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- 29. November 2011 2 Min.

Die Dramaturgie verlangt es so: In Folge sieben von "Bauer sucht Frau" müssen sich Philipp und Veit "auf Wiedersehen" sagen. In ein paar Wochen soll dann in der letzten Folge gezeigt werden, ob sich der Pferdewirt und der Zahntechniker wiedersehen wollen - und ob sie ein Paar werden. In der Ausgabe am Montag, die mit 7,6 Millionen Zuschauern wieder einmal die meistgesehene Fernsehsendung des Tages war, gaben sich beide traurig: "Ich komme bald wieder!", verspricht Veit. Und Philipp, der oft verliebt lächelnd in Nahaufnahme gezeigt wird, säuselt: "Da ich noch nicht genau weiß, wann ich ihn wiedersehen werde, wird mir die Zeit ohne ihn schon sehr schwer fallen!" An der Bushaltestelle kommt es dann zum vielsagenden Abschiedsgeschenk. Veit überreicht Philipp noch seine Kette: "Dann ist immer ein Stück von mir bei dir! Ich werde dich vermissen!". Eine letzte Umarmung (siehe Bild) - und dann kommt auch schon der böse Bus.
Die Folge, bei der auch Bauer Uwe in einem extremen Fremdschämmoment "Das Beste" von Silbermond zu singen versucht, ist noch eine Woche kostenlos bei RTL Now zu sehen. Die 45-minütige Show zeigt weiter, wie es sonst so in Hetero-Haushalten zugeht: So präsentiert der "muntere Milchbauer" Gerhard Monique seinen Lieblingsbullen. Und die Oberbayerin Petra bringt den Kühen des "fröhlichen Friesen" Gerold ihre Mundart bei; dafür repariert der Milchbauer für seine Angebetete das Klo. Im Vergleich zu den extrem "baurigen" Paaren kommen Philipp und Veit in der Sendung richtig gut weg.
"Bauer sucht Frau" lief erstmals im Oktober 2005 und gehört seither zu einer der erfolgreichsten Sendungen des Kölner Privatsenders RTL. Der Deutsche Bauernverband hat sich allerdings nie für dei Sendung erwärmen können. Verbandschef Gerd Sonnleitner erklärte 2007, dass die Serie "ein dümmliches und falsches Klischee" der Bauern vermittle und diese als "einsame Trottel präsentiert, die nicht wissen, wie sie sich benehmen sollen". (dk)
Bild: RTL














