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Rapper-Interview
Sido wirft Markus Lanz Homophobie vor
- 22. Dezember 2011 3 Min.

Sido sieht sich als Opfer
Kurz vor der Premiere seines Kinofilmes "Blutzbrüdaz" holzt Sido: Nicht er sei homophob, sondern der ZDF-Moderator Markus Lanz.
Rund einen Monat nach seinem Auftritt bei "Markus Lanz" rächt sich der 33-jährige Rapper Sido dafür, dass ihm und seinem Kollegen Bushido zu Unrecht Homophobie vorgeworfen worden sei. Er wirft dem Moderator in einem Interview mit "Clixoom" vor, schwulenfeindliche Äußerungen gemacht zu haben, die aber vom ZDF herausgeschnitten worden seien.
So habe Kabarettistin Gabi Decker von einem schwulen Seniorenheim berichtet, in dem kein Bewohner heterosexuell sei - Lanz und Maffay könnten folglich nicht aufgenommen werden. Lanz habe dann nach Sidos Angaben gefragt, ob man nicht eine "Umschwulung" machen könne. Daraufhin soll Peter Maffay gesagt haben: Herr Lanz! Passen sie auf, sie machen genau das, was sie an den Jungs verurteilen." Dieser Abschnitt sei der Zensur zum Opfer gefallen, erklärte Sido.
Es habe auch weitere Lanz'sche Fehltritte gegeben: So habe er Jorge Gonzalez ("Germany's Next Top Model") in einer vorherigen Sendung gefragt, ob er "für den Frauenmarkt verloren" sei oder es "Möglichkeit auf Heilung" gebe, berichtet Sido und gibt sich empört: "So was darf er einfach sagen und wir werden eine ganze Sendung für einer Banalität komplett fertiggemacht! Ich find's 'ne Frechheit".
"Ganz normales Geschimpfe"

Moderator Markus Lanz (Bild: ZDF)
Das ZDF will sich zu den Vorwürfen bislang nicht äußern. In der am 24. November ausgestrahlten Talkshow beklagte sich Lanz bei Bushido über Liedtexte wie "Du bist 'ne Schwuchtel wie Dreck auf dem Boden". Sido antwortete damals genervt: "Das ist ganz normales Geschimpfe, ganz normales Gepöbele".
Das sei "einfach unsere Sprache", verteidigt sich Sido auch jetzt im "Clixoom"-Interview. Damit seine Musik authentisch klinge, müsse er eben auch alltägliche Worte wie "Schwuchtel" verwenden. "Ich hab keinen Fehler gemacht", so Sido. Es sei eben so, dass Schwule und Lesben die beste Lobby hätten ("der lauteste Aufschrei"). Eine andere Minderheit - die Sehbehinderten - würden sich auch nicht beschweren, wenn ein Autofahrer schreit: "Hey, bist du blind?".
Sido wurde gemeinsam mit dem Rapper B-Tight interviewt. Auch er findet nichts daran, andere Menschen mit dem Wort "Schwuchtel" zu beschimpfen: "Die Sprache ist ein Stilmittel. Wer das alles Wort für Wort ernst nimmt, der ist ein Idiot", erklärte der 31-Jährige.
Sido: Schwul bedeutet "unmännlich"
Für Sido ist Publicity gerade äußerst wichtig: Er rührt die Werbetrommel für den Film "Blutzbrüdaz", in dem er die Hauptrolle übernommen hat. Die "Hip-Hop-Komödie" kommt am 29. Dezember in die deutschen Kinos. Auch in anderen Interviews betont er, dass er Schwule nicht beleidigen wolle - wenn auch mit eigenartigen Definitionen. So sagte er "Frankfurter Neuen Presse" "Wir benutzen das Wort 'schwul' im Hip-Hop, um einen unmännlichen Mann zu beschreiben, also einen Mann, der weibliche Züge hat." (dk)















"Kann ich eine Umschwulung machen um auch in ein schönes schwules Altenheim zu kommen" ist ja wohl was anderes als "Du bist 'ne Schwuchtel wie Dreck auf dem Boden".
Gerade Markus Lanz hat wiederholt gezeigt, dass er nichts gegen Schwule hat und sich schon oft genug auf unsere Seite gestellt. Und dann hat er halt einen kleinen Kalauer gemacht, den aber kein normaler Mensch als schwulenfeindlich empfindet.
Und dann kommen diese Rapper mit ihren Hasstexten, wo sie sogar zur Ermordung von Schwulen aufrufen, und wollen sich dann an diesem Strohhalm hochziehen und andere mit Schmutz bewerfen um von sich selbst abzulenken.
Und dieser unsägliche, verlogene Peter Maffay lässt sich wieder mal einspannen und hilft den Homohassern dabei, von sich abzulenken.