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Evangelische Kirche
Pfarrer fordern Ende der Homo-Diskriminierung
- 16. Dezember 2011 2 Min.

Lesbische und schwule Christen werden nicht in allen Landeskirchen willkommen geheißen
53 Pfarrer aus der Region Leipzig haben einen Offenen Brief an ihre Landeskirche unterschrieben, in dem sie die innerkirchliche Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben fordern.
Die Geistlichen verlangen unter der Überschrift "Auch unter Christen - Liebe zum gleichen Geschlecht", dass die Kirche Schwule und Lesben nicht mehr benachteiligt und insbesondere homosexuellen Pfarrern erlaubt, mit ihren Partner im Pfarrhaus zu leben. "Wir stellen fest: Homosexualität ist keine Krankheit und von einer homosexuell gelebten Partnerschaft geht für niemanden eine Gefahr aus", heißt es in dem Brief. Homosexuelle Menschen seien "von Gott als schwul oder lesbisch geschaffen" und sehnten sich wie andere Menschen auch nach "Liebe, Treue und Verlässlichkeit".
Streit innerhalb der evangelischen Kirche
Die Unterzeichner loben das Institut der eingetragenen Lebenspartnerschaft und äußern den Wunsch, dass die Segnung von Homo-Paaren und eine offene gleichgeschlechtliche Beziehung für Pfarrer auch in Sachsen möglich wird. In diesen Fragen ist die evangelische Kirche in Deutschland derzeit jedoch heillos zerstritten. So haben etwa die Kirchen in Mitteldeutschland und Bayern erst vor rund einem Jahr homosexuellen Pfarrern erlaubt, mit ihrem Partner im Pfarrhaus zu wohnen. In anderem Regionen müssen Pfarrer dagegen ihre Homosexualität geheim halten oder die Entlassung fürchten. So musste vor wenigen Monaten ein evangelischer Pfarrer seine Gemeinde in der württembergischen Landeskirche aufgeben, weil er mit seinem Partner zusammenleben wollte - die liberalere Landeskirche Hessen-Nassau gewährte ihm schließlich Asyl (queer.de berichtete).
Teilweise ist die Debatte um Homosexualität unter den Protestanten äußerst schrill: So erklärte Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein in seiner Funktion als Mitglied des EKD-Präsidiums, dass Homosexualität "ohne Ausnahme" zu verurteilen sei (queer.de berichtete). Die evangelische Bekenntnisbewegung behauptete sogar, dass Gottesdienste für Schwule und Lesben während des CSDs zur "Schändung von Menschen" beitrügen (queer.de berichtete).
Auch auf der Website des Kirchenbezirks Leipziger Land, auf der der offene Brief zu lesen ist, hagelt es in Kommentaren Kritik: So erklärte ein User, dass sich Homosexuelle "effektvoll und theatralisch in eine vermeintliche Opferrolle" hineinsteigerten und eine "innerkirchliche Gesinnungsdiktatur" oder "Homokratur" anstrebten. Ein anderer warf den Autoren des Offenen Briefes vor, Sünde zu unterstützen. (dk)
Links zum Thema:
» Der Offene Brief zum Herunterladen















Offensichtlich ist Homosexualität deshalb ein Reizthema, weil mehr Menschen als man denkt auf homosexuelle Reize reagieren.
Zu den evangelikalen Medien ist zu sagen, dass sie bei vielen rechtgerichteten Menschen eine Alternative zur Mitgliedschaft in rechten Parteien sind. In die NPD einzutreten traut man sich nicht, weil der Verfassungsschutz diese Partei -zurecht- beobachtet. In Internetforen wie kreuz.net oder kreuzgang.org aber darf man hemmungslos seine rechte Gesinnung kundtun.