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Stuttgart
Cruising-Mord: Profiler sagt aus
- 25. Oktober 2011 2 Min.

Letztes Jahr schreckten die Morde die Cruising-Szene auf
Beim Prozess gegen den mutmaßlichen Cruising-Mörder in Stuttgart hat ein Fallanalytiker ausgesagt, dass der Angeklagte offenbar aus Hass gegen Schwule getötet hatte.
Der 50-jährige BKA-Mitarbeiter erklärte, dass bei dem Fall eine Serientat wahrscheinlich ist. Dem Angeklagten, einem 56-jährigen früheren Postbeamten aus Esslingen, wird vorgeworfen, im vergangenen Sommer zwei Männer auf Cruising-Treffpunkten in Magstadt (Landkreis Böblingen) und Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) erschossen zu haben (queer.de berichtete). Außerdem wird ihm ein missglückter Übergriff auf einen Mann in Freudenstadt zur Last gelegt (queer.de berichtete).
Der Fallanalytiker, der aufgrund der Merkmale eines Verbrechens ein Profil des Täters angelegt hat, geht davon aus, dass der Angeklagte aus Hass auf Homosexuelle tötete: "Wir hatten den Eindruck, dass wir einen Täter hatten, der unzufrieden ist mit seinem Leben und sich in eine Art Sündenbockmentalität in ein Hassszenario hineingesteigert hat", sagte der Profiler nach Angaben der "Stuttgarter Zeitung".
HIV-Infektion Grund für Schwulenhass
Grund für die Wut des Angeklagten könnte eine HIV-Infektion gewesen sein. Nach Medienberichten soll er sich in Kenia mit dem Virus angesteckt haben, als der verheiratete Mann dort mehrfach fremdgegangen ist - einer der Frauen, mit denen er intim wurde, soll den Berichten zufolge ein biologischer Mann gewesen sein (queer.de berichtete).
Der Profiler stellte heraus, wie strukturiert der Täter vorgegangen sei: "Die Parkplatzszene ist für einen Täter, der Homosexuelle töten, aber nicht entdeckt werden will, ideal". Beide Male erschoss der Täter seine offenbar arglosen Opfer - ein 30 und ein 70 Jahre alter Mann - von hinten.
Der Angeklagte hat bislang zwei Selbstmordversuche in Haft verübt. Er hat sich bislang zur Tat nicht geäußert. (dk)













