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Frank Kameny
"Gay is good"-Aktivist gestorben
- 12. Oktober 2011 2 Min.

Frank Kameny gilt als einer der einflussreichsten Homo-Aktivisten in den USA
Frank Kameny ist am Dienstag im Alter von 86 Jahren gestorben. Der Astronom gilt als einer der Pioniere der in den 1960er Jahren auflebenden Schwulenbewegung in den USA.
Angehörige erklärten, Kameny sei in seiner Wohnung in Washington eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Der Aktivist hatte vor 50 Jahren die einflussreiche Gruppe "Mattachine Society" in der US-Hauptstadt mitbegründet, die sich aggressiv für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzte. In Anlehnung an den Spruch "Black is beautiful" hat er 1968 den Slogan "Gay is good" für die Homo-Bewegung erfunden.
Sein Leben als Aktivist folgte einer einschneidenden Diskriminierungserfahrung: Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er noch im US-Militär gegen die Nazis, verlor aber 1957 seinen Job als Wissenschaftler bei der Army, nachdem seine Homosexualität publik geworden war. Daraufhin prangerte Kameny offen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben an. Er rief die damals recht zahmen Homo-Gruppen auf, sich ein Beispiel an der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen zu nehmen. So demonstrierte er seit 1963 in der Stadt Washington, um das Verbot von Homosexualität aufzuheben. 30 Jahre später waren die "Sodomy Laws" in der Hauptstadt Geschichte – mit einem Gesetz, das Kameny persönlich verfasst hatte.
Kamenys Ziel: Schwule und Lesben in der Mitte der Gesellschaft

Das Bild zeigt Kameny als Soldaten im Zweiten Weltkrieg
1971 war er der erste offen schwule Kandidat für ein politisches Amt: Er bewarb sich in Washington um den Sitz im US-Repräsentantenhaus. Er erklärte damals: "Ich bin ein homosexueller Amerikaner, der sich vornimmt, in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen, aus der ich ausgeschlossen wurde. Homosexuelle wurden schon immer rumgeschubst. Es reicht uns jetzt. Wir fangen an, zurückzuschubsen und werden das so lange tun, bis unsere Rechte garantiert werden."
Homo-Aktivisten haben Kameny als einen ihrer großen Vorbilder bezeichnet. So erklärte Joe Solomonese von der Human Rights Campaign, Kameny habe ein "außergewöhnlichen Leben geführt und mit seinen heroischen Taten den Grundstein für die modern schwul-lesbische Bürgerrechtsbewegung gelegt".
Kameny war bis zuletzt in der Öffentlichkeit aktiv. So wohnte er im Dezember 2010 in der ersten Reihe der Zeremonie bei, bei der Barack Obama das Homo-Verbot im US-Militär endgültig aufhob (queer.de berichtete). (dk)















Eine der Methoden für alle Menschen, denen man die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verweigert.
Vor diesem halben Jahrhundert kann man sich nur verbeugen:
"Der Aktivist hatte vor 50 Jahren die einflussreiche Gruppe "Mattachine Society" in der US-Hauptstadt mitbegründet, die sich aggressiv für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzte. In Anlehnung an den Spruch "Black is beautiful" hat er 1968 den Slogan "Gay is good" für die Homo-Bewegung erfunden."