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Kommentare zu:
Von "Schwulenparaden" und "Schwulenehen"


#1 antosProfil
  • 01.10.2011, 18:36hBonn
  • Endlich mal ein Thema, das definitiv auf 'queer.de' gehört, hier aber bisher leider nie stattgefunden hat.

    Liebe Elke, bei all deiner sicher berechtigten Presseschelte - wo bitte sind die Frauen, die öffentlich lesbenpolitisch Stellung beziehen? Wer außer Hella von Sinnen fällt dir ein - ungestützt durch Insider-Lesbenmagazine? Als öffentliche Person? Die sich konsequent zum Thema äußert?

    Vielleicht Anne Will, die auch noch den miesesten klerikalen Homobasher ohne Widerspruch ausreden lässt? Oder Rita Süssmuth, die es im gesegneten Alter dann doch noch schafft, ausgerechnet der LSU beizutreten, weil sie ja auch offenkundig gern über Katholizismus und Moral spricht?

    Verstecken sich lesbische erfolgreiche Frauen noch lieber als erfolgreiche schwule Männer?
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#2 KarstenAnonym
  • 01.10.2011, 18:51h
  • Anstrengender Text. Immer dann wenn es passt, bedient sich die Autorin lesbischer Abwesenheit um ihr Argument zu untermauern (CSD-Berichterstattung etc), wenn's nicht passt (Selbstmordrate, die bei jugendlichen Lesben deutlich niedriger ist als bei schwulen Teenagern), sitzen wir plötzlich wieder alle in einem Boot. So geht's argumentativ nicht. Und was wäre denn, wenn statt über Anne Will, Maren Kroymann, Dunja Hayali und neuerdings ja auch Alice Schwarzer, immer nur über Hella von Sinnen oder Ulrike Folkerts (das wandelnde Lesbenklischee: laut, butch, lustig oder tough, butch, sportlich) berichtet werden würde? Das wäre dann wie die Berichterstattung über Transen beim CSD als alleinige Repräsentanz schwulen Lebens in Deutschland. Beides stimmt als Bild nicht so ganz. Was aber stimmt: Laut und butch oder laut und tuntig sein ist viel mutiger und schwieriger als Alice Schwarzer zu sein, Jahrzehntelang im Schrank zu sitzen und sich parallel über mangelnde Medienaufmerksamkeit für Lesben zu beschweren. Da sind die Schwulen was den offenen Umgang mit ihrer Sexualität in den Medien anbelangt deutlich weiter und vielleicht ja auch deswegen sichtbarer.
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#4 antosProfil
#5 LesbosAnonym
  • 01.10.2011, 19:46h
  • Ich bin der Meinung, dass Lesben unterrepräsentiert sind und finde das sehr schade.

    Allerdings sind sie es teilweise auch selbst schuld. Denn statt mit Schwulen gemeinsam für allg. Homorechte zu kämpfen, sind auch Schwule für manche feministische Lesben oft das Hassobjekt Mann, das man bekämpfen muss.

    Und wenn man dann auch noch anfängt, z.B. das Mahnmal der im Dritten Reich ermordeten Schwulen gegen alle historischen Fakten für ganz andere Ziele zu missbrauchen, darf man sich nicht wundern, wenn ein Keil zwischen Schwule und Lesben getrieben wird, unter dem dann alle zu leiden haben.
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#6 istdochegal2011Anonym
  • 01.10.2011, 20:53h
  • Antwort auf #5 von Lesbos
  • Wegen jedem beschissenen Tropfen Öl werden von der NATO Länder plattgemacht. Aber wenn es um Menschenleben und Freiheit geht, machen die westlichen Nationen keinen Finger krum, obwohl sie das Recht, die Pflicht und die Möglichkeiten dazu haben.

    Ich versteh's nicht, aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu dumm.
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#7 Parht123Anonym
  • 02.10.2011, 11:07h
  • Antwort auf #5 von Lesbos
  • Da kann ich mich nur anschließen.

    Wenn Lesben ständig gegen Schwule poltern, dürfen sie sich nicht wundern, wenn Schwule sich irgendwann nur noch um ihre Interessen kümmern und Lesben dann einfach in den feministischen Emanzen-Topf geschmissen werden und nicht mehr wahrgenommen werden.

    Das ist genau die Ernte, die manche Lesben gesät haben. (inkl. Alice Schwarzer)

    Und das schlimmste ist:
    sie kapieren es nicht mal. Je weniger Beachtung sie finden, desto mehr meinen sie poltern zu müssen. Und separieren sich damit nur noch weiter.
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#8 benachteiligtAnonym
#9 SchattentanzProfil
  • 02.10.2011, 15:15hBerlin
  • Antwort auf #1 von antos
  • Es ist in der Tat ein interessantes Thema, allerdings hätte ich noch zwei Anmerkungen.

