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Mariano Rajoy feiert mit seiner Ehefrau den Wahlsieg

In einem von Wirtschaftspolitik bestimmten Wahlkampf haben die homofreundlichen Sozialisten eine herbe Niederlage erlitten - die Homo-Ehe könnte daher in Gefahr geraten.

Zum Sieger wurde am Sonntagabend die konservative Volkspartei (PP) erklärt, die 186 der 350 Parlamentssitze erobern konnte, 32 mehr als 2008. Die Sozialisten (PSOE) haben dagegen mit 110 Sitzen das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Künftig kann die PP damit alleine regieren. Neuer Regierungschef wird Mariano Rajoy.

Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat sieben Jahre lang regiert und dabei mit gesellschaftlicher Liberalisierung die Konservativen erzürnt - als sein Meisterstück bezeichnete Zapatero die Öffnung der Ehe im Jahr 2005, die zu erbitterten Protestaktionen der Konservativen führte (queer.de berichtete). Die PP hat sich stets gegen die Gleichstellung im Eherecht ausgesprochen und zunächst angekündigt, Homo­sexuellen die Ehe wieder zu untersagen, sollten sie wieder an die Macht kommen.

So hatte Rajoy, der bereits damals Spitzenkandidat der Konservativen war, im Wahlkampf 2008 erklärt, dass er gleich­geschlechtlichen Paaren wieder das Ehe- und Adoptionsrecht entziehen wolle und statt dessen eingetragene Partnerschaften mit begrenzten Rechten einführen wolle (queer.de berichtete). Im aktuellen Wahlprogramm hat die Partei das Thema nicht mehr erwähnt. Es läuft allerdings noch eine Klage der Konservativen vor dem Obersten Gerichtshof. Eine sofortige Abschaffung der Homo-Ehe fordert aber nur noch der rechte Flügel der Konservativen - andere wollen sich dagegen ausschließlich mit der Wirtschaftskrise auseinander setzen.

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Angst um gleichgeschlechtliche Ehe

Vor der Wahl haben sich aus Angst vor einem konservativen Wahlsieg der Homo-Ehe noch viele Schwule und Lesben das Ja-Wort gegeben, berichten spanische Zeitungen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Konservativen sich während der Wirtschaftskrise an die umstrittenen Traditionsthemen Homo-Ehe und Abtreibung wagen werden - insbesondere, weil die Spanier hier mehrheitlich mit der abgelösten sozialistischen Regierung übereinstimmen.

Angeheizt wurde die Debatte um Homo-Rechte durch die katholische Kirche: So warf ein Bischof Zapatero etwa vor, sich wegen seiner Unterstützung der gleichgeschlechtlichen Ehe wie der Folter-Kaiser Caligula zu verhalten (queer.de berichtete). Bei der Wahl 2008 hatte die katholische Kirche daraufhin offen die Konservativen unterstützt - die Zapatero-Regierung warf der Glaubensgemeinschaft daraufhin vor, mit ihrer Einmischung in die Angelegenheiten Spaniens "Terrorismus" zu betreiben (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | So schnell will die Szene nicht aufgeben: Spontanes Küssen vor der Weltpresse (ab 0:28)
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#1 JoonasAnonym
  • 21.11.2011, 13:21h
  • Weitere Fortschritte wird es mit den Ewiggestrigen sicher nicht geben.

    Aber jetzt müssen wir dafür sorgen, dass es auch keine Rückschritte von bereits erreichtem gibt.
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 21.11.2011, 13:24h
  • "Wer Rajoys Verheißung einer schmerzlosen Sanierung geglaubt hat, für den wird es ein böses Erwachen geben. Zwar hat der künftige Ministerpräsident noch keine Details verraten, aber die Sparmaßnahmen seiner Parteifreunde in den Autonomen Regionen geben Aufschlüsse: Dort wurde vor allem im Bildungs- und im Gesundheitswesen gekürzt. Das Wahlprogramm sprach von 'öffentlich-privater Zusammenarbeit', doch die Privatisierung einiger Basis-Dienstleistungen steht bevor. Der Beamtenapparat muss abspecken. Für Arbeitslose werde er weniger ausgeben müssen, hatte Rajoy vorhergesagt, 'weil weniger Leute Anrecht auf Unterstützung haben werden'."

    "Rajoy setzt all seine Hoffnungen darauf, dass die von ihm umhegten Unternehmer dann Arbeitsplätze schaffen, damit endlich die Wirtschaft wieder anspringt. Dass seiner Regierung Arbeitskämpfe und Streiks drohen, muss ihm klar sein."

    Und weiter ...

    "Spaniens junge Generation sieht sich im politischen System des Landes nicht repräsentiert. Deshalb sind die Jungwähler zu Hause geblieben, haben ungültige Stimmen abgegeben oder ein leeres Kuvert in die Urne geworfen. Sie sehen sich gezwungen, sich selbst zu engagieren - außerhalb der parlamentarischen Demokratie.

    Steht Spanien nun eine verspätete 68er Revolte bevor? Wenn die siegreichen Konservativen die Jungen mit neoliberalen Maßnahmen weiter in die Enge treiben und die Sozialisten den Sparkurs unterstützen, könnte die Protestbewegung von der Straße her Opposition machen. Dann wäre nicht auszuschließen, dass der bislang gewaltfreie Protest umkippt, fürchten Beobachter."

    www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798905,00.html
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#3 Reality CheckAnonym
  • 21.11.2011, 13:32h
  • "Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Konservativen sich während der Wirtschaftskrise an die umstrittenen Traditionsthemen Homo-Ehe und Abtreibung wagen werden - insbesondere, weil die Spanier hier mehrheitlich mit der abgelösten sozialistischen Regierung übereinstimmen. "

    Es wäre ja auch völlig absurd und historisch ohne jedes Beispiel, wenn "während der Wirtschaftskrise" allen Ernstes faschistische Politik gegen so genannte Minderheiten gemacht werden würde.

    Zumal es aus dieser systemischen Krise auch keinen realistischen Ausweg gibt, wenn nicht die Überwindung des Systems oder das, was üblicherweise zu seinem "Neustart" organisiert wird (siehe Weltkriege).

    Fakt ist: Es geht scharf rückwärts in Europa, immer mehr hin zur offenen Diktatur der viel beschworenen "Märkte", also des Kapitals. Oder besser: von dessen reaktionärsten und am meisten imperialistischen Elemente = Faschismus. Was das für Schwule und Lesben bedeutet, sollte jedem historisch informierten Menschen klar sein.

    www.sueddeutsche.de/politik/konservative-gewinnen-spanische-
    parlamentswahl-spanien-waehlt-den-naechsten-spar-premier-abe
    r-nicht-den-aufschwung-1.1195402
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