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  • 24. September 2011 27 2 Min.

Einer von angeblich zehn heimlich schwulen Politikern: Reformminister Roberto Calderoli

Italienische Aktivisten haben zehn homophobe Politiker als heimlich schwul geoutet. Unter den Politikern sind überwiegend Angehörige von Silvio Berlusconis rechter Regierungs-Koalition aus Popolo della Libertà, Lega Nord und Movimento per l'Autonomia, aber auch Oppositionspolitiker der christdemokratischen Unione di Centro.

Die unbekannten Autoren wollen mit ihrer Outing-Aktion "ein wenig Gerechtigkeit in ein Land bringen, wo die Menschen sich nicht gegen tägliche Vorwürfe und Attacken heuchlerischer Politiker wehren können: "Wir haben uns entscheiden, mit diesen zehn Namen zu beginnen, um zu zeigen, wie sehr Verlogenheit und Diskriminierung im italienischen Parlament herrschen", erklären die Blogger ihr Vorgehen. Sie hätten dabei bewusst auf Parteien gezielt, die im Juli im gegen die Verabschiedung eines Gesetzes gegen Homophobie stimmten (queer.de berichtete).

Arcigay bemängelt, dass es keine Beweise gibt


Auch auf der Liste: Roberto Formigoni, Präsident der Region Lombardei

Prominentestes Mitglied der Outing-Liste ist Roberto Calderoli von der Lega Nord, der seit 2008 das Sonderministerium für Vereinfachungen in der Gesetzgebung leitet. Der Rechtspopulist sorgte mehrfach mit rassistischen und homophoben Äußerungen für Schlagzeilen, so bezeichnete er CSD-Demonstrationen als "wirklich widerlich" (queer.de berichtete). Die anderen von den Bloggern geouteten Politker sind Ferdinando Adornato, Mario Baccini, Paolo Bonaiuti, Massimo Corsaro, Roberto Formigoni, Maurizio Gasparri, Gianni Letta, Marco Milanese und Luca Volonte.

Italienische Homo-Organisationen reagierten gespalten auf die Outing-Aktion. Während "Equality Italia"-Vorsitzender Aurelio Mancuso in einer Stellungnahme meinte, kein Abgeordneter müsse sich dafür schämen, schwul genannt zu werden, merkte Paolo Patane von Arcigay an, dass es keine Beweise für eine Homosexualität der zehn Politiker gebe.

Italien ist das einzige EG-Gründungsmitglied, in denen homo­sexuelle Partnerschaften keinerlei Anerkennung zuteil wird. Vor drei Jahren scheiterte ein Versuch der vom Sozialdemokraten Romano Prodi geführten Regierung, eingetragene Partnerschaften zu etablieren (queer.de berichtete). Die von Berlusconi angeführten Konservativen haben sich dagegen stets gegen Homo-Rechte ausgesprochen. Der Regierungschef sorgte Ende letzten Jahres mit der Äußerung für Wirbel, es sei "besser, leidenschaftlich über schöne Mädchen zu sein, als schwul". (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Sollte man Menschen gegen ihren Willen outen?
    Ergebnis der Umfrage vom 26.9.2011 bis 03.10.2011
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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.09.2011, 16:33h
  • Soso, zehn Schrankschwestern befinden sich im italienischen Parlament - mal sehen, was noch kommt und was Berlustconi dazu schwadroniert!
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#2 Geert
  • 24.09.2011, 17:34h
  • Es ist gut, solche Leute zu outen, allerdings müssen gerichtsfähige Beweise vorliegen!
    Aufgrund von irgendwelchem Tuntengetratsche kann man nicht outen.
    Außerdem sollte ein Outing nur in wenigen ausgewählten Fällen vorgenommen werden und immer nur von einer schwulen Organisation, nie von einer Einzelperson.
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#3 Geert
  • 24.09.2011, 17:50h
  • Aus diesem Grunde ist ja auch unmöglich, Ratzinger zu outen.

    Jeder weiss es, aber es liegen keine gerichtsfähigen Beweise vor.
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