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Einzelkommentar zu:
Von "Schwulenparaden" und "Schwulenehen"


#9 SchattentanzProfil
  • 02.10.2011, 15:15hBerlin
  • Antwort auf #1 von antos
  • Es ist in der Tat ein interessantes Thema, allerdings hätte ich noch zwei Anmerkungen.

    Erstens, fehlt mir eine Analyse zur Darstellung von Homo-/Bi- und Transsexualität in den Medien allgemein. Als was kommen wir denn vor? Als schwule Stricher, fette und hässliche Hartz IV - Lesben sowie als Krawalltransen. Schwule mögen in den Medien eine größere Präsenz haben, aber dieser Vergleich lenkt doch einerseits vom negativen Bild (Schriller Entertainer, den keiner Ernst nehmen kann) und andererseits vom allgemeinen Mangel an Darstellung der LGBTQ ab. Die lesbische Sichtbarkeit in den Medien zu erhöhen erscheint mir gegenüber dem Ziel, die LGBTQ-Community stärker zu repräsentieren, jedenfalls zweitrangig. Lieber gemeinsam mehr erreichen, als getrennt nicht existent, nech? Aber: so einem gemeinsamen Kampf stehen oft die Männerfeindlichkeit der Politlesben (bzw.) die Frauenfeindlichkeit einiger Schwulen im Weg. Ich fürchte -in Anbetracht des ein oder anderen Vergleichs- dass dieses Buch den Schwul vs. Lesbisch-Konflikt anheizen wird und damit scheitert.

    2. Zur Rolle von lesbischen Vorbildern (damit meine ich nicht Hella von Sinnen und Co.):

    Alle mir bekannten, prominenten und offen lesbischen Frauen sind feige und in Anbetracht der Teenie-Selbstmordraten auch verantwortungslos. Oder wieviele lesbische BT-Abgeordnete kennt ihr (Ex-MdB Süßmuth ist aber, soweit ich weiß, mit nem Mann verheiratet ;-) )?

    Alice Schwarzer? Sie hat sich aus meiner Sicht mit ihrem späten CO völlig ins Abseits geschossen. Ihre Erfolge, ihr ein oder andere Einsatz für mehr Homorechte und ihre Standhaftigkeit in allen Ehren, aber das CO hatte einen bitteren Nachgeschmack. Das Bild der ewig kämpfenden und aufrechten Alice -ganz gleich, ob man ihre Ziele nun gut oder schlecht findet- hat jedenfalls tiefe Risse bekommen.

    Anne Will? Die schlägt dem Fass den Boden aus:
    1. hat sie den Mund gehalten, bis ihr beruflich nix mehr passieren konnte.
    2. könnte sie durch ihre Talkshow dem Thema Homosexualität und Diskriminierung deutlich mehr Öffentlichkeit zu verleihen (z.B. wenn sie zu den CSDs oder zum Papstbesuch mal entsprechende Sendungen bringen würde/gebracht hätte. Das machen die Maischberger und die Illner doch auch) - sie tut es aber nicht. Stattdessen setzt sie jahrelang auf die Verschwiegenheit der Szene, genießt ihr Regenbogenleben und gibt nichts, aber auch gar nichts zurück. Dabei wäre sie mal eine willkommene Abwechslung für all die jungen Mädchen dort draussen, die auf Schulhöfen beschimpft, beleidigt und ausgestossen werden und ja, auch sexuell bedrängt werden - die sich einsam, isoliert und ganz allein auf der Welt fühlen und nichts mit dicken Krawalllesben wie Hella von Sinnen anfangen können. Anne Will, so sehr ich sie auch kritisiere, wäre insgesamt ein gutes Vorbild - aber ihr fehlt es einfach an Verantwortungsbewusstsein!

    Mehr Lesben fallen mir jetzt gerade nicht ein. Ich sehe bei vielen diesen Hang, sich ins Privatleben zurückzuziehen; prominente Schwule erscheinen mir da politischer zu sein. Für diese Haltung mag es Gründe geben, aber erstens, verstehe ich sie nicht und zweitens, wird den jungen Mädels auf diese Weise nicht geholfen.

    Mir als Frau jedenfalls fehlten bei meinem Coming In die weiblichen Vorbilder. Ich hatte allerdings kein Problem damit, mir ein männliches und schwules Vorbild zu suchen: Wowi :).
    Der hat damals mit seinem CO richtig was riskiert und gekämpft - Angriff ist eben die beste Verteidigung. Ich fand Wowi immer klasse, sein Geschlecht war da zweitrangig, ich hatte meinen Homo-Helden.
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