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"Kapitulation vor dem Zeitgeist"
CDU-Abtreibungsgegner empört über Homo-Vergleich
- 08. November 2011 2 Min.

Die Christdemokraten für das Leben wurden 1985 gegründet
Die Chefin der Christdemokraten für das Leben (CDL) wehrt sich gegen die Gleichsetzung ihrer Gruppe mit den familienpolitisch "nicht relevanten" Schwulen und Lesben in der Union (LSU).
Im neuen Buch "Schluss mit dem Ausverkauf" (Amazon-Affiliate-Link ) beklagt die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr neben Altkonservativen wie Jörg Schönborn oder Arnulf Bahring den "traurigen Niedergang der Union" und "ihre bedingungslose Kapitulation vor dem Zeitgeist". Löhr kritisiert insbesondere, dass die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Gespräch im Jahr 2001 ihre Organisation mit der LSU gleichgesetzt habe.
Löhr habe sich damals beschwert, dass die CDU-Parteiführung die Abtreibungsfrage nicht ernst nehme. Daraufhin habe Merkel geantwortet: "Ach, wissen Sie, das mit der CDL ist wie mit der LSU, den Lesben und Schwulen in der Union. Sie sind eben beide gleichermaßen Sondergruppen, die zur Union gehören." Löhr irritierte dieser Vergleich - zum einen, weil die LSU viel kleiner sei als die Gruppe der Abtreibungsgegner, aber auch weil ihr Anliegen unwichtiger sei: "Da meinten wir: Moment bitte, wir vertreten den Lebensschutz jedes Einzelnen, das ist ein Menschenrecht, während die Vertreter der LSU im Grunde dafür kämpfen, dass die familienpolitisch nicht gerade relevante Homosexualität größtmögliche staatliche Unterstützung erfährt." Laut Löhr pries Merkel die "Pluralität der Meinungen" in der Union. Wichtiger sei aber, dass "schicksalhafte Fragen" wie der Abtreibungsgesetzgebung für die Union "höchste Priorität" haben sollten.
Der 1985 gegründete CDL beschäftigt sich neben der Abtreibungsfrage auch mit Themen wie Bioethik und der Familienpolitik. Hier setzt sich die Organisation, die laut Löhr 5.000 Mitglieder hat, auch gegen Homo-Rechte ein. So wird auf der Website beklagt, dass sich das Familienverständnis "in der westlichen Welt immer mehr vom christlichen Weltbild" entferne. Die Christdemokraten für das Leben sind auch Mitglied im umstrittenen "Forum Deutscher Katholiken", das den "unverfälschten und unverkürzten" katholischen Glauben durchsetzen will. CDL-Gründungsvorsitzende war die CDU-Politikerin Johanna Gräfin von Westphalen, die Anfang des Jahres Kondome als "Propaganda der Homosexuellen-Lobby" kritisiere. Dafür erhielt sie die Homo-Gurke von queer.de.
In "Schluss mit dem Ausverkauf" beschweren sich auch die anderen Autoren über die Familienpolitik der Union. So fordert Jörg Schönborn, dass "wir als Volkspartei nicht beliebig sein dürfen, sondern der klassischen Familie den Vorrang geben müssen". (dk)













"Löhr, Schönborn und andere vom äußerst rechten Rand der CDU/CSU würden sich dort sicher sehr wohl fühlen, weil sie alles vorfinden, wovon sie (heimlich) schon immer träumten:
Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie etc. etc."
Das würde vielleicht auch einigen Schwulen und Lesben die Augen öffnen, die bisher immer noch meinen, CDU/CSU wären wählbare "Volksparteien", die sich sogar gelegentlich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen.
Haben sie sich erst einmal alle in der NPD versammelt, dann ist es viel einfacher sie zu bekämpfen und auch ein erneuter Verbotsantrag hätte vielleicht endlich Erfolg.