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Jeck in Winden
Schwule Prinzen-Schwemme im Rheinland
- 09. Dezember 2011 2 Min.

Wenn schwule Prinzen in die Bütt steigen, dann beginnen schon mal "festlich geschmückte Turnhallen zu beben" an. Das vermeintliche Erdbeben ereignete sich kürzlich in der 2000-Seelengemeinde Kreuzau-Winden, einem Vorort von Düren in Nordrhein-Westfalen, direkt am Rand der Nordeifel gelegen. Hier herrscht in der Regel ländliche Ruhe, mit Ausnahme des saisonalen seismischen Ereignisses, das man im Rheinland auch als Karneval kennt, woanders Fasching und wieder woanders ignoriert. In diesem Jahr, so beteuert Frank Lennartz, Vorsitzender des Karnevalvereins "Wendene Seempött" hätten die Turnhallenwände aber ganz besonders gewackelt, weil ihr neuer Prinz eben vom anderen Ufer ist. Selbst die Zeitung "DN-Woche" stellte stolz fest: "Tino I. ist der erste schwule Narrenherrscher im Kreis Düren."
Der 34-jährige Tino Linzenich gehört damit in den Reigen der homophil veranlagten Frohsinn-Vereinsjecken, der vor ein paar Jahren mit einem schwulen Prinzen in Düsseldorf eröffnet wurde. Die traditionell konservativen wie heterosexuellen Profi-Schunkler haben sich seitdem schrittweise geöffnet. So wurde ein schwul-lesbischer Verein Mitglied im Kölner Festkomitee, männliche Funkenmariechen zeigten ihre Stippeföttche bei der Prinzenproklamation. In diesem Jahr gibt es auch in Köln mit Marcus Gottschalk einen offen schwulen Prinzen. Und jetzt hat es sogar die Provinz erwischt. Oder wie es in Winden heißt: "Eh löstich Kerlche överall, jezz iss er Prinz im Karneval".
Gab es denn auch irgendwelche negativen Reaktionen, will die DN-Woche wissen. Frank Lennartz schüttelt mit dem Kopf: "Es gab im Vorstand sofort eine hundertprozentige Zustimmung und auch im ganzen Dorf gab es keine blöden Kommentare." Jeder Jeck ist eben anders...
(Mit Dank an unseren Leser Karl, der uns heute auf diese Nachricht aufmerksam machte. Foto: Screenshot Website DN-Woche)














