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Verbot der Homo-"Propaganda"

Daumenschrauben für russische Homo-Aktivisten

  • 30. September 2011 7 2 Min.

Auch der englischsprachige staatliche Nachrichtensender RT berichtet vom Verbot

Willkommen in Russland: Der Bezirk Archangelsk verbietet Homo-"Propaganda", während das Justizministerium die Anerkennung von schwul-lesbischen Gruppen verweigert.

Ab sofort können im nordrussischen Archangelsk Aktivisten bestraft werden, wenn sie bei Demonstrationen die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben fordern. Das Verbot schließt auch CSDs ein. Das Parlament des 1,2 Millionen Einwohner zählenden Bezirks will damit "die Moral und die Gesundheit der Kinder in der Region Archangelsk schützen".

Eingebracht haben das Gesetz Politiker der Putin-Partei "Einiges Russland" und der kremlnahen Gruppe "Gerechtes Russland" nach Lobbyarbeit der russisch-orthodoxen Kirche. Deren Sprecher Vsevolod Chaplin begrüßte das Redeverbot für schwule und lesbische Aktivisten: "Alle Priester wissen, dass die Seelen nach sündhaften homo­sexuellen Erfahrungen leer und verzweifelt sind. Diese Unsicherheit nach einer Befriedigung, die eine Minute andauert, zwingt diese geistig kranken Menschen dazu, Paraden und andere öffentliche Protestaktionen abzuhalten", so Chaplin in russischen Medien.

Bereits seit 2006 verbietet das 200 Kilometer von Moskau entfernte Rjasan Homo-"Propaganda" in der Öffentlichkeit. Dort wurden bereits mehrere Aktivisten wegen des Verbots verurteilt. So erhielten 2009 zwei Männer eine Geldstrafe, weil sie Plakate mit der Aufschrift "Homosexualität ist normal" und "Ich bin stolz auf meine Homosexualität" in der Öffentlichkeit getragen haben (queer.de berichtete).

"Sport ohne Homophobie" nicht zugelassen


Kirchensprecher Vsevolod Chaplin glaubt, dass alle Männer nach homosexuellen Erfahrungen unglücklich sind

Auch die russische Regierung schmeißt Homo-Aktivisten Steine in den Weg: So hat das russische Justizministerium vor wenigen Tagen die Anerkennung von vier schwul-lesbischen Gruppen verweigert, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Sie tragen Namen wie "Sport ohne Homophobie" oder "Harvey-Milk-Gesellschaft". Die meisten Nichtregierungsorganisationen müssen in Russland anerkannt werden, sonst drohen den Aktivisten hohe Strafen. Das Ministerium erklärte, dass die Gruppen nicht die notwendigen Dokumente eingereicht hätten. Das sei jedoch nur ein Vorwand, erklärte CSD-Organisator Nikolai Aleksejew: "Wir werden die Anmeldung für diese Organisationen erneut abgeben. Wenn wir noch einmal scheitert, werden wir klagen und im Notfall bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen", so Aleksejew.

Die Luxemburger Richter haben Aleksejew bereits im vergangenen Jahr zu seinem bislang größten Triumph verholfen, als sie entschieden haben, dass das Moskauer CSD-Verbot gegen die Menschenrechtskonvention verstößt, die auch Russland unterzeichnet hat (queer.de berichtete). Weil die russischen Behörden trotz des Urteils immer noch an Demonstrationsverboten für Schwule und Lesben festhalten, haben die Aktivisten letzten Monat über 100 CSDs beantragt (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Bericht auf RT
-w-

#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 30.09.2011, 14:25h

  • "Eingebracht haben das Gesetz Politiker der Putin-Partei "Einiges Russland" und der kremlnahen Gruppe "Gerechtes Russland" nach Lobbyarbeit der russisch-orthodoxen Kirche."

    Wo bleibt die Trennung von Kirche und Staat? Weshalb wohl wettere ich hier ständig gegen Religionen?
    "Alle Priester wissen, dass die Seelen nach sündhaften homosexuellen Erfahrungen leer und verzweifelt sind. Diese Unsicherheit nach einer Befriedigung, die eine Minute andauert, zwingt diese geistig kranken Menschen dazu, Paraden und andere öffentliche Protestaktionen abzuhalten"

    Hört hört, da spricht wieder so ein Schrankschwester- "Priester" über sich selbst sowie die eigentümlichen Prozessionen seiner Sekte!

