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Kommentare zu:
Geldstrafe für Attacke auf Schwulen


#31 JohnAnonym
  • 06.12.2011, 10:57h
  • Lapushka hat Recht. Wie immer. Basta!

    Ich erinner bei sowas gerne immer an den Berliner CSD, bei dem “Gangster Rapper" mit nem TUNTEN RAUS-Schild in der Parade mitliefen und 250.000 Schwule und Lesben denen nicht mal ein Veilchen verpassten.

    Vielleicht waren hier die anderen nicht alle schwul, dann lag es wohl daran, dass sie wohl Jura-Studenten sind.
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#32 stromboliProfil
#33 antosProfil
  • 06.12.2011, 21:25hBonn
  • Antwort auf #13 von pschologie
  • Danke für diese realistische Einschätzung!

    Natürlich ist es kinderleicht, hier Dicke-Hose-Kommentare rauszuhauen und auf die gerechte Gegenwehr zu pochen. Liest sich toll, macht einen guten Eindruck, befriedigt das Wunsch-Selbstbild, fände ich auch gut, findet in der Realität aber eher selten statt. Tatsache ist: Ist man nicht selbst geübt in Gewalt [Schläger trainieren sich: mit Schlägereien - genau deswegen gibt es auch tausende Verteidigungskurse, weil man das eben _lernen_ muss], verfällt man in eine Art Schreckstarre und versucht, sich selbst zu schützen. Das ist eine allgemein menschliche Verhaltensweise und so eine hämische "Traurigkeit" wie die von Sepp83 finde ich deshalb völlig unangebracht:

    "Traurig finde ich allerdings auch dass keiner der Freunde eingegriffen hat. Verteidigung scheint leider nicht zum schwulen Lifestyle zu gehören, stattdessen werden nur die Umhängetäschchen festgehalten."

    Das Prügelopfer hat eine schreckliche Situation erlebt, die anderen auch.
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#34 seb1983
  • 06.12.2011, 23:04h
  • Antwort auf #33 von antos
  • Für mich ist es, sorry, selbstverständlich Freunden zu helfen wenn sie bedroht werden. Dazu muss man nicht zwangsläufig den Angreifer zusammenschlagen sondern erstmal lautstark eingreifen. In den allermeisten Fällen haben die sich schon zurückgezogen wenn sie merkten dass da plötzlich mehr Widerstand war als erwartet.
    Die Situation ist übel, ja, sich brav zusammenfalten lassen und alle anderen gucken empört zu macht es aber nicht besser.

    Grundsätzlich hast du allerdings Recht, boxe seit Jahren und als Neuling muss man sich definitiv daran gewöhnen, grade bei Bekannten.
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#35 Lapushka
  • 07.12.2011, 12:47h
  • Antwort auf #33 von antos
  • "Ist man nicht selbst geübt in Gewalt [Schläger trainieren sich: mit Schlägereien - genau deswegen gibt es auch tausende Verteidigungskurse, weil man das eben _lernen_ muss], verfällt man in eine Art Schreckstarre und versucht, sich selbst zu schützen."

    Aber nur wenn man ne Muschi ist.
    Wer es nicht mal bei den eigenen Freunden oder dem eigenen Freund auf die Reihe kriegt, sich zusammenzureissen (selbst auf die Gefahr hin, selbst zu kassieren) naja...

    Im Übrigen braucht man bei solchen Sachen nichts zu üben. Ich spreche da aus Erfahrung.
    Bzw. klar ist Kampfsport/Selbstverteidigung eine sehr gute Sache um Techniken (oder Deeskalationsmethoden) zu lernen, aber um im Ernstfall überhaupt einzugreifen braucht man das nicht. Da braucht man einfach nur die Bereitschaft, einem Freund zu helfen.
    Denn der Ernstfall ist immer was völlig anderes, egal wie sehr man vorher Trockenübungen gemacht hat und deshalb meint, vorbereitet zu sein.
    Da kriegst du so einen Adrenalinschub, da weisst du garnicht richtig wie und was du machst sondern das passiert von alleine.
    Erst wenn es vorbei ist, kann man wieder richtig denken. Zumindest war das bei mir so.

    Sag doch mal selbst, was würdest du von deinem Freund/Kumpel halten, wenn du verprügelt wirst und er guckt zu.
    Würdest du dann immer noch sagen "Ja ich versteh das schon. Du warst halt in Schockstarre und hast an dich selbst gedacht."
    Vielleicht würdest du es rational so sehen, aber gefühlsmäßig würde es mit Sicherheit etwas an deiner Haltung zu ihm ändern.

    Ich würde so ein Verhalten nicht verzeihen. Glücklicherweise hat man mich aber noch nie so im Stich gelassen.
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#36 antosProfil
  • 07.12.2011, 19:43hBonn
  • Antwort auf #35 von Lapushka
  • Diejenigen, Lapushka, die du als "Muschis" verhöhnst, sind Menschen, die ganz einfach Angst haben. Stell dir vor: beinahe alle Menschen haben Angst, wenn sie von plötzlicher Gewalt bzw. anderen 'Nicht-Muschis' überrumpelt werden. Der "Adrenalinschub", von dem du schreibst, kann das genaue Gegenteil in solchen Situationen bewirken: Angststarre. Wenn du magst, lies es ruhig einmal nach - es gibt da Infos im großen Internet. Du kannst dich auch generell mal mit den Erfahrungen von Gewaltopfern befassen, wenn du Bock auf 'Muschi-Erfahrungen' hast.

