Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?15598
  • 21. Dezember 2011 13 2 Min.

Für Präsident Robert Mugabe sind Schwule "schlimmer als Hunde und Schweine"

Eine simbabwische Parlamentsabgeordnete sitzt im Gefängnis, weil sie angeblich Robert Mugabe als schwul bezeichnet hat.

Lynette Kirenyi, die der Partei MDC von Ministerpräsident Morgan Tsvangirai angehört, ist nach Medienberichten am Dienstag angeklagt worden. Ihr wird vorgeworfen, die Autorität von Präsident Robert Mugabe untergraben zu haben. Laut "Daily Nation" soll sie gesagt haben: "Mitglieder von Zanu PF [der Partei Robert Mugabes] haben den MDC-Präsident Tsvangirai attackiert, weil er angeblich prohomo­sexuell ist, aber Robert Mugabe hat Homosexualität mit Jonathan Moyo und Canaan Banana praktiziert."

Moyo und Banana waren innerparteiliche Widersacher von Mugabe, denen Homosexualität vorgeworfen war. So arbeitete Moyo von 2000 bis 2005 als Informationsminister unter Mugabe, bevor er sich mit ihm überwarf. In dieser Zeit war ihm vorgeworfen worden, dass er zu viele "weiblich schwule" Hormone besitze (queer.de berichtete). Banana, der erste Präsident Simbabwes, wurde von Mugabe mit den "Sodomy Laws" verfolgt, die Homosexualität unter Strafe stellen. Der Vorwurf: Banana soll in den 90er Jahren angeblich versucht haben, seinen Bodyguard zu verführen. Ein Gericht verurteilte ihn daraufhin zu zehn Jahren Haft. Banana starb schließlich 2003 als gebrochener Mann.

Präsident Robert Mugabe gilt als einer der schwulenfeindlichsten Staatschefs der Welt. Der jetzt 87-Jährige hat bereits kurz nach seiner Machtübernahme vor rund drei Jahrzehnten eine Kampagne gegen Homosexualität gestartet - und erklärt, Schwule seien "schlimmer als Hunde und Schweine".

Diese Ansicht war in der öffentlichen Debatte weitgehend Konsens - auch in der Opposition, die Mugabe 2008 nach heftigen Protesten an der Regierung beteiligen musste. Premierminister Morgan Tsvangirai - ein jahrelanger Mugabe-Widersacher - hat im Oktober für eine Wende in der Debatte gesorgt: In der britischen BBC sprach er sich erstmals für einen Diskriminierungsschutz für Homosexuelle aus (queer.de berichtete). Vertreter von Mugabes Zanu-PF, aber auch von Tsvangirais Partei, kritisierten die Äußerungen des Regierungschefs als unafrikanisch. (dk)

-w-

#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 21.12.2011, 12:55h
  • Was für ein schreckliches Land... mir wird schlecht, wenn ich mir vorstelle, das ich als Schwuler dort leben müsste.
  • Direktlink »
#2 JonassAnonym
  • 21.12.2011, 13:36h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • Du musst denken, wie schlecht es den homosexuellen Menschen dort gehen muss, und wie hoch der Leidensdruck sein muss, ohne dich selbst dort vorzustellen.
  • Direktlink »
#3 Geert
  • 21.12.2011, 18:51h
  • Das damalige "weiße Rhodesien" war ein Paradies für Schwule. In den meisten gemischten Clubs der Hauptstadt Salisbury konnten Schwule sogar miteinander tanzen - vor 40 Jahren. Im Stamm der Shona ist Homosexualität sogar traditionell unter ganz bestimmten Voraussetzungen ritualisiert. Viele schwarzen Afrikaner waren rührend naiv, was Homosexualität betrifft und viele machten nur zu gerne mit. Die einzige Spielregel: das Thema durfte nicht verbalisiert werden. Ich habe das selbst während meiner Aufenthalte in Rhodesien erlebt. Wer es nicht glaubt, kann es auch in alten Ausgaben des Spartakus nachlesen.
    Erst als weiße Zimbabwer nach der Unabhängigkeit anfingen, die "Gays befreien" zu wollen, schwule Selbsthilfegruppen gründeten und in der Öffentlichkeit Demos veranstalteten, regte sich eine Gegenbewegung, die unter Mugabe einen weltweiten Höhepunkt an Scwulenhass erreichte.
  • Direktlink »