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- 14. Dezember 2011 2 Min.

Azad Hassan Rasol
In Norwegen sorgt der Fall eines schwulen Irakers für Aufsehen, dem das Asyl verweigert und empfohlen wurde, sich den "soziokulturellen Normen" seines Heimatlandes anzupassen.
Der Asylantrag von Azad Hassan Rasol wurde vor Gericht abgelehnt, weil die Gefahr für den 33-Jährigen in den kurdischen Gebieten im Irak gering sei - sofern er sich der Mehrheitskultur anpasst, entschied ein Gericht laut norwegischen Medienberichten. Zwar wurde anerkannt, dass Rasol schwul sei und es im Irak zu Sanktionen gegen Schwule kommen könne, etwa "Zwangshochzeiten, Isolation oder körperliche Gewalt". Allerdings könne er das vermeiden, indem er seine Homosexualität nicht in der Öffentlichkeit präsentiert.
Rasol fürchtet nun bei einer Abschiebung um sein Leben: "Meine Familienmitglieder werden mich töten, wenn sie denken, ich hätte ihre Ehre verletzt - oder ich könnte verhaftet werden. Schwule und Lesben können einfach nicht offen im Irak leben", erklärte er gegenüber dem norwegischen Fernsehsender NRK. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie der "Kurdish Women Rights Watch" sind sogenannte Ehrenmorde auch in Kurdistan an der Tagesordnung.
Flüchtling lebt seit zehn Jahren in Norwegen
Bereits vor zehn Jahren ist Rasol aus dem Irak nach Norwegen geflohen und spricht inzwischen fließend die Landessprache. Seit mehreren Jahren hat er auch einen norwegischen Freund. Zunächst hatte er jedoch seine Homosexualität nicht gegenüber den Behörden angegeben, weil er sie in seinem Heimatland unterdrückt hatte.
Nach Angaben der norwegischen Regierung werden die meisten Asylanträge abgelehnt, die sich auf die Homosexualität des Antragsstellers berufen - insgesamt erhielten bei 52 Anträgen nur 12 Menschen Asyl. Rasol will nun weiter gegen seine Abschiebung klagen.
Im November hat die niederländische Studie "Fleeing Homophobia" die Asylpolitik in Europa gegenüber schwulen und lesbischen Flüchtlingen kritisiert (queer.de berichtete). Mehrere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass gerade im Irak für Homosexuelle Lebensgefahr bestünde - so etwa eine Studie des Hohe Kommissars der UN für Menschenrechte aus dem Jahr 2010. (dk)















" Hingerichtet von seiner Familie, die es, laut Anklageschrift, nicht erträgt, dass er schwul ist. Am Dienstag beginnt vor dem Strafgericht Istanbul-Üsküdar der Prozess gegen Ahmets Vater Yahya Yildiz, einen 49-jährigen bankrotten Gemüse-Exporteur. Allerdings ohne den Angeklagten. Er ist untergetaucht, vermutlich im Nordirak..."
EHRENMORD IN DER TÜRKEI
"Jeder soll wissen, ich bin schwul"
Ahmet Yildiz liebte Männer und musste sterben, weil er sich dazu bekannte. Eine Geschichte über die Liebe – und über eine schwule Subcommunity, die "Bären".
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