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- 07. Dezember 2011 2 Min.

Beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf war das irische Zwillings-Paar immens präsent. Zahlreiche Zuschauer trugen auf den Köpfen Papp-Nachbildungen ihrer steilen Bürstenfrisuren. Das Markenzeichen von Jedward - das nur durch den massiven Einsatz extrastarken Haarsprays herstellbar ist - wirkt, als ob die Beiden gerade in eine Starkstromleitung gefasst hätten. Das gilt auch für alles, was unter dem Haaransatz hängt. Sie reden schnell, springen und tanzen ohne Unterlass, ziehen nonstop Grimassen. Müde Jedwards, das ist so unvorstellbar wie Nana Mouskouri ohne schwarze Brille.
Die exaltierten Hupfdohlen, die eigentlich perfekt in jeden Schwulenclub passen würden, wollen mit ihrem neuen Video zur Singleveröffentlichung "Wow Oh Wow" offensichtlich ihr heterosexuelles Image aufpolieren. Mit einem Macho-Angeberauto fahren sie am Strand von Venice Beach vor, um dort auf eine sehr blonde Frau mit sehr großen Brüsten zu treffen, die sie als ihr Objekt der Begierde markieren. Später tanzen sie mit ihr in einem schicken Club. Mehr als Blicke in den Ausschnitt und verführerische Starkstrom-Tänze um die Schöne gibt es aber nicht. Jedward müssen schließlich sexfrei bleiben, damit sie weiterhin in die Teenie-Vermarktungs-Schablone passen.
Ein bisschen schade ist das. Die Beiden hätten das Potential, sich mit mehr Androgynität und Zweideutigkeiten, noch mehr Glamour und Camp, und vor allem mit mehr Frechheit und Ironie eine eigene Identität zu schaffen.
(Foto: Universal Music)
Links zum Thema:
» Making Of "Wow Oh Wow"
» Musikvideo "Wow Oh Wow"















Warscheinlich outen sie sich dann in 5 bis 10 Jahren, wenn man die dann noch kennt. :/