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Protest
Coca-Cola unterstützt Hasssänger
- 17. Oktober 2011 2 Min.

Sizzla darf seine Ansichten über Schwule auch dank Coca-Cola weiterverbreiten
Aktivisten kritisieren den amerikanischen Konzern Coca-Cola, weil er ein Konzert auf Jamaika gesponsert hat, bei dem Sizzla zur Ermordung von Schwulen aufrief.
Im April hatte "Coke Zero" ein Reggae-Konzert präsentiert, bei dem unter anderem der Sänger Sizzla das notorische "Boom Bye Bye" gesungen hat. In dem Song, der aus der Feder von Buju Banton stammt, werden die Zuhörer aufgefordert, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Die US-Gruppe "Aids-Free World" und jamaikanische Homo-Aktivisten haben gegen das Sponsoring protestiert und eine Entschuldigung des Limonadenherstellers gefordert, die in allen großen Zeitungen Jamaikas veröffentlicht werden sollte. Bislang habe der Getränkehersteller nur mit freundlichen Worten auf die Bedenken der Aktivisten reagiert - und melde sich seit einer Woche auf Anfragen überhaupt nicht mehr.
Zwar erklärte Steve Bucherati, der "Chief Diversity Officer" von Coca-Cola, in einem Briefwechsel mit "Aids-Free World", dass dem Konzern Sizzlas homophobe Vergangenheit nicht bewusst gewesen sei. Es sei auch nicht bekannt gewesen, dass er "Boom Bye Bye" bei diesem Event vortragen würde. Er habe außerdem einen Entschuldigungsbrief an jamaikanische Zeitungen geschickt, so Bucherati weiter. Eine solche Stellungnahme ist aber bislang in keiner einzigen jamaikanischen Zeitung veröffentlicht worden.
Verhalten von Coca-Cola "unentschuldbar"
"Das Sponsoring von 'Murder Music' durch Coca-Cola ist unerklärlich", heißt es in einem Brief von "Aids-Free World". "Es ist unentschuldbar, dass Sie nicht sofort reagiert haben, als dieser öffentlich vorgetragene homophobe Rausch von Sizzla vorgetragen wurde." Die Aids-Aktivisten werfen Coca-Cola vor, Hinhaltetaktik zu betreiben: So habe der Konzern bereits vor Monaten versprochen, seine weltweiten Sponsoring-Maßnahmen zu überprüfen. Geschehen sei aber nichts. Das sei besonders zynisch, weil Coca-Cola-Chef Muhtar Kent erst im September von Ex-Präsident Bill Clinton wegen seines Einsatzes gegen HIV und Aids ausgezeichnet worden war.
Sizzla hat mehrere Lieder mit Textzeilen wie "Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe" veröffentlicht. Den Reggae Compassionate Act, in dem Künstler ihre Abkehr von homophoben Texten versprechen, hatte er 2010 aufgekündigt (queer.de berichtete). Daraufhin wurde nach Protesten ein Auftritt des Sängers beim Chiemsee Reggae Summer abgesagt (queer.de berichtete). (dk)















Die werden sich auch in Zukunft nicht entschuldigen. Denn finanziell und auf dem Markt haben sie nichts zu befürchten. Cola wird trotzdem weiter gekauft, auch wenn ich für meinen Teil Cola Zero nicht mag. Und solange weitergekauft wird, werden sie auch keinen Sinn darin sehen, sich zu entschuldigen.