https://queer.de/?1535
- 20. August 2004 2 Min.
Berlin Nach dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat nun auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, die Grüne Claudia Roth, homophobe Reggeamusik als passendes Problem zum Sommerloch entdeckt. Bezüglich der Deutschland-Tournee des Jamaikaners Buju Banton, der in dem Lied "Boom bye bye" aus dem Jahr 1992 zum Mord an Schwulen durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge aufruft, hat sie ein Schreiben an die Veranstalter verschickt: "Ich will nicht in einem Land leben, in dem offen zu Hass und Gewalt an Minderheiten aufgerufen wird. Deshalb appelliere ich an Sie als Veranstalter, auf die geplanten Auftritte von Buju Banton in Deutschland zu verzichten", so Roth nach Angaben des LSVD (das Schreiben findet sich weder als Pressemitteilung der Grünen noch auf der Homepage der Beamtin). Nach Saarbrücken und Hamburg wurde inzwischen ein weiteres Konzert Bantons abgesagt, die Darmstädter Centralstation lud den Reggea-Sänger wieder aus. In Übersee/Chiemsee, Hamm, Berlin und Bremen sind weiterhin Konzerte geplant. "Freie Meinungsäußerungen und kulturelle Freiheiten sind hohe und schützenswerte Güter. Doch wenn zu Mord und Totschlag gegen Minderheiten aufgerufen wird, stoßen sie an ihre Grenzen", argumentiert LSVD-Sprecher Philipp Braun. Es gehe dem Verein nicht darum, "jamaikanische Reggae- oder Dancehall-Musiker in Verruf zu bringen", sondern "Hasspredigten gegen Schwule und Lesben" nicht zu dulden. Die im Auswärtigen Amt residierende Menschenrechtsbeauftragte Claudia Roth hatte in ihrem Amt mehrfach gegen die Homophobie von Kirche und Union gewettert, mit Kritik an der rot-grünen Bundesregierung wegen fehlender Menschenrechte von Lesben und Schwulen bisher jedoch gespart. (nb)














