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Homo-Verbot statt HIV-Prävention
Simbabwe: Keine Kondome für Häftlinge
- 18. Oktober 2011 2 Min.

Präsident Robert Mugabe interessiert sich nicht für HIV-Prävention
Zwar ist Simbabwe eines der Länder mit der höchsten HIV-Infektionsrate, dennoch dürfen in Gefängnissen keine Kondome verteilt werden, weil Homosexualität verboten ist.
Die Justizvollzugsverwaltung hat in der vergangenen Woche das Kondomverbot bestärkt, berichtet die Zeitung "The Zimbawean". Der verantwortliche Kommissar Agrey Huggins Machingauta erklärte bei der Sitzung eines Parlamentsausschusses, dass ihm die Hände gebunden seien: "Wir können keine Kondome an Insassen verteilen, bis das Parlament ein Gesetz verabschiedet, mit dem Homosexualität in Simbabwe legalisiert wird", erklärte Machingauta. Er gab zu, dass es in simbabwischen Männergefängnissen sexuelle Aktivitäten geben würde. Dagegen würden "Korrekturmaßnahmen" eingesetzt.
Nationale Aids-Aktivisten nannten die Entscheidung dem Bericht zufolge "tragisch". In Simbabwe sind Schätzungen zufolge rund ein Drittel der 12,5 Millionen Einwohner HIV-positiv. Das hat in den letzten Jahrzehnten zu einem dramatischen Einbruch bei der Lebenserwartung geführt: Lag diese 1990 noch bei 60 Jahren, sind es heute noch knapp 40 Jahre.
Mugabe verschärfte Homo-Verbot
Mitverantwortlich für diese Tendenz ist nach Ansicht von Aids-Aktivisten auch das Homo-Verbot im Land, das von Präsident Robert Mugabe 2006 noch verschärft wurde. Das "Gesetz gegen sexuelle Abweichungen" hat 15 weitere Verbote eingeführt. So dürfen sich im Simbabwe heute zwei Männer nicht mehr umarmen, ohne mit einer Anklage rechnen zu müssen (queer.de berichtete). HIV-Präventionsarbeit ist damit im Land praktisch unmöglich.
Der Präsident hat in der Vergangenheit immer wieder gegen Schwule gehetzt, die seiner Meinung nach schlimmer als "Hunde und Schweine" seien. Dieses Jahr kündigte er unter anderem an, gegen homosexuellen "Schmutz" vorzugehen (queer.de berichtete).
Simbabwe gehört zu den ärmsten Ländern der Welt - in der einstigen Kornkammer Afrikas kommt es daher immer wieder zu Hungersnöten. Beim Human Development Index der Vereinten Nationen liegt Simbabwe abgeschlagen auf dem letzten Platz - noch hinter Ländern wie Afghanistan oder Äthiopien. (dk)














