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Warnung vor Schwulen und Lesben
Ghana: Schulfach Heterosexualität
- 14. Dezember 2011 2 Min.

Schulklasse in Ghana (Bild: Mmante/PD)
Das Bildungsministerium in Ghana will in Schulen ausdrücklich vor den "negativen Konsequenzen" von Homosexualität warnen und damit die Zahl von Schwulen und Lesben reduzieren.
Daher seien Lehrer geschult worden, im Unterricht die Gefahren von Homosexualität zu benennen, erklärte Ministeriumssprecher Paul Krampah gegenüber der Zeitung "Accra Mail". Als Beispiel nannte er sexuell übertragbare Krankheiten, die besonders von der sexuellen Minderheit verbreitet werden würden. "Wir sind sehr optimistisch, dass sich die Dinge ändern und Homosexualität in diesem Land eine Sache der Vergangenheit wird", so Krampah.
Homosexualität gilt jedoch in Ghana weitgehend als tabu, Schwule und Lesben leben meist versteckt. Es gibt nach wie vor Gesetze gegen gleichgeschlechtlichen Sex. Die Behörden verbieten jedoch auch Treffen von Homo-Gruppen (queer.de berichtete). Regierungsvertreter machen wiederholt Stimmung gegen Schwule und Lesben: Im Juli hat ein Minister dazu aufgerufen, alle Schwulen und Lesben zu verhaften (queer.de berichtete). Im Oktober erklärte Präsident John Atta Mills, dass er unter keinen Umständen Homosexualität in Ghana legalisieren würde.
Behörden haben bereits wiederholt auf die angeblichen Gefahren für Schüler durch Homosexualität hingewiesen. So erklärte der Vizechef der Schulbehörde unlängst, dass gleichgeschlechtliche Gelüste vor allem in Jungen- bzw. Mädchenschulen auftrete und daher Mischschulen das "Problem" bekämpfen könnten. Kommentatoren werfen Homosexuellen vor, Schüler wie Terroristen anzuwerben - so wird vor "schwulen und lesbischen Zellen" in der Oberstufe gewarnt.
Lehrer sollen nun nach Ansicht des Bildungsministeriums insbesondere die HIV-Ansteckung bei gleichgeschlechtlichem Sex hervorheben. Allerdings ist nach Angaben von USAID dieser Übertragungsweg zu vernachlässigen: 80 Prozent der Ansteckungen in Ghana seien auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr zurückzuführen, weitere 15 Prozent auf Mutter-zu-Kind-Übertragung. (dk)














