Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?15375
  • 16. November 2011 29 3 Min.

Das Elephant-Man-Konzert in Wuppertal ist für den 24. November geplant

Auf Jamaika ruft der Dancehall-Sänger Elephant Man ungebrochen zur Gewalt gegen Schwule auf - jetzt soll er in Kaiserslautern und Wuppertal Konzerte geben.

Von Dennis Klein

"Battyman Tunes" ist der verharmlosende Ausdruck für jamaikanische Musik, in der es dem Sänger nur darum geht, Homo­sexuelle als unwertes Leben abzustempeln. Auf der Insel kommen Interpreten wie Buju Banton, Sizzla oder Elephant Man damit gut an. Schwule müssen die Rechnung zahlen: Wegen der vielen homophoben Lynchmorde warnt seit 2009 sogar das Auswärtige Amt vor Reisen von Homo­sexuellen zur Ferieninsel mit dem lässigen Ruf (queer.de berichtete).

Nun soll - mal wieder - ein solcher Hasssänger in Deutschland auftreten. Elephant Man will am kommenden Samstag in der Markthalle Kaiserslautern und am darauf folgenden Donnerstag in Wuppertal für Stimmung sorgen. Dabei fordert der 36-Jährige (bürgerlich: O'Neil Bryan) seine Zuhörer in mehreren Songs dazu auf, schwule Männer mit dem Maschinengewehr zu töten - so etwa in den Songs "A Nuh Fi Wi Fault", "We Nuh like Gay" und "Log on". Der grüne Politiker Volker Beck hat den Interpreten deshalb mit Neonazi-Bands verglichen (queer.de berichtete).

Gegenüber europäischen Veranstaltern und Medien versichert Elephant Man zwar stets, sich keine homophoben Ausbrüche mehr zu erlauben. In seinem Heimatland hetzt er aber wie gehabt, wie auch Lokalzeitungen berichten: So hat Elephant Man bei einem Konzert im März diesen Jahres die Menge mit schwulenfeindlichen Sprüchen in Stimmung gebracht, schreibt der "Jamaica Observer".

Veranstalter ist glücklich

Deutsche Fans betonen stets, dass Elephant Man die homophoben Texte in Deutschland nicht mehr zum Besten gibt und sich auch sonst zurückhält. Mit seinen Liedern, in denen er von Massakern an Schwulen träumt, verdient er freilich noch heute gut. Die Konzertorganisatoren dementieren jedoch, dass das Problem heute überhaupt noch existiert: "Altes Liedgut homophoben Inhalts wird nicht mehr gespielt, neue entsprechende Inhalte werden nicht mehr produziert", erklärten der Veranstalter "Glücklich Entertainment" und der Wuppertaler Autragungsort "Bloomclub" in einer Pressemitteilung nach einer queer.de-Anfrage. Sie verwiesen dabei auf eine Aussage Elephant Mans aus dem Jahr 2006: Damals erklärte der Künstler im Kultursender Arte, dass er nichts mehr sagen werde, was Homosexuelle beleidigt. Dass sich diese Aussage als Lüge erwies, stört dabei offenbar nicht.

Elephant Man = Marius Müller-Westernhagen?

Bloomclub-Geschäftsführer André Theis versichert stattdessen, dass bei den deutschen Fans von Elephant Man "wirklich kein schwulenfeindliches Handeln oder Ähnliches im Vordergrund" stehe. Die Proteste seien übertrieben: "Ich z.B. bin übergewichtig, bin aber noch nicht auf die Idee gekommen, Veranstalter eines Westernhagen-Konzerts anzuschreiben oder gegen sie zu demonstrieren." Ob Marius Müller-Westernhagens Textzeile "Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin" wirklich gleichzusetzen ist mit "Queers must be killed!" (aus "A Nuh Fi Wi Fault"), wird von Homo-Gruppen aber angezweifelt.

Der Lesben- und Schwulenverband hat deshalb bereits die Polizeidirektion in den Austragungsorten aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass Elephant Man keine Aussagen auf der Bühne macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen. LSVD-Sprecher Klaus Jetz erklärte, die Veranstalter seien vom LSVD aufgefordert worden, "den Interpreten auszuladen und das Konzert abzusagen". Bereits 2008 und 2009 haben Proteste verhindert, dass Elephant Man sein Gedankengut in deutschen Konzerthallen verbreitet.

-w-

#1 Frankyboy
  • 16.11.2011, 09:56h
  • Und täglich grüßt das Murmeltier...

    In Deutschland ist scheinbar alles möglich, um Stimmung gegen uns aufzubringen. Andere bekommen dafür sogar einen Bambi!

    Ohne Worte...
  • Direktlink »
#2 Kokolemle
  • 16.11.2011, 10:02hHerschweiler
  • Das beste wäre diesen Sänger verhaften und sofort auszuweisen und ihn mit einen lebenslangen Einreiseverbot in die EU zu belegen. Solche Hassprediger haben hier einfach keinen Platz mehr.
  • Direktlink »
#3 TadzioScot
  • 16.11.2011, 10:14h
  • Der könnte ja mit dem KuKluxClan oder wie die heißen, zusammen Auftreten... Die einen wollen die Farbigen töten, er will Schwule töten...

    Das was der Typ macht ist Volksverherzung und muss untersagt werden, aber wir sind ja nur die Schwulen und nicht die Juden, denn dann würden DIE anders regieren, wenn er von Juden erschießen singen würde....
  • Direktlink »