktlink »
#23 finkAnonym
#24 Lapushka
  • 24.09.2011, 19:07h
  • Antwort auf #23 von fink
  • Das haben einige Mitschreiber in den hiesigen Kommentaren ja schon angedeutet.
    Wegen der Heteronormativität oder Heterosexismus oder wie immer man es nennen will.
    Man hat sich durchs Coming Out gekämpft, hat wahrscheinlich immer noch immer wieder mit Leuten zu tun, die das infrage stellen, dazu immer wieder religiöse Personen die irgendwelche wirren Theorien zum Besten geben usw.

    Und natürlich das leidige Thema, dass Homosexualität nicht angeboren sei und es deshalb zwigend eine "Störung" sein müsse.

    Da finde ich es schon ein bisschen nachvollziehbar, wenn manche Leute dann lieber Bestätigungen für das Gegenteil mögen also, dass es schon immer so war.
    Und vielleicht brauchen auch manche eine externe Stütze im Hinblick darauf, dass es auch immer so sein wird.
    Weshalb solche Themen wie in diesem Film behandelt eben nicht gerne gesehen sind.
    Weil bewusst oder unbewusst davon ausgegangen wird, dass dadurch das Hinterfragen von Homosexualität wieder zunehmen könnte.
    (So nach dem Motto "Aha, homosexuell sein ist also gar nicht in Stein gemeißelt. Eigentlich muss man nur den/die richtige/n Mann/Frau finden. Und ihr könnt das auch schaffen"). Das hat natürlich etwas Bedrohendes.

    Deshalb sind Szenarien in denen ein vom Selbstverständnis her eigentlich Heterosexueller sich gleichgeschlechtlich verliebt mit Sicherheit auch weniger "aufgeladen" als umgekehrt.

    Trotzdem: Darf man aus meiner Sicht nicht zum Anlass nehmen, andere sexuelle Identitäten oder Beziehungen unterzubuttern.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #23 springen »
#25 finkAnonym

» zurück zum Artikel