https://queer.de/?15373
- 15. November 2011 2 Min.

(Bild: www.marriageuniqueforareason.org)
Die katholische Kirche stemmt sich mit einer politischen Website gegen die Homo-Ehe. Außerdem schränkt die Glaubensgemeinschaft soziale Projekte ein, um gegen die "Kastration" der Religion durch Schwule und Lesben zu protestieren.
Die neu eingerichteten Internetseite www.marriageuniqueforareason.org ("Die Ehe ist aus gutem Grund einzigartig") wendet sich gegen jegliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die Bischofskonferenz argumentiert darin, dass die Ehe "entwertet" würde, wenn das Eheverbot für Schwule und Lesben aufgehoben werden würde. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Staat Gläubige verfolge, die sich gegen die Gleichbehandlung wehrten: "Dieser Glauben wird dann als Hass auf Menschen mit homosexuellen Neigungen interpretiert. Der Staat muss dann diejenigen bestrafen und marginalisieren, die weiter an diesen Glaubensgrundsätzen festhalten." Die Seite enthält auch ein Gebet auf Englisch und Spanisch, das bei der Beibehaltung des Verbots der Homo-Ehe helfen soll.
Die katholische Kirche, der 22 Prozent der US-Bevölkerung angehören, hat sich immer wieder politisch gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben engagiert. So wurden Homosexuelle immer wieder mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht - US-Bischof Robert Evans bezeichnete Anfang des Jahres etwa die Homo-Ehe als "Werk des Satans". Hintergrund war damals die Debatte um die Öffnung der Ehe im Bundesstaat Rhode Island (queer.de berichtete). In New York kündigte ein Sprecher der Kirche sogar an, homofreundlichen katholischen Politikern das Abendmahl zu verweigern (queer.de berichtete).
Pflegekinder müssen leiden
In mehreren Staaten versucht die Kirche auch, mit der Einstellung von sozialen Diensten Druck auf die Regionalregierungen auszuüben. So stellten die Katholiken in Illinois vergangene Woche ihre Adoptionsvermittlung ein, weil es dort seit Anfang des Jahres eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben gibt. In Washington hat die Kirche sogar einen Sozialdienst für Pflegekinder als Reaktion auf die Einführung der Homo-Ehe geschlossen (queer.de berichtete).

Erzbischof Timothy Dolan
Die führenden Bischöfe haben zudem ihre Rhetorik gegen die Anerkennung von Schwulen und Lesben verschärft. So erklärte der Chef der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Dolan, dass man sich nicht nur gegen die Gesetzentwürfe der Obama-Regierung wehre, sondern gegen eine Gesellschaft, die insbesondere in der Homo-Frage "die Kastration der Religion" anstrebe und "Religion zurück in den Untergrund" zwinge.
Obgleich die katholische Bischofskonferenz zu den größten Gegnern von Homo-Rechten in den USA gehört, zeigen sich die Durchschnittskatholiken sehr tolerant, wie Umfragen immer wieder belegen: So unterstützt eine Mehrheit der Katholiken in Umfragen aus dem Jahr 2011 die Öffnung der Ehe. Die in hunderte Glaubensgemeinschaften zersplitterten Protestanten, insbesondere die "wiedergeborenen" Christen, sprechen sich dagegen mehrheitlich dagegen aus. (dk)















Es reicht doch schon, darauf hinzuweisen, dass Religionen Ideologien sind und nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun haben.
Der politische Ansatz sollte da genommen werden, wo Religion sich immer noch als vorherrschend oder vorfrauschend versteht. Mit einem "Peniszug" gegen die Religionen ist das nicht zu lösen.
Und die Schwulen hier mit solchen Histörchen "aufzugeilen" und schreib-scharf zu machen, finde ich auch nicht gerade besonders weise. Vor allem dann, wenn zu solchen Beiträgen kein intelligenter Kommentar folgt, der das ganze auf seine relative Kleinheit herunter reduzieren kann.
Ausserdem gibt es Männer und Frauen hier, die besonders ausgeprägt "kreuzigen" und "aufknüpfen" wollen, oder gar "wegschliessen für immer". Diese primitiven Bedürfnisse sollten nicht noch besonders bedient werden!
Ein Wort zum 1. Advent! ;) Amen.