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"Focus"-Interview
Roland Emmerich spricht über seine Homosexualität
- 30. September 2011 2 Min.

Roland Emmerich: "Who cares?"
Hollywood-Regisseur Roland Emmerich hat in einem Interview erklärt, dass er inzwischen offener mit seinem Schwulsein umgeht.
Dem "Focus" sagte der 55-Jährige, dass er sich eine Hochzeit mit seinem rund 30 Jahre jüngeren Freund vorstellen könne. Heute habe er kein Problem, über sein Privatleben offen zu sprechen: "Früher hat keiner gewusst, dass ich schwul bin, heute ist mir das wurscht. Ich finde es wichtig, dass man zu politischen Themen wie der Homosexuellen-Ehe Stellung bezieht." Er erklärte weiter, er wisse um die Homosexualität einiger Hollywood-Schauspieler, die das nicht zugeben wollen. In seinem Beruf könne er offener sein: "Aber das ist das Tolle daran, Regisseur zu sein: Man kann sagen, was man will. Who cares?", so Emmerich.
Bislang hat sich Emmerich kaum zu seiner Sexualität geäußert, diese aber auch nicht versteckt. In der Vergangenheit hat er sich wiederholt für Homo-Rechte eingesetzt: So spendete er 2006 150.000 US-Dollar an ein Projekt zur Bewahrung und Restaurierung schwuler und lesbischer Filme. 2007 hielt er im Namen der schwul-lesbische Community eine Spendenaktion für die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ab - in seinem eigenen Haus in Los Angeles.
Emmerich bleibt Amerika treu
Nach Deutschland zurückkehren will der in Sindelfingen aufgewachsene Schwabe nicht, obwohl er eine Wohnung in Berlin besitzt: "Es liegt am schlechten Wetter. Und an den vielen Verboten". Trotzdem wundern ihn manche Eigenarten der Amerikaner: "Das platzt auch in Gesprächen mit US-Freunden oft aus mir heraus: 'Ihr seid immer noch gegen die Ehe von Homosexuellen, haltet immer noch an der Atomenergie fest'".
Emmerich ist einer der erfolgreichsten Regisseure für Katastrophenfilme in den USA. In Deutschland startete er in den 80er Jahren mit Science-Fiction-Produktionen wie "Das Arche-Noah-Prinzip" und "Moon 44". 1992 drehte er mit "Universal Soldier" seinen ersten Hollywood-Streifen. Mit "Independence Day" schaffte er vier Jahre später den Durchbruch. Der Film brachte weltweit fast eine Milliarde Dollar an der Kinokasse ein. Emmerich führte auch Regie bei weiteren actionreichen Filmen wie "Der Patriot", "The Day After Tomorrow" und "2012". (dk)













