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  • 11. Dezember 2011 21 2 Min.

Am Ende einer langen Reise: Popsänger Tiziano Ferro (Bild: Wiki Commons / riverblog / CC-BY-2.0)

Vor einem Jahr kam der italienische Popsänger aus dem Schrank - jetzt spricht er in einem Interview erstmals über Details und die Folgen.

Von Carsten Weidemann

Tiziano Ferro hat sein Coming-out nicht bereut, im Gegenteil: "Das war der beste Schritt meines Lebens", sagte der italienische Popsänger in einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick". Ferro hatte sich im Oktober 2010 im Alter von 30 Jahren als schwul geoutet (queer.de berichtete), danach war es jedoch lange Zeit still um ihn.

Heute gehe es ihm "super", sagte der Sänger nun dem Blatt. "Ich bin endlich am Ende einer langen Reise, die ich nur mit Hilfe einer Psychotherapie machen konnte. Ich glaube zwar niemandem, der behauptet, dass er nach einem Jahr Therapie bereits völlig gesund ist. Doch ich fühle mich zurzeit sehr stark. Und ich stehe morgens gerne auf."

Die Therapie sei notwendig gewesen, weil er sich schuldig fühlte, schwul zu sein. Auch mit seiner Familie habe er früher nicht über seine Gefühle sprechen können, erklärte Ferro. "Weil ich mich wegen meiner Sexualität weniger wert fühlte als die anderen. Dadurch bin ich schwer krank geworden. Schliesslich war ich nicht mal mehr fähig, morgens aus dem Bett zu steigen. Ich hatte keinerlei Energie mehr. Ich sah alles nur negativ. Sah nur noch schwarz. Ich fiel in eine sehr schwere Depression."

Ferro lobt Familie, kritisiert Papst und Berlusconi


Ferro outete sich im Oktober 2010 in der italienischen Ausgabe von "Vanity Fair"

Seine Familie habe schließlich positiv auf sein Coming-out reagiert: "Es gibt keine schlechten oder bösen Menschen, sondern nur Unwissende. Meine Familie war bereit, mir zuzuhören und zu lernen", erklärte der Sänger. Seine Mutter habe sogar gemeint, dass er ihr einen großen Gefallen getan habe: "Sie hat mich zu viele Jahre unnötig leiden gesehen."

Tioziano Ferro kritisierte in dem "Blick"-Interview sowohl den Papst als auch den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. "Ich bin gläubiger Katholik. Und ich wuchs in einem Land auf, wo Kleriker und Politiker täglich im TV behaupten, dass Homosexualität böse sei", sagte der Sänger in Richtung Vatikan. Berlusconis Spruch wiederum, dass es besser sei, ein Faible für junge Frauen zu haben als homo­sexuell zu sein, habe ihn "persönlich sehr verletzt". In Italien lebten Tausende junger Menschen, die mit ihrer Identität kämpfen, so Ferro. "Berlusconi hat mit seiner dummen Aussage alle geohrfeigt. Endlich ist er weg!"

Auf seine Fans hingegen ist der Sänger stolz. "Ich hätte nie gedacht, dass meine Homosexualität so gut von den Fans aufgenommen wird", sagte Ferro. "Hätte ich das gewusst, hätte ich mir sehr viel Leid erspart."

#1 Geert
  • 11.12.2011, 13:14h
  • Italien ist DAS westeuropäische Land, in denen es den Schwulen auch noch im Jahre 2011 dreckig geht. Wie homophob diese Gesellschaft ist, kann man selbst als schwules Paar erleben, wenn man bestimmte italienische Restaurants in Deutschland besucht, wo man dann die Abneigung deutlich zu spüren bekommt. Italien ist weiterhin eine Machogesellschaft, wo die Männer immer noch meinen, ständig die Frauen anbalzen zu müssen. Werden Schwule in Italien oder in deutschen italienischen Restaurant dennoch mal freundlich behandelt, will man nur an ihr Geld. Ausnahmen bestätigen natürlich wie überall die Regel.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.12.2011, 13:48h
  • Hoffentlich macht Tiziano bald wieder Musik, denn sein Song "Perdono" ist schon einige Zeit her.
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#3 seb1983
  • 11.12.2011, 13:56h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Also tatsächlich siehts für Schwule in Italien für europäische Verhältnisse schlecht aus.
    Um in einem italienischen Restaurant hier oder dort unfreundliche bedient zu werden muss man aber nicht unbedingt schwul sein, das können die auch so ganz gut und wollen trotzdem dein Geld
    Schlimmer noch: Auch der Besitzer der deutschen Currywurst-Bude um die Ecke ist selten wirklich menschlich an dir interessiert sondern will in aller Regel auch nur dein Geld
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