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- 16. Dezember 2011 2 Min.

Outing in der Middle School...
Bürgerrechtsaktivisten laufen Sturm gegen eine Schule im US-Bundesstaat Utah, die einen 14-jährigen Schüler gegenüber seinen Eltern geoutet hat.
Der Junge, der eine Middle School im Alpine School District besucht, hatte bei einem Schulprojekt über seine Homosexualität gesprochen. Daraufhin hat ein Lehrer die Eltern des Schülers darüber informiert. Nach Angaben einer Sprecherin des Schulbezirks war der Lehrer besorgt, weil er gehört hatte, dass andere Schüler sich über den 14-Jährigen lustig gemacht hatten; er befürchtete, dass sie den jungen Schwulen mobben könnten. Die Eltern sollen ihn danach aus der Schule genommen haben und wollten abwarten, bis die Kontroverse abebbt. Sie sollen laut Schulbezirk ihren Sohn weiterhin unterstützen.
ACLU: Schule hat Privatsphäre verletzt
"Die Entscheidung der Schule hat dem jungen Mann das Recht genommen, über sehr persönliche Aspekte seines Lebens selbst bestimmen zu können", erklärte Joe Cohn von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Diese Missachtung der Privatsphäre des Jungen könne schlimme Folgen haben, insbesondere in Regionen wie Utah, in denen Homosexualität noch mit einem Stigma behaftet ist. Zwar müsse die Schule das Thema Mobbing ansprechen, dürfe Schüler aber nicht zum Coming-out zwingen.
In diesem Jahr gab es bereits mehrfach Berichte über schwule Schüler, die sich nach teils jahrelangem Mobbing das Leben genommen haben. Erst vor einer Woche beging ein 18-Jähriger aus Tennessee Selbstmord (queer.de berichtete). Ein Outing gegenüber den Eltern kann ebenfalls gefährlich für den Heranwachsenden sein: Laut einer schockierenden Studie aus Massachusetts war einer von vier jungen Schwulen oder Lesben bereits obdachlos - meist weil die Eltern mit der Homosexualität des Kindes nicht zurechtkamen und es dann vor die Tür setzten (queer.de berichtete). (dk)















Der Lehrer hat es in bester Absicht getan, weil er sich Sorgen um seinen Schüler machte, da es Anzeichen für Mobbing gab.
Gerade vor dem Hintergrund diverser Selbstmorde schwuler Jugendlicher in den USA, die Opfer von Mobbing wurden, ist das eher ein Ausdruck von Sorge.
Im Übrigen: wenn man noch nicht mal mit den Eltern über Probleme ihres eigenen (14-jährigen!) Kindes sprechen kann, mit wem dann? Dürfen Eltern demnächst auch nicht mehr die Noten ihres Kindes erfahren?
Und das mit Verweis auf Datenschutz. Gerade in den USA ist Datenschutz ein Fremdwort, aber wenn man dann ein Kind schützen will, fällt einem plötzlich das Wort Datenschutz ein.
Es gibt soviel, wogegen man demonstrieren sollte, aber ausgerechnet hier halte ich die Proteste für übertrieben.