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Einzelkommentar zu:
Ist Barbie jetzt lesbisch?


#3 julian21
  • 24.11.2011, 00:44h
  • Antwort auf #1 von Jochenn
  • "Ein bischen Geschlechtsstereotyp ie mag ja angeboren sein, aber so extrem wie es die Gegenwart vorlebt ist vieles auch anerzogen."

    Alles ist anerzogen. "Männliche" und "weibliche" Gehirne unterscheiden sich bei der Geburt in der Funktion überhaupt nicht. Durch die Evolution wurden unsere Gehirne so geschaltet, dass sie sich immer den jeweiligen Begebenheiten in unserer Umwelt anpassen (Plastizität).

    So lassen sich z.B. Dinge wie, die angeblich unterschiedliche Nutzungsweise des Gehirns bzgl. Sprache ("Männer benutzen nur die eine, Frauen beide Gehirnhälften") oder bzgl. Orientierung ("Frauen haben den schlechteren Orientierungssinn") bei Studien mit großer Probandenzahl nicht bestätigen.

    Aber auch Annahmen wie der exklusiv jagende Mann und die exklusiv Beeren-sammelnde Frau sind Schnee von gestern und gehören längst ins Reich der Mythen.

    Leider wird sich ja immer noch lieber an den winzigen Unterschieden aufgehangen - die im Endeffekt gar keine sind bzw. durch Sozialisation hervorgerufen wurden - als die Gleichheit zu akzeptieren. Das betrifft sowohl die Alltagspsychologen oder -biologen mit ihrem König names Mario Barth, als viel mehr die Wissenschaften (Neurologie, Biologie etc.), die ja mit ihrem stark normativen Einfluss diese Situation erst ermöglichen. Dabei hinterfragen diese viel zu wenig ihre eigene Vorgeschichte, die ja auch nur eingebettet war in eine Gesellschaft voller Stereotypen.

    Eine der Vorreiterinnen in der Kritik an den modernen (Neuro-)Wissenschaften ist Sigrid Schmitz, Professorin für Gender Studies an der Uni Wien (sie habilitierte in Biologie).

    "Es gibt nicht das Männer- oder das Frauengehirn, jedes Gehirn ist einzigartig. Da in unserer Kultur geschlechterspezifische Unterschiede in der Sozialisation aber immer noch zum Alltag gehören, kann sich auch im Gehirn ein 'messbares Gender' etablieren."
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