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Filmstart "Vergiss dein Ende"
Mit 66 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss?
- 27. September 2011 2 Min.

Keine leichte Kost: Hannelores Mann leidet an Demenz, der schwule Nachbar will sich umbringen (Bild: Basis Film)
Wie mit der Demenz oder dem Tod des Partners umgehen? Regisseur Andreas Kannengießer nähert sich in seinem Film "Vergiss dein Ende" einem schwierigen Thema.
Von Carsten Weidemann
Wie ist das eigentlich, wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden oder der eigene Lebenspartner? Der Regisseur Andreas Kannengießer hat sich diese Fragen gestellt und sie zum Inhalt seines Films "Vergiss dein Ende" gemacht. Nicht aus einer rein soziologischen Neugier, sondern auch aus einer persönlichen Betroffenheit.
Er erzählt: "Ich finde es darüber hinaus beunruhigend, zu wissen, dass ich hier und heute nicht in der Lage wäre, meine Eltern zu Hause zu pflegen. Oder im Heim pflegen zu lassen. Weil ich keine gesicherte Existenz vorweisen kann, keine Rücklagen habe, ein Nomadenleben führe und die Rentenaussichten schlecht sind. Und ich vermute, ich bin nicht ganz allein damit. Angesichts der Realität, dass wir in unserer Gesellschaft bald mehr Pflegefälle als Kinder zu betreuen haben, ist es für mich nicht ausreichend, zu fragen, was man sich selbst für den Fall des Falles wünscht. Man muss schon etwas weiter ausholen." Er hofft, dass sein Film dazu anregt.
Der Lebensgefährte des schwulen Nachbarn starb an Krebs
Die Story: Seit vier Jahren pflegt Hannelore (Renate Krößner) ihren demenzkranken Mann Klaus (Hermann Beyer). Sie ist am Ende ihrer Kräfte und nutzt die Chance aus ihrem Alltag zu entfliehen, als sich ihr Nachbar Günther (Dieter Mann) auf eine Reise begibt. Sie folgt ihm unbemerkt in den Zug und lässt ihren Mann allein zurück.
Günther, dessen Lebensgefährte vor kurzem an Krebs gestorben ist, möchte sich in einem Ferienhaus an der Küste das Leben nehmen. Dass Hannelore ihm gefolgt ist, bemerkt er erst an der Endhaltestelle. Ist er anfangs noch verärgert, so entwickelt sich doch bald Vertrauen zwischen den beiden. Sie versuchen sich gegenseitig Hoffnung und Halt zu geben, doch Günther kann seinen Plan nicht vergessen.
Pflegebedürftigkeit: Auch ein Thema für Schwule und Lesben
In Deutschland sind etwa 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen nimmt mit dem Lebensalter zu. In der Altersgruppe 60 bis 65 liegt sie bei 1%, bei den 90jährigen bei 30%. Da die Anzahl der alten Menschen weiter wachsen wird, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Millionen steigen wird, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.
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