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Kalifornien
Schwulen Mitschüler erschossen: 21 Jahre Haft
- 22. November 2011 2 Min.

Brandon M. wird weitere zwei Jahrzehnte im Gefängnis verbringen müssen
Vor drei Jahren hat der damals 14-jährige Brandon M. in Südkalifornien seinen schwulen Mitschüler Lawrence King während des Unterrichts erschossen - jetzt muss er für 21 Jahre ins Gefängnis.
Die Verteidiger des Angeklagten haben sich am Montag mit der Staatsanwaltschaft auf das Strafmaß geeinigt, der jetzt 17-Jährige stimmte zu. Das Verfahren gegen den Teenager war zuvor im Oktober geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten: Die Hälfte der Jury wollte M. wegen Totschlags verurteilen, die andere wegen Mordes (queer.de berichtete). Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohten dem Jungen 50 Jahre Haft, weil die Staatsanwaltschaft entschieden hat, ihn als Erwachsenen anzuklagen.
Der Fall sorgte weit über die Grenzen Kaliforniens hinaus für Entsetzen: Der 14-jährige Brandon M. erschoss im Februar 2008 seinen ein Jahr älteren Mitschüler Lawrence King während einer Unterrichtsstunde in der Junior High School in Oxnard. Der Grund: Brandon kam nicht damit zurecht, dass der schwule Lawrence seine sexuelle Orientierung so offen zeigte.

Lawrence King starb 2008 im Alter von 15 Jahren
Während des Verfahrens erklärte die Verteidigung auch, dass das Opfer den Täter mit seinem Auftreten provoziert habe. So sagten Zeugen aus, dass King seine Mitschüler immer wieder mit sexuell aufgeladenen Kommentaren geschockt habe. Der Täter sei außerdem in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und deshalb nicht voll schuldfähig - so ist seine Mutter drogenabhängig gewesen und sein Vater saß bereits wegen Körperverletzung im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft bekräftigte dagegen, M. sei ein Rassist, der aus Hass auf Schwule sein Opfer umgebracht habe. Die Polizei hat in seinem Zimmer Nazi-Literatur gefunden.
Homo-Gruppen haben sich in der Bewertung des Falls zurückgehalten. Bereits 2008 haben 27 Gruppen an die Staatsanwaltschaft appelliert, den Täter nach Jugendstrafrecht anzuklagen. Damit könne er nach dem Ende seiner Haftstrafe resozialisiert werden (queer.de berichtete). Eine Sprecherin des Gay, Lesbian and Straight Education Network äußerte sich positiv darüber, dass der Prozess nun zu Ende ist: "Brandon M. hat Larry King getötet und muss für das Verbrechen ins Gefängnis", sagte Eliza Byard. "Aber das erste Verfahren hat jeden - insbesondere Larrys und Brandons Freunde und Bekannte - einem schmerzvollen Spektakel ausgesetzt und nichts erreicht." (dk)














