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Gay-Drama "Die Mission"

Ein homophober Vater rastet aus

  • 10. Dezember 2011 29 2 Min.

Vater Che liebt seinen Sohn Jes - bis er dessen Homoknutschfotos findet

Benjamin Bratt brilliert in dem preisgekrönten Familiendrama "Die Mission" seines Bruders Peter - jetzt auf DVD.

Von Carsten Weidemann

Ein Coming-out in der Gay-Metropole San Francisco sollte kein Problem sein, denkt man. Nicht jedoch wenn man im Latino-geprägten Mission District wohnt. Der 17-jährige Jes Rivera (Jeremy Ray Valdez) hat zwar einen festen Freund und vergnügt sich abends im schwulen Castro-Viertel, allerdings nur heimlich: Sein homophober und cholerischer Macho-Vater Che (Benjamin Bratt) - ein Exgangster, der Lowrider-Autos restauriert - darf davon nichts wissen.

Als Che eines Tages durch Zufall Fotos findet, auf denen sein bis dahin abgöttisch geliebter Sohn andere Männer knutscht, rastet der alleinerziehende Vater völlig aus. Nur mit Mühe können die Nachbarn den Mexikaner davon abhalten, seinen Sohn mitten auf der Straße krankenhausreif zu prügeln. Jes bricht daraufhin den Kontakt zu seinem Vater ab, um sein eigenes Leben zu leben.

Youtube | Interview mit Benjamin und Peter Bratt bei der Premiere des Film in New York

Ein mitreißendes Plädoyer für Liebe und Respekt

Che ist am Boden zerstört, doch seine Homophobie ist stärker als die Familienbande. Immer wieder vergeblich drängt ihn die neue und nervige Nachbarin Lena, doch einen Schritt auf seinen Sohn zuzugehen. Erst als Jes Opfer eines Hassverbrechens wird, beginnt Che seine Haltung zu überdenken...

Regisseur Peter Bratt ist mit dem mehrfach preisgekrönten Film "Die Mission" ein mitreißendes und bewegendes Plädoyer für Liebe und Respekt gelungen. Das sehr emotionale Drama zeichnet sehr authentisch die Widersprüche und Leidenschaft in San Franciscos Latino-Community nach. Die Schauspieler - allen voran Superstar Benjamin Bratt (Traffic, Catwoman, Miss Undercover, Piñero, Law & Order) - geben Höchstleistungen. Hinzu kommt ein perfekt passemder Soundtrack aus Latin-Jazz und Soul.

Die Mission (Originaltitel: La mission / Mission Street Rhapsody), Drama, USA 2009, Regie: Peter Bratt, Darsteller: Benjamin Bratt, Jeremy Ray Valdez, Talisa Soto Bratt, Alex Hernandez, Max Rosenak, Laufzeit: ca. 116 Min., Sprache: englische Originalfassung, Untertitel: Deutsch (optional), FSK 12, Pro-Fun Media

Youtube | Jeremy Valdez, Erika Alexander and Benjamin Bratt bei der Eröffnungsparty des San Francisco Filmfestivals
Galerie:
Gay-Drama "Die Mission"
10 Bilder
-w-

#1 Geert
  • 10.12.2011, 11:54h
  • Der Film ist realistisch. Jeder kann selbst den Test machen: Man verlasse in San Francisco den Castro Distrikt und gehe mit seinem Freund nur einige Hundert Meter in den von Latinos bewohnten Mission Distrikt hinein - sofort schlägt einem blanker Hass entgegen und man wird zumindest verbal gemobbt. Das habe ich selbst wiederholt erlebt.
    Dies zeigt auch, dass es nicht sinnvoll ist, getrennte Wohnbezirke für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu haben. Ein "Gay District" ist also das Letzte, was wir hier in Europa brauchen. Solche Stadtviertel sind eine Art Disney Land, in denen Narrenfreiheit besteht, aber sie haben nicht wirklich etwas mit schwuler Emanzipation zu tun.
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#2 Frankyboy
  • 10.12.2011, 12:31h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Lieber Geert,
    genau aus diesem Grund finde ich es toll, dass es solche Bezirke gibt. Im Castro-Distrikt leben viele, um einfach frei sein zu können. So sollte es zwar überall auf der Welt sein, ist aber leider nicht so. Da brauchen wir uns nichts vormachen...
    Warum fahren denn viel nach GC, Ibiza, Key West, Palm Springs etc? Warum sind die Gay-Kreuzfahrten so beliebt? Um Gleichgesinnte zu treffen und "unter uns" sein zu können, ohne irgendwelche blöden Blicke auf sich zu ziehen.
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#3 Geert