    Ansonsten empfehle ich dir, deine Gefühlswelt nicht mit der anderer zu verwechseln. Du behauptest:

    "Sag doch mal selbst, was würdest du von deinem Freund/Kumpel halten, wenn du verprügelt wirst und er guckt zu. Würdest du dann immer noch sagen "Ja ich versteh das schon. Du warst halt in Schockstarre und hast an dich selbst gedacht." Vielleicht würdest du es rational so sehen, aber gefühlsmäßig würde es mit Sicherheit etwas an deiner Haltung zu ihm ändern. Ich würde so ein Verhalten nicht verzeihen. "

    Überprüf bei Gelegenheit mal deine anscheinend fest eingebauten Sicherheiten. Ich habe vor Jahren eine zwar nicht ganz vergleichbare, aber ähnliche Situation erlebt - und würde nicht im Traum darauf kommen, Umstehenden oder "Muschis" die Schuld an einer solchen Situation zu geben oder ihnen auch nur irgendwas nachzutragen. Der Arsch ist der Angreifer. Punkt.

    Im Übrigen finde ich das Gerede hier von "Muschis" und Leuten, die nur einem "schwulen Lifestyle" gemäß "die Umhängetäschchen festhalten" so dermaßen zum Kotzen - kaum zu sagen.
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#37 Lapushka
  • 08.12.2011, 08:36h
  • Ich muss es nicht nachlesen, ich weiss es aus Erfahrung da ich selbst schon Gewaltopfer (wobei ich eben nie als Opfer geendet habe sondern mich immer gewehrt habe, teilweise auch mit Verletzungen, musste sogar operiert werden weil ich wegen sowas eine schiefe Nasenscheidewand hatte).
    Und Angst habe ich in solchen Situationen auch. Ändert aber nichts.
    Angst sorgt auch nicht für Starre. Das kannst du auch nachlesen.
    Wenn hinter dir nämlich (auf die Steinzeit bezogen, denn daher kommen unsere Instinkte) ein knurrender Säbelzahntiger auftaucht und du erstarrst und tust ansonsten nichts, dann kannst du dir ja ausrechnen wieviel dir das weiterhilft.
    Also musst du entweder abhauen oder dich mit Händen und Füßen und deinem selbstgebastelten Speer gegen ihn wehren auf dass er entweder abhaut oder stirbt. Aber stehenbleiben und nichts tun ist = tot.

    Von schwulem Lifestyle und Umhängetaschen in Bezug auf diesen Sachverhalt habe ich an keiner Stelle was gesagt.
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#38 -hw-Anonym
  • 08.12.2011, 10:13h
  • ich war ca. 15 jahre teil einer gruppe, eine art ordner ohne binde, meist ergänzend zu denen mit binde.
    die hatten i.d.r. weisse binden mit der aufschrift ordner. wir hatten schwarze gürtel und den gesichtsausdruck harmlos bis verpeilt. die ordner wußten von uns nichts.

    natürlich hat antos recht. und zwar in allen facetten.
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#39 seb1983
  • 08.12.2011, 11:15h
  • Antwort auf #36 von antos
  • Mangelnde Zivilcourage wenn jemand angegriffen wird ist nun kein exklusiv schwules Problem.

    Ne ganze Menge Schwule haben aber die Opferrolle einfach so sehr angenommen dass sie die kaum noch hinterfragen, lassen in der Szene und einmal im Jahr beim CSD die Sau raus, schleichen aber sonst möglichst unauffällig durch den Alltag und sind froh wenn man sie halbwegs am Leben lässt.
    Das ist ein verdammt gefährliches Image immer nur das "schwule Opfer" zu sein, denn das bleibt bei Jugendlichen im Gedächtnis die auf Streit aus sind. Zu wissen dass es keine Gegenwehr gibt senkt die Hemmschwelle kräftig ab.
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#40 FridolinBAnonym
  • 08.12.2011, 15:38h
  • Antwort auf #39 von seb1983
  • Wenn Neonazis ein Asylbewerberheim bewerfen, hälst du den erwachsenen Bewohnern dann vor sich zu wenig gewehrt zu haben weil sie in der Mehrzahl waren? Hälst du ihnen dann vor das sie sich aus Angst versteckt haben anstatt mit Gegenständen zurück zuwerfen?

    Sagst du dann, Asylbewerber in ostdeutschen Kleinstädten haben sich damals zu wenig gewehrt und haben selber zu ihrem Opfer- Image beigetragen?

    Das alles geht in die Richtung "die Opfergruppe ist aber auch selber Schuld das sie verhöhnt wird"

    Deine Aussagen über "Handtasche festhalten", "Schwule die sich nicht wehren wollen" ,
    ( wobei nicht mal feststeht ob in diesem Falle ausser dem Partner alle schwul waren!, mal am Rande bemerkt)
    hauen genau in die gleiche verallgemeinernde und täterrechtfertigende Kerbe, in dem du Angehörigen einer Gruppe ( in diesem Fall Schwulen) pauschal Mitschuld zuschreibt.
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