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- 14. Oktober 2011 2 Min.

Elio Di Rupo (Bild: Wiki Commons / Michiel Hendryckx / CC-BY-3.0)
Der belgische Sozialist Elio Di Rupo wird aller Voraussicht nach der erste offen schwule Regierungschef der Welt. Am Freitag einigten sich nach 15 Monaten Hin und Her sechs Parteien auf die Bildung einer Regierung. Di Rupo hatte den Auftrag zur Formierung einer neuen Regierung bereits am 8. Juli 2010 von König Albert II. erhalten und zwischendurch das Handtuch geworfen. Als "Präformateur" steht ihm traditionell das Amt des Regierungschefs zu.
Die neue Regierung verfügt über eine komfortable Zweidrittelmehrheit, mit der sie lang anstehende Reformen einleiten kann. Die mega-große Koalition umfasst die christdemokratischen, sozialistischen und liberalen Parteien beider Landesteile, aber nicht die Grünen, wie Di Rupo es sich gewünscht hatte.
Leicht wird es für den Premier nicht, so sind für den nächsten Haushalt Einsparungen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro geplant. Unter anderem daran könnte die neue Koalition noch in letzter Sekunde platzen: Details zum Regierungsprogramm sollen noch besprochen werden. Die Vertreter wollen sich dazu ab nächsten Freitag zusammensetzen.
Schwule Premierministerpremiere
Der 60-Jährige Elio Di Rupo, der wie einst der deutsche Politiker Heinz Riesenhuber seine Fliege zum Wahrzeichen machte, kann auf eine lange Politik-Karriere zurückblicken. So war der Sozialist unter anderem Bürgermeister von Mons und Ministerpräsident der Wallonischen Region, Mitglied des Europäischen Parlaments und bereits seit 1999 Vorsitzender der Parti Socialiste. Der Chemiker ist Inhaber eines Doktortitels der Université de Mons-Hainaut. 1996 geriet der Sohn italienische Einwanderer im Rahmen der Dutroux-Affäre in die Schlagzeilen, als rechtsextreme Politiker ihn in einen Topf mit Kinderschändern warfen. Der Politiker hatte zuvor zugegeben, und zwar recht offen, die Dienste von Strichern in Anspruch genommen zu haben.
Di Rupo würde der erste offen schwule Chef einer Staatsregierung werden, während auf lesbischer Seite Jóhanna Sigurðardóttir in Island bereits vor zwei Jahren Premiere feierte (queer.de berichtete). (nb)















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Mich wundert nur, wie eine Regierung aus Sozialisten, Christdemokraten und Liberalen funktionieren soll...?
Positiv wiederum, das anscheinend in Belgien weder Sozialisten noch Liberale noch Christdemokraten ein Problem damit haben, wenn ein offen schwuler Mann das Land führt.
Das dürfte den Wowereit in Berlin freuen.