    Erstens, fehlt mir eine Analyse zur Darstellung von Homo-/Bi- und Transsexualität in den Medien allgemein. Als was kommen wir denn vor? Als schwule Stricher, fette und hässliche Hartz IV - Lesben sowie als Krawalltransen. Schwule mögen in den Medien eine größere Präsenz haben, aber dieser Vergleich lenkt doch einerseits vom negativen Bild (Schriller Entertainer, den keiner Ernst nehmen kann) und andererseits vom allgemeinen Mangel an Darstellung der LGBTQ ab. Die lesbische Sichtbarkeit in den Medien zu erhöhen erscheint mir gegenüber dem Ziel, die LGBTQ-Community stärker zu repräsentieren, jedenfalls zweitrangig. Lieber gemeinsam mehr erreichen, als getrennt nicht existent, nech? Aber: so einem gemeinsamen Kampf stehen oft die Männerfeindlichkeit der Politlesben (bzw.) die Frauenfeindlichkeit einiger Schwulen im Weg. Ich fürchte -in Anbetracht des ein oder anderen Vergleichs- dass dieses Buch den Schwul vs. Lesbisch-Konflikt anheizen wird und damit scheitert.

    2. Zur Rolle von lesbischen Vorbildern (damit meine ich nicht Hella von Sinnen und Co.):

    Alle mir bekannten, prominenten und offen lesbischen Frauen sind feige und in Anbetracht der Teenie-Selbstmordraten auch verantwortungslos. Oder wieviele lesbische BT-Abgeordnete kennt ihr (Ex-MdB Süßmuth ist aber, soweit ich weiß, mit nem Mann verheiratet ;-) )?

    Alice Schwarzer? Sie hat sich aus meiner Sicht mit ihrem späten CO völlig ins Abseits geschossen. Ihre Erfolge, ihr ein oder andere Einsatz für mehr Homorechte und ihre Standhaftigkeit in allen Ehren, aber das CO hatte einen bitteren Nachgeschmack. Das Bild der ewig kämpfenden und aufrechten Alice -ganz gleich, ob man ihre Ziele nun gut oder schlecht findet- hat jedenfalls tiefe Risse bekommen.

    Anne Will? Die schlägt dem Fass den Boden aus:
    1. hat sie den Mund gehalten, bis ihr beruflich nix mehr passieren konnte.
    2. könnte sie durch ihre Talkshow dem Thema Homosexualität und Diskriminierung deutlich mehr Öffentlichkeit zu verleihen (z.B. wenn sie zu den CSDs oder zum Papstbesuch mal entsprechende Sendungen bringen würde/gebracht hätte. Das machen die Maischberger und die Illner doch auch) - sie tut es aber nicht. Stattdessen setzt sie jahrelang auf die Verschwiegenheit der Szene, genießt ihr Regenbogenleben und gibt nichts, aber auch gar nichts zurück. Dabei wäre sie mal eine willkommene Abwechslung für all die jungen Mädchen dort draussen, die auf Schulhöfen beschimpft, beleidigt und ausgestossen werden und ja, auch sexuell bedrängt werden - die sich einsam, isoliert und ganz allein auf der Welt fühlen und nichts mit dicken Krawalllesben wie Hella von Sinnen anfangen können. Anne Will, so sehr ich sie auch kritisiere, wäre insgesamt ein gutes Vorbild - aber ihr fehlt es einfach an Verantwortungsbewusstsein!

    Mehr Lesben fallen mir jetzt gerade nicht ein. Ich sehe bei vielen diesen Hang, sich ins Privatleben zurückzuziehen; prominente Schwule erscheinen mir da politischer zu sein. Für diese Haltung mag es Gründe geben, aber erstens, verstehe ich sie nicht und zweitens, wird den jungen Mädels auf diese Weise nicht geholfen.

    Mir als Frau jedenfalls fehlten bei meinem Coming In die weiblichen Vorbilder. Ich hatte allerdings kein Problem damit, mir ein männliches und schwules Vorbild zu suchen: Wowi :).
    Der hat damals mit seinem CO richtig was riskiert und gekämpft - Angriff ist eben die beste Verteidigung. Ich fand Wowi immer klasse, sein Geschlecht war da zweitrangig, ich hatte meinen Homo-Helden.
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#10 wie's halt kommtAnonym
  • 02.10.2011, 16:12h
  • Antwort auf #9 von Schattentanz
  • "..Prof. Dr. Miriam Meckel engagiert sich in der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Ziel: die Lehre Ludwig Erhards an das 21. Jahrhundert anzupassen. Die Initiative will die Chancen aufzeigen, die sich jedem Einzelnen bieten. "Die Soziale Marktwirtschaft ist nicht fit für die neuen Herausforderungen der Informations- und Dienstleistungsgesellschaft: globaler Wettbewerb, Veränderungen der Arbeitswelt, demografischer Wandel. Im Lauf der mehr als 50-jährigen Geschichte hat unser Wirtschaftssystem zu viel Ballast angesammelt. Die Garanten des Erfolges und des Wohlstandes, wie Wettbewerb, Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Unternehmergeist oder Risikobereitschaft, sind immer mehr in den Hintergrund gedrängt worden. Dafür wuchsen die Ansprüche, die Sozialleistungen, der Einfluss des Staates und die Zahl der Gesetze und Regelungen. Für die notwendigen Reformen unseres Wirtschaftssystems brauchen wir einen gesellschaftlichen Klimawechsel..."

