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  • 22. Oktober 2011 18 3 Min.

Tony Dryden ist Commercial Director Air France KLM Germany (Bild: Air France)

Air France wirbt in der LGBT-Community gezielt um Fluggäste. Im Interview mit queer.de nennt Commercial Director Tony Dryden die Gründe.

Von Dennis Klein

Warum werben Sie besonders um Schwule und Lesben?

Der Markt ist immer stärker unterteilt in verschiedene Gruppen. Schwule und Lesben sind hier ein erkennbares Segment - und sie sind umkämpft: Sie haben in der Regel ein höheres Einkommen, bei Paaren arbeiten meist beide. Außerdem haben sie oft viel Zeit, die andere mit Familie und Kindern verbringen. Und es besteht ein großes Interesse am Reisen.

Sie haben im vergangenen Jahr die eigene Homepage gay-airfrance.de gelauncht. Was bietet die Seite?

Unserer Erfahrung nach ist es für Schwule und Lesben wichtig, ein Gesamtpaket zu erhalten. Deswegen gehen wir Kooperationen ein, etwa unsere gegenwärtige Aktion zu Montreal, bei der wir mit Sofitel zusammenarbeiten. Ein bis zwei Mal im Jahr veröffentlichen wir außerdem eine Broschüre, die die für die Zielgruppe interessantesten und auch exotischsten Destinationen detailliert beschreibt.

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Die Air-France-Broschüre "Voyages magnifiques VOL 2" stellt einige der schönsten und weltoffensten Reiseziele für die LGBT-Community vor

Wie sind die Reaktionen?

Durchweg positiv. Ein positives Feedback haben wir vor allem auf unsere Tipps in unseren Broschüren erhalten. So kommen in New York City die Hinweise auf Bars und Restaurants gut an. Auch exotische Urlaubsziele wie Martinique und Guadeloupe oder neue Destinationen wie Kapstadt und Cancún werden gerne angenommen. Was bislang noch fehlt, ist ein direkter Link zum Buchungssystem. Das wird aber wohl bald kommen.

Sind Anforderungen von Schwulen und Lesben anders als bei anderen Fluggästen?

Ja und nein. Die schwul-lesbische Community ist das, was wir als "Early Adopters" bezeichnen - also Menschen, die besonders gern neue Trends starten. Sie zeigen, welche Ziele wohl in den nächsten Jahren besonders gut laufen werden. Hier sehen wir einen Trend etwa hin zu Kambodscha oder Vietnam.

Gibt es neue Ziele, die Sie für Schwule und Lesben promoten wollen?

Ja, aber ich darf noch nichts über die geplanten Expansionen sagen.

Ist es wieder Asien?

Unter anderem... Mehr wird in der nächsten Broschüre verraten.


Bei schwul-lesbischen Fluggästen besonders beliebt: Flotten-Highlight Airbus A380 (Bild: abdallahh / flickr / by 2.0)

Was treibt generell die Nachfrage nach neuen Destinationen?

Interessanterweise ist ein Punkt unsere neue Flotte des Airbus A380. Viele Gäste wollen unbedingt einen Flug im neuen Flieger buchen. Hier gibt es auch immer wieder Fragen zu technischen Details. Gerade bei Schwulen und Lesben haben wir gemerkt, dass sie mehr Informationen wollen als der Durchschnittsreisende, was natürlich auch eine Anforderung an uns ist. Da in Deutschland das Freizeitreisen verbreiteter ist als irgendwo sonst, müssen wir dort aus diesem Grund besonders viel liefern.

Air France hat 2004 mit KLM fusioniert, einer als besonders homofreundlich geltenden Fluglinie. Werden die Aktionen koordiniert?

Nein, jede Airline steht für sich. KLM hat schon viel früher damit angefangen, der schwul-lesbischen Community spezielle Angebote zu machen. Die Fluglinie hat hier schon immer gute Arbeit gemacht, wahrscheinlich dank der liberalen Atmosphäre in Amsterdam. Seit letztem Jahr hat Air France aufgeschlossen. In unserem Online-Buchungssystem kann man aber immer die Flüge beider Linien buchen. Man erreicht also immer sein Ziel.

Wöchentliche Umfrage

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    Ergebnis der Umfrage vom 24.10.2011 bis 31.10.2011
-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.10.2011, 10:35h
  • Air France lebe hoch! Daran sollten sich auch mal die anderen Airlines ein Beispiel nehmen!
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#2 vingtans
  • 22.10.2011, 15:58h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • bitte was?

    und warum?

    weil sie uns als potentielle und vorallem lohnenswerte zielgruppe ausmachen?
    weil wir keine familien haben und dementsprechend mehr money?
    weil wir dem vorurteil nach so hip sind?

    also ich empfinde diese betrachtung eher diskriminierend!
  • Direktlink »
#3 Geert
  • 22.10.2011, 16:32h
  • Antwort auf #2 von vingtans
  • Was ist daran jetzt schon wieder diskriminierend?
    Schwule und Lesben sind nunmal DINKS (double income, no kids) und können das Geld, das Heteros für die Erziehung ihrer Kinder ausgeben müssen, für Flugreisen nach Thailand und Kambodscha verprassen.
    Die Schwulen sollten froh sein, dass dies den meistens Heteros (noch!) nicht so bewusst ist, denn sonst würde Neid aufkommen. Und das zu Recht, denn es sind die Kinder der Heteros, die die Schwulen einmal pflegen sollen, wenn diese alt und krank sind.
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