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Bambi-Preisverleihung in der ARD
Burda verteidigt Auszeichnung für Bushido
- 10. November 2011 3 Min.

Hass auf Schwule ist für Burda kein Problem
Während es immer mehr Kritik an der Bambi-Auszeichnung für Bushido gibt, verteidigt Burda den Sänger als "hervorragendes Beispiel für gelungene Integration" - auf Bushidos Facebook-Seite wird zeitgleich gegen Schwule gehetzt.
Von Dennis Klein
Für die Preisverleihung hat die ARD am Donnerstagabend ihre Primetime freigeräumt und wird 2½ Stunden live übertragen. Unter anderen sind Lady Gaga, Rosenstolz und Helmut Schmidt von den Burda-Medien als preiswürdig befunden worden. Heftige Kritik erntete jedoch die Ankündigung, dass Bushido die Auszeichnung in der Kategorie "Integration" erhalten soll. "Er leistet einen wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis sozialer Gruppen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln", heißt es dazu auf der Bambi-Website.
Der Lesben- und Schwulenverband ist als erster gegen die Auszeichnung Sturm gelaufen: "Bushido hetzt seit Jahren gegen Homosexuelle und ruft in Liedtexten unverblümt zur Gewalt gegen Schwule auf", kritisiert LSVD-Sprecher Axel Hochrein in einem Standpunkt vom Mittwoch. Burda wollte jedoch diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Der Verlag veröffentlichte daher eine Pressemitteilung, in dem er den 33-Jährigen verteidigt: "Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps - ob es einem gefällt oder nicht.". Die Burda-Jury lobte insbesondere, wie weit der Sänger seine Ansichten verbreiten kann: "Seine Stimme findet Gehör, nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch in den Medien", heißt es dort.
Dabei drischt der Rapper andauernd verbal auf sexuelle Minderheiten ein: So wollte er 2005 ein Lied mit der Textzeile "Ihr Tunten werdet vergast" veröffentlichen, diese wurde aber nach Protesten zurückgezogen (queer.de berichtete). In Interviews stellte er immer wieder klar, dass er Schwule für minderwertig hält. So sagte er 2009: "Ich finde es nicht normal, schwul zu sein" (queer.de berichtete).
"Geistiger Brandstifter"
Bei Burda werden diese homophobe Grundhaltung - ebenso wie die frauenfeindliche Texte - offenbar goutiert. Insbesondere Homo-Aktivisten sind erschüttert. Die Schwusos beklagen etwa, dass "Homophobe und frauenfeindliche Texte kein Zeichen von gelungener Integration" seien, während Jörg Steinert vom LSVD Bushido als einen "geistigen Brandstifter mit einem archaischen Männlichkeitsbild" bezeichnete. Auch Politiker gehen auf Distanz. Im HR sagte der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, der auch an der Preisverleihung in Wiesbaden teilnehmen wird: "Bei mir wird sich keine Hand rühren." Grünenchefin Claudia Roth erklärte, dass "Vorbilder für eine gelungene Integration nicht Minderheiten gegen Minderheiten ausspielen" dürften.
Auf Bushidos Facebook-Seite wird währenddessen weiter gegen Schwule und andere sexuelle Minderheiten gehetzt. So machte sich Bushido dort etwa über die Hochzeit von Florian Wess und der transsexuellen Valencia Vintage lustig, die sich im "Big Brother"-Container getroffen hatten: "Wer findet den Fehler im folgenden Satz: DER Florian heiratet DEN Valencia", schreibt der Rapper. Die Kommentatoren springen auf den Zug auf: So witzeln sie über die "2 tunten" oder stellen fest: "beide sind gays das ist der fehler". Manche loben ausdrücklich Bushidos Homophobie: "ich sehe den 'Valencia' nicht als frau!!!! richtig so bushido!!", schreibt der User "Timo Kakakakaka".
Bushido vergleicht Homosexuelle mit Kinderschändern
Bushido macht sich auf Facebook auch direkt über die Kritik an seiner Auszeichnung lustig: "Die Grünen und der LSVD regen sich darüber auf, dass ich den Bambi bekomme... Wie erbärmlich... Kümmert euch mal lieber um diese Tatsachen ihr Heuchler....", erklärte er und verlinkte einen "Bild"-Artikel über einen Vater aus Niedersachsen, der seine Tochter missbraucht hatte.
Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es aber auch Widerstand: Die am Mittwoch eingerichtete Gruppe "Kein Bambi für Bushido" hat inzwischen 7.000 Mitglieder (Stand: 15 Uhr). Dort werden auch E-Mail-Adressen von Burda-Mitarbeitern veröffentlicht, bei denen man protestieren kann. Außerdem ruft eine Gruppe zu einer Demo am Veranstaltungsort auf. Ein andere ruft zum Boykott des Burda-Blattes "Bunte" auf.
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