    Der Anteil der hilfebedürftigen Kinder im Norden ist in den vergangenen sechs Jahren von 27 auf 36 Prozent gestiegen, heißt es von den Tafeln. Das ist mehr als im Bundesdurchschnitt - der liegt laut Verein bei 25 Prozent. "Immer mehr alleinerziehende Mütter kommen zu uns und deshalb auch immer mehr Kinder",...

    www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/tafel143.html

    SPIEGEL: Herr Senator, das Programm, das Sie aufgestellt haben, ist anspruchsvoll und teuer. Sie wollen die Industrie ankurbeln, Sie wollen die Arbeitslosigkeit abschaffen, Löhne und Renten erhöhen, Schulen und Wohnungen bauen. Jedes Kind soll jeden Tag einen halben Liter Milch bekommen. Wie wird Chile dieses Programm finanzieren können?

    ALLENDE: Ich möchte eine Gegenfrage stellen: Wissen Sie, wie das chilenische Volk lebt? Möchten Sie, daß das deutsche Volk so leben muß? Möchten Sie, daß 50 Prozent der deutschen Kinder unterernährt sind? Möchten Sie, daß es dort 600 000 Kinder gäbe, die geistig zurückgeblieben sind, weil sie nicht genug zu essen bekommen haben? Würden Sie es gern haben, wenn ich der Alleinbesitzer der deutschen Reichtümer wäre?"

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906593.html

    Drei Jahre später half Helmut Schmidts Freund Henry Kissinger bei der blutigen Beseitigung Salvador Allendes.

    Die beiden Überlebenden beklatschen sich bis heute bei der Verleihung von Preisen durch die
    Hüter von Armut und Profit.

    Der deutsche Surviver darf dann gerne, ab und an zur ARD- Kollegin der Lebensgefährtin von Frau Professor Meckel.

    Bei soviel Päpstinnen braucht man keinen Papst.
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#11 liftboyAnonym
#12 FoXXXynessEhemaliges Profil
#13 herve64Ehemaliges Profil
  • 04.10.2011, 09:11h
  • Das Problem bei der Sache ist, dass die Ansätze nicht richtig hinterfragt werden: warum z. B. assoziieren Medien in ihren CSD-Berichterstattungen immer das Bild einer "Schwulenparade"? Weil in unserer bildergeschwängerten Zeit, in der Boulevardjournalismus nun mal -leider!- als das Nonplusultra der Berichterstattung gilt, nur das gezeigt wird, was äußerst plakativ ist. Und da ist eine schrill bis zur Geschmacklosigkeit und darüber hinaus aufgemachte Fummeltrine oder ein strammer Lederkerl in Chaps mit blankem Hintern nun mal attraktiver für die Medien als eine mauerblümchengleich im Schrank sitzende Lesbe, die sich nur noch im Selbstmitleid ihrer Nichtbeachtung aalt und gleichzeitig mehr Repräsentanz fordert. Oder eine Horde von kerligen Kampflesben, die besoffen gröhlend und pöbelnd durch die Straßen ziehen: das ist nun mal nichts Besonderes, da inzwischen ziemlich viele junge Frauen und pubertierende Mädchen, größtenteils aus sozial nicht so gehobenen Vorstädten, sich in der Öffentlichkeit so aufführen, z. T. sehr zum Leidwesen unbeteiligter Passanten, die ein derartiges Verhalten absolut nicht gouttieren. Inwieweit das dann die Realität wieder spiegelt, steht zwar auf einem völlig anderen Blatt, das durchaus diskussionswürdig ist, Fakt aber ist: durch die aufgetakelten Schwulen bekommt die Presse das gewünschte Material, um einen Nachrichtenbericht verkaufen zu können.

    Kurz: wer wirklich repräsentativ sein will, muss in der Öffentlichkeit einen gewissen Glanz ausstrahlen. Und davon kann ich beim besten Willen nichts bei den Lesben entdecken.
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