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- 07. Dezember 2011 2 Min.

Margaret Court hat vor Steffi Graf die meisten Grand-Slam-Titel gewonnen
Margaret Court ist die erfolgreichste Tennisspielerin der Geschichte - jetzt warnt die 69-jährige Australierin vor Homosexuellen als Gefahr für Familien.
In Australien wird derzeit über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben debattiert, nachdem sich die regierende sozialdemokratische Labor Party erst vor einer Woche dafür ausgesprochen hat. Als einer der lautstärksten Kritikerinnen meldete sich Margaret Court zur Wort. Court hat zwischen 1960 und 1972 insgesamt 24 Grand-Slam-Titel gewonnen - mehr als jede andere Spielerin. Inzwischen ist Court Pfarrerin einer evangelikalen Kirche in Perth und engagiert sich dementsprechend in der Debatte: "Politisch korrekte Erziehung hat Homosexualität hinter geschlossenen Türen hervorgeholt. Jetzt ist sie offen in der Gesellschaft und es werden aggressiv Ehe-Rechte verlangt, die diese Personen nicht verdienen", sagte sie der Zeitung "West Australian". Sie sieht "zukünftige Generationen" gefährdet. Obgleich Schwule und Lesben in den Medien positiv dargestellt würden, seien sie generell "gestört". Gleichgeschlechtliche Beziehungen seien eine "unnatürlicher Ersatz" für die heterosexuelle Familie.
Störung der göttlichen Ordnung

Premierministerin Julia Gillard lehnt die Öffnung der Ehe ab, obwohl ihre eigene Partei mehrheitlich eine Gleichstellung fordert. Meinungsumfragen zufolge gibt es auch in der Bevölkerung eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung
Court argumentiert, dass Politiker mit der Einführung der Homo-Ehe die göttliche Ordnung stören würden: "Gott hat Mann und Frau mit einen einzigartigen Zweck ausgestattet: um neues Leben in die Welt zu setzen". Was Schwule und Lesben praktizierten sei nach Ansicht Gottes "widerlich" und widerspreche der "gottgegebenen Natur" des Menschen.
Der Ausbruch der Tennislegende kommt wenige Tage nach dem Parteitag der Labor Party, in dem sich die Delegierten erstmals mit knapper Mehrheit für die Ehe-Öffnung aussprachen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Minderheitsregierung diesen Beschluss umsetzt. Premierministerin Julia Gillard, die selbst die Gleichstellung im Eherecht ablehnt, hat den Abgeordneten die Aufhebung des Fraktionszwangs bei der Abstimmung versprochen. Weil die oppositionellen Liberalen die Gleichstellung im Eherecht kategorisch ablehnen, hätten die Ehe-Gegner um die Premierministerin eine Mehrheit. (dk)













