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Einzelkommentar zu:
Coming-out mal andersrum


#8 Lapushka
  • 23.09.2011, 19:09h
  • Antwort auf #7 von Danny89
  • Naja, ich hab andere Probleme. Ich bin eine Frau mit vornehmlich männlicher Identität.
    Wird allerdings auch oft infrage gestellt und reglementiert, ob ich nicht mal weiblicher sein könne und dass man dieses und jenes als Frau nicht macht usw.
    Was besonders in der Pubertät teils nervig war, wenn man merkt dass man anders ist und empfindet als andere Mädchen. Und auch in meinen ersten Beziehungen hatte ich oft Probleme da meine Freunde eben mit einer "richtigen" Frau gerechnet hatten, da ich auch ziemlich feminin aussehe und sie irgendwann gemerkt haben dass ich irgendwie (zu) männlich bin.
    Da habe ich auch eine Zeit lang ziemlich viel Theater gespielt und versucht, dem gerecht zu werden.

    Ich kann es schon verstehen, dass sensibel auf so ein Thema reagiert wird.
    Wäre ich lesbisch, würde es mich auch nerven, wenn ständig jemand käme der mir sagt "Ey, du brauchst nur mal nen richtigen Schwanz der dich wieder gerade bumst"

    Aber objektiv betrachtet ist es nunmal so, dass das Leben nicht berechenbar ist.
    Und auch nicht in wen man sich verliebt.

    Vielleicht ist es in dem Film ja auch so, dass er sich einfach nur in genau diesen Menschen verliebt hat.
    Heisst ja nicht, dass er grundsätzlich plötzlich nichts mehr mit Männern anfangen kann und plötzlich hetero ist.

    "Dabei ist das Blödsinn!! Es gibt kein bi. "

    Und das finde ich jetzt wiederum nicht nett gegenüber Bisexuellen.
    Klar gibt es Leute die das nur behaupten, um nicht die Konsequenzen einer "vollständigen" öffentlichen Homosexualität hinnehmen zu müssen, weil sie dadurch offiziell immer noch "halbwegs" auf der "normalen" Seite stehen.
    Aber es gibt auch Menschen die sind es wirklich.
    Zu sagen, es gibt keine Bisexualität sondern nur Schrank-Schwule/Lesben, ist genauso wie zu sagen, es gibt keine Homosexuaellen, sondern nur Verwirrte die Beistand benötigen *Rosenkranz bet* oder sowas.

    "Und ja ich fühle mich persönlich beleidigt und zwar weil ich für ich durch das outing gesagt habe, ich stehe auf männer. und dann zu sagen plötzlich verliebe ich mich inne frau das geht gar nicht. Wenn man Schwul ist, ist man schwul."

    Wie gesagt, ich kann mir das auch absolut nicht mit einer Frau vorstellen.
    Aber mal angenommen, es passiert dir doch, auch wenn es unvorstellbar ist. Du kriegst Herzrasen und bist über beide Ohren verliebt, würdest du dann ernsthaft sagen: "Hm ne, geh mal weiter. Ich stehe ja ausschliesslich auf Männer."?

    Oder sagen wir, einem schwulen Freund von dir passiert das.
    Kündigst du ihm dann die Freundschaft weil er ein feiger Verräter oder sowas ist?

    "denn iwann muss ich mich entscheiden, will ich nen typen heiraten oder ne frau."

    Wieso muss man das? Wieso "muss" man überhaupt heiraten?
    Und wenn man bi ist und heiraten will, dann wartet man eben, genau wie alle anderen auch, bis man einen Mann oder eine Frau kennenlernt den/die man so sehr liebt dass man das mit ihm/ihr durchziehen will.
    Würde ich mal sagen.

    ""Oh nee, die frau ist mir zu langweilig, geh doch mal wieder zu nem Typen" und dass dann 4 oder 5 Mal. Blödsinn. "

    Ein Hetero kann das aber auch sagen. Nur halt mit einer anderen Frau.
    Oder ein schwuler Mann mit einem anderen Mann (oder Frau mit anderer Frau).
    Wie man es mit Treue in einer Beziehung hält, ist doch nicht an eine sexuelle Orientierung gebunden.

    "Die Leute, die sagen die sind bi sind einfach nur zu feige sich zu outen. Sorry, einigen wird das gar nicht passen, aber das ist meine Meinung. Bitte akzeptiert die und greift mich jetzt nicht an. "
    Ja klar, freie Meinungsäußerung und so.
    Du musst dir allerdings bewusst machen, dass es möglich ist, dass du Menschen damit verletzt.

    Mir gefällt dieses "Angriff ist die beste Verteidigung"-Abgrenzen nicht besonders. In beide Richtungen nicht.
    Gibt auch viele Hetero-Männer die, sobald das Thema Homosexualität auch nur im Ansatz angeschnitten wird, sich sofort völlig ohne Not genötigt sehen, darauf hinzuweisen, dass sie es ja absolut nicht sind und sich auch nie vorstellen könnten, und das Männerliebe ekelhaft ist usw. usf. als hätte man gerade versucht, sie in einen Darkroom zu zerren. Tut doch nicht Not.
    Einfach jeder so wie er mag mMn.

    Und dann gibt es noch Männer/Frauen die einfach aus Interesse oder weil es mal etwas anderes ist mal was mit einem anderen Mann/Frau haben, aber dennoch am anderen Geschlecht interessiert sind.
    Sind das auch alles verkappte Schwule und Lesben die sich nur nicht trauen?

    Wenn ich eines bisher gelernt habe, dann, dass es nichts gibt was es nicht gibt.

    Unterm Strich ist der Film wie gesagt mMn einfach nur eine Beziehungskisten-Komödie.
    Wenn man ihn als unterschwellige Anordnung auffasst, bisexuell zu "werden" oder sich mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren, dann halte ich das für übertrieben.
    Auch wenn ich es bis zu einem gewissen Grad verstehen kann, dass die Sensibilisierung bei sowas höher ist, weil Homosexualität mehr infrage gestellt wird als Heterosexualität und letztere von der Ex-Gay Bewegung immer als der Heilige Gral verkauft wird.
    Gutheissen tue ich es aber nicht, weil sowas irgendwie fast immer auch dazu führt, dass Menschen die sich als bisexuell definieren auf die Fresse kriegen.
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