    Kleiner Tipp: Übe ein wenig, wichse mal zwischendurch, dann kannste nächstes Mal auch länger als nur eine Minute!
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#2 Lapushka
  • 30.09.2011, 14:35h
  • So ein Beschluß dürfte auch gegen so ziemlich alles verstoßen was mit Menschenrechten und freier Meinungsäußerung zu tun hat.
    Kann mir nicht vorstellen, dass das durchgesetzt werden kann.

    Was die Situation natürlich nicht wirklich verbessert. Rußland muss echt ein furchtbares Pflaster sein für Schwule und Lesben.

    Aufklärung tut Not.
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#3 ESC 2012 Anonym
  • 30.09.2011, 15:59h
  • Gazprom - fremd und geheimnisvoll,
    Türme aus rotem Gold,
    kalt wie das Eis.
    Gazprom - doch wer dich wirklich kennt,
    der weiß, ein Feuer brennt
    in dir so heiß.
    Kosaken hey, hey, hey leert die Gläser!
    Natascha ha,ha, ha, du bist schön!
    Towarisch hey, hey, hey, auf das Leben!
    Auf dein Wohl Bruder, hey Bruder ho!
    Gazprom, Gazprom
    wirf die Gläser an die Wand,
    Russland ist ein schönes Land, ho, ho, ho, ho, hey!

    [...] Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sieht inzwischen sogar die Konturen einer "strategischen Partnerschaft Russland - EU" aufscheinen.[Alexander Rahr: Neue Energiewende: Back to Gasprom; www.dgap.org 22.07.2011]
    Dabei ist mit "EU" faktisch vor allem Deutschland gemeint. Berlin habe seine Blockade gegenüber russischen Investitionen in der Bundesrepublik nun auf dem Energiesektor aufgegeben, schreibt DGAP-Experte Alexander Rahr, einer der maßgeblichen Berliner Befürworter einer deutsch-russischen Kooperation: "Jetzt sind russische Investoren in Deutschland doch willkommen - vor allem im Energiebereich." Diese deutsche "Energiewende Richtung Russland" fordere jedoch, urteilt Rahr, "zwei Opfer" - die Ukraine und Nabucco. Die Ukraine drohe ihre strategische Bedeutung als Transitland für russische Energieträger zu verlieren, da sie sich weigere, ihre Pipelines "an Russland oder die EU" zu verkaufen; daher entstünden nun eben "Pipelines in Umgehung der Ukraine". Rahrs Auslassungen bestätigen die Befürchtungen in vielen mittelosteuropäischen Ländern, eine enge deutsch-russische Allianz werde zu fortschreitender geostrategischer und wirtschaftlicher Marginalisierung der Staaten zwischen Baltikum und Schwarzem Meer führen - und letztlich womöglich gar zu weiteren Souveränitätsverlusten.

    Das zweite Opfer der fortschreitenden energiepolitischen Verflechtung zwischen Moskau und Berlin stellt laut DGAP die Nabucco-Pipeline dar. DGAP-Experte Rahr fragt rhetorisch: "Könnte die beginnende Allianz mit Gasprom RWE zum Seitenwechsel zwingen?". Zudem habe Nabucco - im Gegensatz zum russischen Konkurrenzprojekt South Stream - immer noch keine Sicherheiten für ausreichende Erdgaslieferungen verbuchen können: "Die kaspischen Anrainer Aserbaidschan und Turkmenistan können die erforderlichen Gasmengen immer noch nicht garantieren, das internationale Konsortium von Nabucco scheint brüchig und innerhalb der EU gibt es nicht den erwarteten Konsens aller Staaten für das Projekt." Aserdaidschan gilt bislang als das einzige Land, dessen Bereitschaft, Nabucco mit Erdgas zu befüllen, außer Frage steht - wobei Baku jüngst erklärte, die Pipeline mit höchstens zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich versorgen zu können. Das ist weniger als ein Drittel der vom Nabucco-Konsortium angestrebten jährlichen Beförderungskapazität. Die EU aber wolle bei Realisierung des Nabucco-Projekts ohnehin nicht "einzig vom aserbaidschanischen Erdgas" abhängig sein, erläuterte Alexander Rahr gegenüber aserbaidschanischen Medien: "Wenn keine zusätzlichen Quellen gefunden werden, wird Nabucco niemals realisiert.". [...]

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